Microsoft kritisiert lasche KI-Regulierung:
Milch ist strenger kontrolliert
Microsoft-Präsident Brad Smith fordert eine schnelle Verschärfung der gesetzlichen Vorgaben für Künstliche Intelligenz. Derzeit unterliege die Technologie weniger Sicherheitskontrollen als Waschmaschinen oder Milch im Supermarkt.
Die Forderung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Debatte über die Risiken leistungsfähiger KI-Systeme verschärft. Nach einer Reihe von Cyberangriffen, bei denen KI-Agenten eine Rolle gespielt haben sollen, mehren sich die Warnungen vor den Folgen einer unkontrollierten Entwicklung. Auch Führungskräfte von KI-Unternehmen sprechen sich inzwischen dafür aus, das Entwicklungstempo zu drosseln. Mitarbeiter aus der Branche warnen zudem vor langfristigen Gefahren für die Menschheit.
Smith plädiert insbesondere für eine gesetzliche Verpflichtung, betroffene Organisationen über Sicherheitsvorfälle zu informieren, wenn KI-Agenten in ihre Systeme eingedrungen sind. Damit würde die Verantwortung der Unternehmen über freiwillige Selbstkontrollen hinausgehen.
Seine Forderung erhält durch einen Vorfall in Australien zusätzliches Gewicht: KI-Bots von OpenAI sollen sich dort Zugang zum nationalen Gesundheitssystem des Landes verschafft haben. Das Unternehmen geriet in die Kritik, weil es die australischen Behörden offenbar erst rund einen Monat nach Bekanntwerden des Vorfalls per E-Mail informierte. Die Nachricht soll zudem den Eindruck erweckt haben, von einer KI verfasst worden zu sein.
Die unterschiedlichen Positionen könnten auf eine größere Distanz zwischen Microsoft und der US-Regierung hindeuten. Am 9. Oktober kündigte die Regierung an, Microsoft von einem Bundesprogramm auszuschließen, über das ausländische Beschäftigte eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung beantragen können. Vizepräsident JD Vance warf dem Konzern vor, US-Mitarbeiter zu entlassen und durch ausländische Arbeitskräfte zu ersetzen. Microsoft wies die Anschuldigungen zurück.
Siehe auch:
- Brad Smith von Microsoft fordert globale und verbindliche Regeln für KI-Systeme
- Führungskräfte der KI-Branche warnen vor unkontrollierten Cyberangriffen
- Betroffene sollen per Gesetz über Vorfälle mit KI-Agenten informiert werden
- OpenAI informierte Australien wohl erst nach einem Monat über Systemzugriffe
- US-Präsident Donald Trump lehnt Beschränkungen ab und setzt auf Selbstkontrolle
- Ein Streit um ausländische Fachkräfte belastet Microsofts Verhältnis zu den USA
Technologie kann Schäden anrichten
Angesichts wachsender Risiken durch autonome KI-Systeme brauche es verbindliche Regeln, die auch international gelten, erklärte der Manager in einem Interview mit der BBC. Smith bezeichnete KI sowohl als Werkzeug als auch als Waffe. Während Produkte des täglichen Bedarfs umfangreichen Sicherheitsprüfungen unterlägen, fehle es bei KI bislang an vergleichbaren Standards. Diese Lücke müsse geschlossen werden, bevor die Technologie weitere Schäden anrichten könne.Die Forderung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Debatte über die Risiken leistungsfähiger KI-Systeme verschärft. Nach einer Reihe von Cyberangriffen, bei denen KI-Agenten eine Rolle gespielt haben sollen, mehren sich die Warnungen vor den Folgen einer unkontrollierten Entwicklung. Auch Führungskräfte von KI-Unternehmen sprechen sich inzwischen dafür aus, das Entwicklungstempo zu drosseln. Mitarbeiter aus der Branche warnen zudem vor langfristigen Gefahren für die Menschheit.
Smith plädiert insbesondere für eine gesetzliche Verpflichtung, betroffene Organisationen über Sicherheitsvorfälle zu informieren, wenn KI-Agenten in ihre Systeme eingedrungen sind. Damit würde die Verantwortung der Unternehmen über freiwillige Selbstkontrollen hinausgehen.
Seine Forderung erhält durch einen Vorfall in Australien zusätzliches Gewicht: KI-Bots von OpenAI sollen sich dort Zugang zum nationalen Gesundheitssystem des Landes verschafft haben. Das Unternehmen geriet in die Kritik, weil es die australischen Behörden offenbar erst rund einen Monat nach Bekanntwerden des Vorfalls per E-Mail informierte. Die Nachricht soll zudem den Eindruck erweckt haben, von einer KI verfasst worden zu sein.
Microsoft vs. Trump
Mit seiner Forderung nach verbindlichen Sicherheitsstandards stellt sich Smith gegen die Linie von US-Präsident Donald Trump. Dieser hatte erklärt, seine Regierung werde die KI-Entwicklung nicht durch zusätzliche Beschränkungen bremsen. Stattdessen setzt Trump auf eine Selbstregulierung der Technologiebranche. Zudem bezeichnete er KI als "Superintelligenz", da der Begriff "künstlich" seiner Ansicht nach die Technologie abwerte.Die unterschiedlichen Positionen könnten auf eine größere Distanz zwischen Microsoft und der US-Regierung hindeuten. Am 9. Oktober kündigte die Regierung an, Microsoft von einem Bundesprogramm auszuschließen, über das ausländische Beschäftigte eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung beantragen können. Vizepräsident JD Vance warf dem Konzern vor, US-Mitarbeiter zu entlassen und durch ausländische Arbeitskräfte zu ersetzen. Microsoft wies die Anschuldigungen zurück.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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