Messenger-Fail: Signal-Bug macht Anhören möglich, Update gestartet

Ein Softwarefehler in Signal könnte dazu führen, dass das Mikrofon und die Kamera nach dem Auflegen weiter eingeschaltet bleiben. Angreifer könnten so Gespräche belauschen, obwohl der Anruf beendet scheint. Ein rettendes Update steht bereits bereit.
Messenger, Signal, Crypto-Messenger, Signal Desktop
Mockup WinFuture
  • Eine kritische Sicherheitslücke in Signal verhinderte das Beenden von Anrufen
  • Die Ursache für den schweren Fehler lag in der genutzten Bibliothek RingRTC
  • Betroffen von der Fehlfunktion beim Auflegen war ausschließlich Android
  • Zur Ausnutzung der Schwachstelle war ein aktiver Anruf zwingend erforderlich
  • Ein Android-Hinweis auf das Mikrofon warnte vor heimlicher Audioübertragung
  • Das Entwicklerteam schloss die gefährliche Lücke ab Signal-Version 8.27

Kritischer Fehler bei Anrufen

Die Schwachstelle CVE-2026-113380 betrifft die Art, wie die Anwendung Verbindungen abbaut. Wenn ein Nutzer auflegt, kann die Gegenseite das blockieren. Das Problem gilt mit einem CVSS-Wert von 9,3 als kritisch.

Ursache ist die Open-Source-Bibliothek RingRTC, welche die Sprach- und Videofunktionen steuert. Sie basiert auf der im Jahr 2011 eingeführten WebRTC-Technologie. Ein Angreifer kann durch eine Flut an Anfragen die interne Warteschlange überlasten. Dadurch läuft die Audioübertragung unbemerkt weiter, während das Opfer glaubt, der Anruf sei bereits beendet.


Eingebauter Schutz unter Android

Wie about signal unter Berufung auf einen Signal-Sprecher berichtet, ließ sich das fehlerhafte Verhalten ausschließlich unter dem mobilen Betriebssystem Android reproduzieren. Um den Fehler auszunutzen, müsste ein Angreifer zwingend an einem aktiven Anruf mit dem Opfer teilnehmen.

Da Signal standardmäßig Anrufe von unbekannten Kontakten blockiert, setzt ein Angriff voraus, dass die Personen bereits über eine akzeptierte Nachrichtenanfrage verbunden sind oder sich in einem Gruppenchat befinden. Diese Schutzfunktion ist bereits seit vielen Jahren Teil der Anwendung und erschwert eine einfache Ausnutzung deutlich.

Zusätzlich zeigt Android in der Statusleiste an, wenn eine Anwendung auf das Mikrofon oder die Kamera zugreift. Anwender könnten daran erkennen, dass Hardwarekomponenten weiterhin aktiv sind. Berichte über Angriffe gibt es bislang nicht.

Patch steht bereit

Die Entwickler haben die fehlerhafte Bibliothek aktualisiert. Das System verarbeitet den Auflege-Befehl nun unabhängig von der Ereigniswarteschlange. Zudem verhindert ein neues Zeitlimit, dass blockierte Prozesse die Beendigung eines Gesprächs dauerhaft aufhalten. Das schließt die Lücke in den internen Abläufen der Software.

Die Fehlerbehebung ist in der Signal-Version 8.27 für Android enthalten, die bereits verteilt wird. Im Rahmen des wöchentlichen Zyklus wurde die Anwendung inzwischen auf Version 8.33 aktualisiert. Signal rät, die App auf allen Geräten auf dem neuesten Stand zu halten.

Habt ihr schon einmal bemerkt, dass eine App ungewollt euer Mikrofon aktiviert hat? Teilt eure Erfahrungen in den Kommentaren mit uns!

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Welche Signal-Version schützt mich?
Unter Android seid ihr ab Version 8.27 sicher. Diese wird bereits seit dem 9. September 2026 schrittweise verteilt, aktuell ist Version 8.33.

Signal rät Nutzern, die App auf allen genutzten Geräten auf dem neuesten Stand zu halten.
Gilt das auch für Apple und PCs?
Die anfällige Software-Bibliothek steckt zwar in allen Signal-Apps für iOS und Desktop-Computer, der Fehler ließ sich laut Signal jedoch ausschließlich unter Android auslösen.

Dennoch rät Signal dazu, verfügbare Updates auf allen Plattformen zu installieren.
Sind meine Chat-Nachrichten sicher?
Ja, eure Textnachrichten bleiben geschützt, da der Fehler nur den Abbau von Sprach- und Videoanrufen betrifft. Die Verschlüsselung der Chats ist nicht gefährdet.

Einem Bericht zufolge können durch diese Schwachstelle weder Passwörter noch Chatverläufe gestohlen werden.
Wird auch mein Videobild übertragen?
Das ist unbestätigt. Dass die Kamera aktiv bleibt, ist einem Bericht zufolge zwar möglich, das genaue Verhalten wurde jedoch noch nicht nachgewiesen.

Es ist demnach auch unklar, wie lange eine Übertragung weiterlaufen könnte oder was Betroffene in diesem Fall auf ihrem Bildschirm sehen würden.
Siehe auch:
Nadine Dressler

Redakteurin für Windows & Netzwerke

Seit 2001 im Journalismus, klassisch ausgebildet, Autorin eines Windows-Buches. Ihre Themen reichen von Insider-Builds über die FritzBox bis zu DSL und Starlink.

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