Ladendiebstahl: KI-Erkennung sorgt für Flut an Falschanschuldigungen
Systeme zur Gesichtserkennung sollen britische Supermärkte eigentlich vor Diebstählen schützen. In der Praxis schlagen die Kameras jedoch immer wieder falschen Alarm. Unschuldige erhalten Hausverbot und kommen nur mühsam wieder von den Sperrlisten.
Wie TechRadar berichtet, endete etwa für einen Mann ein Routineeinkauf beim Discounter Home Bargains mit einem ungerechtfertigten Rauswurf, woraufhin er aus Angst vorerst keine Läden mehr betreten wollte. In einer Filiale des Supermarktes Budgens erlebte eine Frau eine ähnliche Situation, als sie wegen angeblich gestohlenen Fleischs einen Verweis bekommen hat - und das, obwohl sie das Geschäft monatelang nicht betreten hatte. Grund dafür ist, dass KI-Systeme die Gesichter der Kunden in Sekundenbruchteilen mit Datenbanken abgleichen, was aber eben nicht immer funktioniert, wie es soll.
Sainsbury's plant aktuell, die Gesichtserkennung in 200 Filialen einzuführen. Problematisch ist dabei auch, dass Kunden vor Ort kaum Möglichkeiten haben, der Erfassung zu widersprechen. Bei einem Treffen im britischen Unterhaus berichteten Betroffene entsprechend von Gefühlen der Isolation und Verwirrung. Hinzu kommt, dass das Sicherheitspersonal häufig nur wenig über die Funktionsweise des Systems Bescheid weiß.
Zudem gibt es keine Garantie, dass das eigene Gesicht von den Sperrlisten entfernt wird. Die britische Datenschutzbehörde stuft die Berichte der Betroffenen als erschütternd ein, sieht aber von sofortigen regulatorischen Maßnahmen gegen Facewatch ab. Solange die Unternehmen keine Leistungsdaten veröffentlichen, bleibt unklar, wie oft die Gesichtserkennung falsche Alarme auslöst.
Wie bewertet ihr den Einsatz von Gesichtserkennung in Supermärkten? Teilt eure Gedanken und Bedenken dazu gerne mit uns in den Kommentaren!
Siehe auch:
- Britische Einzelhändler nutzen verstärkt Systeme zur Gesichtserkennung
- Fehlerhafte KI-Treffer führen zu falschen Verdächtigungen und Verweisen
- Anbieter und Händler weisen sich bei Fehlern gegenseitig die Schuld zu
- Kunden können sich der Erfassung vor Ort in den Läden kaum widersetzen
- Löschungen der Daten gestalten sich für Betroffene extrem kompliziert
- Aufsichtsbehörden verzichten derzeit auf ein Einschreiten gegen Firmen
KI-Fehler mit großen Folgen
Der Einzelhandel im Vereinigten Königreich setzt verstärkt auf Überwachungstechnik zur Diebstahlprävention. Was aus Sicht der Supermärkte zunächst wie eine gute Idee klingt, hat für unschuldige Kunden oftmals weitreichende Konsequenzen. Wenn die Systeme zur Gesichtserkennung nämlich fehlerhafte Übereinstimmungen melden, werden Konsumenten fälschlicherweise des Ladendiebstahls bezichtigt, aus den Geschäften verwiesen und auf Sperrlisten gesetzt. Eine Lösung zur Löschung der eigenen biometrischen Daten ist für die Betroffenen meist sehr langwierig.Wie TechRadar berichtet, endete etwa für einen Mann ein Routineeinkauf beim Discounter Home Bargains mit einem ungerechtfertigten Rauswurf, woraufhin er aus Angst vorerst keine Läden mehr betreten wollte. In einer Filiale des Supermarktes Budgens erlebte eine Frau eine ähnliche Situation, als sie wegen angeblich gestohlenen Fleischs einen Verweis bekommen hat - und das, obwohl sie das Geschäft monatelang nicht betreten hatte. Grund dafür ist, dass KI-Systeme die Gesichter der Kunden in Sekundenbruchteilen mit Datenbanken abgleichen, was aber eben nicht immer funktioniert, wie es soll.
Geteilte Verantwortung
Technologieanbieter und Händler schieben sich bei Fehlalarmen gegenseitig die Verantwortung zu. Facewatch, der Entwickler der Software, übernimmt die Verantwortung für die Technik, sieht die Einzelhändler jedoch in der Pflicht, wenn es um die Interaktion mit den Kunden geht. Betroffene Unternehmen wie Home Bargains oder die Supermarktkette Sainsbury's äußern sich bislang nicht zu den Vorfällen.Sainsbury's plant aktuell, die Gesichtserkennung in 200 Filialen einzuführen. Problematisch ist dabei auch, dass Kunden vor Ort kaum Möglichkeiten haben, der Erfassung zu widersprechen. Bei einem Treffen im britischen Unterhaus berichteten Betroffene entsprechend von Gefühlen der Isolation und Verwirrung. Hinzu kommt, dass das Sicherheitspersonal häufig nur wenig über die Funktionsweise des Systems Bescheid weiß.
Mühsame Fehlerkorrektur
Das britische Datenschutzrecht gewährt den Bürgern das Recht, über die gespeicherten Daten Auskunft zu verlangen. Diese sogenannten Subject Access Requests erweisen sich in der Praxis jedoch als bürokratische Hürde. Fälschlicherweise Beschuldigte müssen dem jeweiligen Unternehmen weitere persönliche Daten zur Verfügung stellen, um den Grund für den Alarm zu erfahren.Zudem gibt es keine Garantie, dass das eigene Gesicht von den Sperrlisten entfernt wird. Die britische Datenschutzbehörde stuft die Berichte der Betroffenen als erschütternd ein, sieht aber von sofortigen regulatorischen Maßnahmen gegen Facewatch ab. Solange die Unternehmen keine Leistungsdaten veröffentlichen, bleibt unklar, wie oft die Gesichtserkennung falsche Alarme auslöst.
Wie bewertet ihr den Einsatz von Gesichtserkennung in Supermärkten? Teilt eure Gedanken und Bedenken dazu gerne mit uns in den Kommentaren!
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Witold PryjdaSenior Redakteur
Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.
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