Gaming-Bremse: Samsung soll Millionen für gedrosselte Galaxys zahlen
Ruckler statt Zocker-Traum: Ein Systemdienst bremste die Smartphones Galaxy S21, S22 und das Tab S8 bei Spielen teils auf 30 Prozent aus. Südkoreas Wettbewerbshüter verhängen nun eine Millionenstrafe - doch Samsung will sich wehren.
Die Werbung versprach das ultimative mobile Spielerlebnis, verschwieg aber fest programmierte Leistungsgrenzen, was Ruckler und eine reduzierte Grafikqualität verursachte. Der Ursprung des Konflikts liegt im Game Optimizing Service, kurz GOS. Die vorinstallierte Systemsoftware drosselt automatisch die Taktraten von Haupt- und Grafikprozessor, sobald aufwendige Spiele starten.
Berichten zufolge fiel die Leistung dabei teils auf rund 30 Prozent des Potenzials ab. Die Affäre wurde 2022 bekannt, als Nutzer herausfanden, dass GOS rund 10.000 App-Identifikatoren nutzte. Da Benchmark-Programme offenbar von der Drosselung ausgenommen waren, entfernte Geekbench vier Generationen der Galaxy-S-Smartphones aus seinen Ranglisten.
Nach Ansicht der Wettbewerbshüter hinderte die fehlende Aufklärung über die festen Obergrenzen die Konsumenten an informierten Kaufentscheidungen. Zwar ist das Herunterregeln der Prozessorleistung zur Vermeidung von Überhitzung branchenüblich, die FTC kritisiert jedoch den pauschalen Eingriff direkt beim Start bestimmter Spiele.
Als Reaktion auf die Kritik hatte Samsung bereits im März 2022 ein Software-Update ausgeliefert. Das Update führte einen alternativen Leistungsmodus ein, mit dem Anwender die strengen GOS-Grenzen auf Wunsch umgehen können. Ob die südkoreanische Strafe in letzter Instanz Bestand hat, müssen nun Gerichte klären. Direkte Rückerstattungen für betroffene Galaxy-Besitzer sind durch das aktuelle Verfahren der Wettbewerbshüter nicht vorgesehen.
Spielt ihr anspruchsvolle Titel auf dem Smartphone? Habt ihr eine Leistungsdrosselung bei euren Geräten im Alltag bemerkt? Teilt eure Erfahrungen und Meinungen gerne mit uns in den Kommentaren!
Siehe auch:
- Südkoreas Wettbewerbshüter verhängen Millionenstrafe gegen Samsung
- Der Game Optimizing Service drosselte heimlich die Gaming-Leistung
- Betroffen sind Geräte der Reihen Galaxy S21, Galaxy S22 und Tab S8
- Geekbench strich Galaxy-Modelle, da Benchmarks nicht gedrosselt wurden
- Die Werbeversprechen verschwiegen programmierte Leistungsgrenzen
- Samsung verteidigt GOS als Sicherheitsmaßnahme und plant Einspruch
Strafe für Leistungsdrosselung
Samsung muss sich in Südkorea wegen irreführender Vermarktung seiner Premium-Geräte verantworten. Die Fair Trade Commission (FTC) verhängte gegen den Konzern eine vorläufige Geldstrafe von 20,1 Milliarden Won (etwa 14 Millionen Euro). Der Grund: Die Gaming-Performance der Modellreihen Galaxy S21, Galaxy S22 und des Galaxy Tab S8 wurde künstlich eingeschränkt.Die Werbung versprach das ultimative mobile Spielerlebnis, verschwieg aber fest programmierte Leistungsgrenzen, was Ruckler und eine reduzierte Grafikqualität verursachte. Der Ursprung des Konflikts liegt im Game Optimizing Service, kurz GOS. Die vorinstallierte Systemsoftware drosselt automatisch die Taktraten von Haupt- und Grafikprozessor, sobald aufwendige Spiele starten.
Berichten zufolge fiel die Leistung dabei teils auf rund 30 Prozent des Potenzials ab. Die Affäre wurde 2022 bekannt, als Nutzer herausfanden, dass GOS rund 10.000 App-Identifikatoren nutzte. Da Benchmark-Programme offenbar von der Drosselung ausgenommen waren, entfernte Geekbench vier Generationen der Galaxy-S-Smartphones aus seinen Ranglisten.
Nach Ansicht der Wettbewerbshüter hinderte die fehlende Aufklärung über die festen Obergrenzen die Konsumenten an informierten Kaufentscheidungen. Zwar ist das Herunterregeln der Prozessorleistung zur Vermeidung von Überhitzung branchenüblich, die FTC kritisiert jedoch den pauschalen Eingriff direkt beim Start bestimmter Spiele.
Samsung plant Einspruch
Samsung weist die Vorwürfe zurück und plant, die verhängte Strafe rechtlich anzufechten. Das Unternehmen verteidigt GOS als Sicherheitsfunktion, die einen Kompromiss zwischen Wärmeentwicklung und dauerhaft stabiler Bildrate darstellt. Zudem argumentiert der Konzern, dass frühere Klagen in Südkorea, den USA und Israel bereits abgeschlossen oder zurückgezogen wurden. Keines der Verfahren endete mit einem Urteil, das Verbrauchern Schadensersatz zusprach.Als Reaktion auf die Kritik hatte Samsung bereits im März 2022 ein Software-Update ausgeliefert. Das Update führte einen alternativen Leistungsmodus ein, mit dem Anwender die strengen GOS-Grenzen auf Wunsch umgehen können. Ob die südkoreanische Strafe in letzter Instanz Bestand hat, müssen nun Gerichte klären. Direkte Rückerstattungen für betroffene Galaxy-Besitzer sind durch das aktuelle Verfahren der Wettbewerbshüter nicht vorgesehen.
Spielt ihr anspruchsvolle Titel auf dem Smartphone? Habt ihr eine Leistungsdrosselung bei euren Geräten im Alltag bemerkt? Teilt eure Erfahrungen und Meinungen gerne mit uns in den Kommentaren!
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Stefan TrunzikLeitender Redakteur bei WinFuture.de
IT-Journalist seit 2003, der Hardware, Spiele und Gadgets selbst im Alltag testet. Sein Fokus liegt auf Kaufberatung und Verbraucherthemen.
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