Der Rover Perseverance stellt einen neuen Fahrrekord auf dem Mars auf

Der Mars-Rover Perseverance hat einen neuen Rekord für die längste Fahrstrecke eines Fahrzeugs auf einem anderen Himmelskörper aufgestellt. Und da die Lebensdauer des Fahrzeugs noch längst nicht am Ende ist, wird noch einiges hinzukommen.
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  • Der NASA-Rover Perseverance brach den bisherigen Fahrstreckenrekord auf dem Mars
  • Mit über 45 Kilometern überholte das Fahrzeug seinen Vorgänger Opportunity rasch
  • Seit seiner Landung im Februar 2021 erforscht das Gefährt den Jezero-Krater genau
  • Ursprünglich war die Konstruktion für eine Distanz von bloß 20 Kilometern gebaut
  • Expertenteams halten eine gesamte Wegstrecke von bis zu 100 Kilometern für denkbar
  • Die wissenschaftlichen Instrumente sind nach wie vor weitestgehend einsatzbereit
  • Im Zielgebiet namens Rainbow Falls suchen die Forscher gezielt nach Tonmineralien

Opportunity überholt

Am 11. Oktober erreichte der Roboter der US-Raumfahrtbehörde NASA eine Gesamtstrecke von 45,22 Kilometern auf dem Roten Planeten, teilten die Missionsverantwortlichen mit. Damit übertraf er den bisherigen Rekord seines Vorgängers Opportunity, der während seiner Mission 45,16 Kilometer zurückgelegt hatte. Die NASA hält es für möglich, dass Perseverance seine bisherige Strecke noch mehr als verdoppelt.

Während Opportunity rund 14 Jahre benötigte, um seine Rekorddistanz zu erreichen, ist Perseverance erst seit etwa fünf Jahren und acht Monaten auf dem Mars unterwegs. Der Rover landete im Februar 2021 im Jezero-Krater, der einen Durchmesser von rund 46 Kilometern hat. Dort untersucht er Gesteinsformationen und sammelt Proben, die wichtige Hinweise auf die frühe Geschichte des Planeten liefern sollen.


Die technische Ausdauer des Fahrzeugs übertrifft dabei die ursprünglichen Erwartungen. Die Konstruktion sei ursprünglich auf eine Fahrstrecke von ungefähr 20 Kilometern ausgelegt gewesen, erklärte Mark Maimone vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA. Inzwischen habe Perseverance diese Distanz mehr als verdoppelt. Nach Einschätzung des Teams könnte der Rover insgesamt bis zu 100 Kilometer schaffen.

Auch der Zustand der wissenschaftlichen Instrumente gibt Anlass zu Optimismus. Nach Angaben der stellvertretenden Projektwissenschaftlerin Vivian Sun sind die ursprünglichen Fähigkeiten des Rovers weitgehend erhalten geblieben. Die lange Einsatzdauer sei unter anderem das Ergebnis jahrzehntelanger Entwicklungsarbeit an Rädern, Navigationssystemen und autonomen Fahrfunktionen früherer Marsmissionen.

Wichtige Forschung

Für die kommenden Monate plant das Missionsteam, Perseverance weiter entlang des südlichen Kraterrands zu schicken. Dort befinden sich Gesteinsformationen, die Aufschluss über die geologischen Bedingungen auf dem frühen Mars geben könnten. Besonders interessant sind ältere Gesteinsschichten, die durch den Einschlag entstanden, der den Jezero-Krater vor Milliarden Jahren formte.

Ein wichtiges Ziel ist das Gebiet Rainbow Falls. Dort vermuten die Wissenschaftler Kaolinit, ein Tonmineral, das entsteht, wenn Wasser mit Gestein reagiert. Dessen Untersuchung könnte helfen, die früheren Umweltbedingungen auf dem Mars besser zu verstehen. Da der Jezero-Krater einst über längere Zeit einen See beherbergte, interessieren sich die Forscher besonders dafür, ob dort Bedingungen herrschten, unter denen Leben hätte entstehen können.

Siehe auch:
Christian Kahle

Redakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt

Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.

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