Microsoft-Gründer: Gates erwartet 20 Jahre KI-Chaos, dann 'Überfluss'

Geht es nach Microsoft-Gründer Bill Gates, dürfen wir uns auf min­destens zwei Jahrzehnte einstellen, in denen Technologie aus dem Bereich der KI für massive Veränderungen im sozialen und ökono­mischen Leben sorgt. Erst danach sei mit "Überfluss" zu rechnen.
Bill Gates, Illustration, Nostradamus
  • Bill Gates warnt vor gravierenden Umbrüchen im kommenden KI-Zeitalter
  • Der Microsoft-Gründer erwartet eine etwa 20 Jahre lange Übergangsphase
  • Erst nach der Bewältigung der Krisen könnte eine Ära des Überflusses folgen
  • Er fordert von Staaten strenge Sicherheitsauflagen für alle KI-Entwickler
  • Roboter mit KI dürften bald einen Großteil der menschlichen Arbeit stemmen
  • Aufgaben wie die Kinderbetreuung sollten hingegen weiter Menschen ausüben

Bill Gates warnt vor großen Umwälzungen

Microsoft-Gründer und Ex-CEO Bill Gates hat in einem Interview im Rahmen des Decoder-Podcasts des US-Magazins The Verge seine Erwartungen an die Entwicklung der Welt im KI-Zeitalter preisgegeben. Selbst unter der Voraussetzung, dass KI-Technologie verantwortungsvoll eingesetzt wird, sei über viele Jahre mit grundlegenden Veränderungen zu rechnen, die die Art betreffen, wie Menschen auf dieser Welt leben, so Gates.

In dem am Donnerstag veröffentlichten Interview sagte Gates, dass er große Bedenken habe, weil nun wohl eine rund 20 Jahre dauernde Übergangsperiode beginne, in der es viele Gewinner, aber auch viele Verlierer sowie viele Umbrüche geben werde. Der 70-jährige Gates erklärte weiter, dass die Gesellschaft diese Umwälzungen zunächst bewältigen müsse, bevor möglicherweise eine Ära des Überflusses eintreten könne.


Alles wird gut, irgendwann

Natürlich handele es sich bei der genannten Zahl von 20 Jahren nur um eine Schätzung, die je nach technischer Entwicklung und den getroffenen Entscheidungen länger oder kürzer ausfallen könne, betonte Gates weiter. In jedem Fall würde es sich um die wohl bedeutsamsten Veränderungen des Lebens in der Menschheitsgeschichte handeln, die in dieser Zeit erfolgen würden, so der Microsoft-Gründer.

"Ich hasse es, diese beunruhigende Nachricht überbringen zu müssen, aber es ist noch schlimmer, den Menschen nicht zu sagen, dass dies bevorsteht. Wir als Menschen haben die Wahl, wie wir diese Entwicklung gestalten", sagte er.

Gates forderte erneut eine gründlichere Kontrolle der KI-Entwicklung und technische Sicherheitsmaßnahmen, die man den Betreibern von KI-Diensten nicht selbst überlassen könne. Die Regierungen müssten aktiv werden, um zum Beispiel einen Schutz vor Cyber-Attacken und biologischen Bedrohungen zu gewährleisten.

KI-Technologie könne zwar helfen, einen Mangel bei bestimmten Gütern und Dienstleistungen auszugleichen, Gates gehe aber dennoch davon aus, dass KI und die damit ausgestatteten Roboter bald in der Lage sein werden, den Großteil der bisher von Menschen verrichteten Arbeit zu übernehmen, darunter der Bau von Häusern, der Anbau von Nahrungsmitteln und die Durchführung von Operationen.

Gleichzeitig könne man auch dafür sorgen, dass bestimmte Aktivitäten ausschließlich von Menschen erledigt würden. Als Beispiele nannte er Kinderbetreuung, das Zubereiten von Mahlzeiten, künstlerische Tätigkeiten und Sport.

Siehe auch:
Roland Quandt

Redakteur für Smartphones & Leaks

Seine Vorabberichte zu neuen Smartphones greifen Tech-Medien in aller Welt auf. Schwerpunkte: Samsung Galaxy, Google Pixel, Prozessoren und Windows.

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