Ein Jahr auf dem Mars: NASA beendet Simulationsexperiment DuneAlpha

Reisen zum Mars sind zwar noch ein Zukunftstraum. Aber für diesen laufen bereits konkrete Experimente auf der Erde. Ein Jahr lang haben vier Freiwillige das Leben auf dem Mars getestet. Nun ist der Test vorbei, das sind die ersten Erkenntnisse.
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WinFuture / Symbolbild
  • Vier Freiwillige beendeten eine 378 Tage lange Mars-Simulation in Texas
  • Das 160 Quadratmeter große Habitat wurde komplett im 3D-Druck errichtet
  • Die Crew erledigte Aufgaben wie Pflanzenanbau und simulierte Außeneinsätze
  • Nachrichten zur Außenwelt wurden mit 22 Minuten Verzögerung übermittelt
  • Bewerber benötigten ein naturwissenschaftliches Studium und Flugerfahrung
  • Die NASA plant für das Jahr 2027 bereits die nächste Chapea-Isolationsstudie

Ein Jahr Isolation beendet

Vier Freiwillige haben 378 Tage lang das Leben auf dem Mars erprobt. Nun haben die drei Männer und eine Frau die Simulationsanlage Mars DuneAlpha in Houston im US-Bundesstaat Texas verlassen. Die fensterlose NASA-Anlage ist 160 Quadratmeter groß und wurde mit einem 3D-Drucker errichtet.

Ross Elder, Matthew Montgomery, James Spicer und Ellen Ellis durften das Gelände während der zweiten Mission des Programms Chapea nicht verlassen. Sie bauten Pflanzen an, hielten Wohnbereich und Maschinen instand und trieben Sport. Ein kleiner Außenbereich mit Sand und Felsen diente für simulierte Mars-Außeneinsätze. Zwar herrschte irdische Schwerkraft, die Isolation war jedoch real.


Leben mit Zeitverzögerung

Wie der Spiegel berichtet, umfasste das Habitat rund zwei mal drei Meter große Schlafzellen, ein Wohnzimmer mit Fernseher und Sesseln, Computerarbeitsplätze und eine Krankenstation. Die Kommunikation mit Familie und Freunden erfolgte zeitverzögert wie bei einer Marsmission: Die Übermittlung einer kurzen SMS dauerte rund 22 Minuten. Spicer bezeichnete die rund 4000 E-Mails von Angehörigen als seinen Rettungsanker.

Elder sagte bei einer Pressekonferenz, die Gruppe sei stolz, zum Vorhaben beizutragen, die ersten Menschen auf den Mars zu schicken. Spicer freute sich auf Sonne oder einen kräftigen Regenschauer. Ellis wollte ihren Ehemann umarmen. Die vier waren keine ausgebildeten Astronauten. Bewerber mussten zwischen 30 und 55 Jahren alt sein, einen naturwissenschaftlichen Universitätsabschluss und mindestens 1000 Flugstunden vorweisen.

NASA CHAPEA Programm: Das Mars-HabitatNASA CHAPEA Programm: Das Mars-HabitatNASA CHAPEA Programm: Das Mars-HabitatNASA CHAPEA Programm: Das Mars-Habitat

Blick in die Vergangenheit

Die NASA plant die nächste Chapea-Mission für 2027. Der erste Test lief von 2023 bis 2024. Ähnliche Experimente waren Biosphere 2 Anfang der 1990er-Jahre in Arizona und das Projekt Mars 500 vor knapp 15 Jahren. In Köln endete im August die Studie Solis100 der ESA und des DLR. Dabei verbrachten sechs Personen 100 Tage in Isolation.

Würdet ihr für die Wissenschaft an einer solchen Mission teilnehmen? Schreibt eure Gedanken zur Isolation in die Kommentare.

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Nadine Dressler

Redakteurin für Windows & Netzwerke

Seit 2001 im Journalismus, klassisch ausgebildet, Autorin eines Windows-Buches. Ihre Themen reichen von Insider-Builds über die FritzBox bis zu DSL und Starlink.

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