Entwicklung von Betatests - damals und heute

Software Mal ganz ehrlich, was wäre die Welt der Onlinenews ohne Betatests? Wir Internetjournalisten stürzen uns auf soeben freigegebene Betaversionen irgendwelcher Produkte, deren Releasetermin noch weit in der Ferne liegt, ja wohlmöglich sogar noch etliche Male verschoben wird. Denn wer interessiert sich nicht für das Neue? Ein kleiner Einblick in die neuen Features ist ja doch nicht schlecht. Jeder will als erster die besten Screenshots liefern, will als erster die neuen Funktionen bemerkt haben, will die beste Review verfasst haben. Auf den ersten Blick ist gar nicht so offensichtlich, wer am meisten profitiert. Auf den zweiten Blick allerdings schon - die Hersteller.

Durch Berichte, zu finden überall im Internet, wird das noch unvollendete Produkt schon sehr populär gemacht, bunte Bildchen und die neuen Features machen die Endbenutzer "heiß", sodass sie im für die Hersteller glücklichsten Fall, kaum dass das Produkt verfügbar ist, sich das Produkt bestellen.



Sieht man sich allerdings die Geschichte von Betatests an, so erkennt man, dass sich einiges geändert hat. Während es früher ganz genau zwei Testphasen gab, die Alpha-Phase für interne Tests und die Beta-Phase für externe Tests, gibt es heute viel mehr Betaphasen, man bedenke nur mal die Bezeichnungen von Microsoft - "Community Technology Preview", "Pre-Release", "Alpha", "Beta (1, 2, ...)", "Beta Refresh" oder "Release Candidate (1, 2, ...)".

Mitte der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, also um 1995 herum, wurden die ersten Betaversionen veröffentlicht und einem breiten Nutzerpublikum zugängig gemacht. Betatests haben für den Hersteller neben dem nicht zu verkennenden Marketing-Effekt einen weiteren Vorteil, nämlich dass die Entwickler Feedback von vielen potentiellen Endanwendern bekommen, die meist die unterschiedlichsten Plattformen einsetzen und darüber hinaus unterschiedlichen Wissensstands im Umgang mit Computern sind.

Dieser Teil des Betatrends, die Einbeziehung der Endanwender ist natürlich durchaus positiv, eine traurige Entwicklung ist allerdings, dass viel öfter total unfertige Produkte, die die Bezeichnung Betaversion bei Weitem nicht verdienen, in Umlauf gebracht werden, um schon ziemlich früh ein Produkt in die Schlagzeilen zu bringen, dass irgendwann mal erscheinen wird.
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