Springer-Chef Döpfner will seinen Teil von TikTok abbekommen
Der Chef des Medienkonzerns Axel Springer, Mathias Döpfner, will einen Teil vom TikTok-Kuchen abbekommen. Dafür soll auch das Europa-Geschäft vom chinesischen Mutterkonzern abgespalten werden.
Das Gespräch fand bereits im Januar in der Berliner Konzernzentrale von Axel Springer statt, berichtete die Wirtschaftszeitung Financial Times. Offiziell war die Veranstaltung als Diskussion über Antisemitismus auf sozialen Plattformen angekündigt. Döpfner hatte TikTok zuvor öffentlich als eine der gefährlichsten Propagandamaschinen zur Verbreitung extremistischer Inhalte bezeichnet. An dem Treffen nahmen neben Journalisten des Medienhauses auch ein ehemaliger Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland sowie mehrere Bundestagsabgeordnete teil.
In den USA wurde eine Vereinbarung ausgehandelt, nach der Investoren rund um den Oracle-Gründer Larry Ellison ein Gemeinschaftsunternehmen für TikToks US-Geschäft gründeten. Die Transaktion bewertete den amerikanischen Ableger mit 14 Milliarden Dollar (etwa 12 Milliarden Euro). Das neue Unternehmen erhielt mehr Kontrolle über den Algorithmus und die Daten US-amerikanischer Nutzer. Hintergrund waren Sicherheitsbedenken wegen der chinesischen Eigentümerstruktur der Plattform.
Döpfner wirbt bereits seit 2022 für eine vergleichbare Lösung in Europa. Anfang September sagte er der Nachrichtenagentur DPA, TikTok müsse entweder an demokratische Anteilseigner verkauft oder verboten werden. Als einen solchen Anteilseigner sieht er natürlich in erster Linie sein eigenes Unternehmen. Er kritisierte zugleich, dass Europa bislang keine vergleichbaren Schritte unternommen habe.
Ein mögliches TikTok-Investment würde zu Döpfners Expansionskurs passen. Axel Springer gehören inzwischen unter anderem große englischsprachige Magazine wie Politico und Business Insider. Anfang des Jahres übernahm der Konzern zudem die britische Zeitung Daily Telegraph für 575 Millionen Pfund (etwa 660 Millionen Euro).
Gleichzeitig sucht Döpfner den Kontakt zur Trump-Regierung. Er traf sich in diesem Jahr bereits mit Stabschefin Susie Wiles und zeichnete den rechtsextremen Investor Peter Thiel mit einem Axel-Springer-Preis aus. Währenddessen haben die deutschen Springer-Marken Bild und Welt erst kürzlich eigene Auftritte auf TikTok gestartet.
Siehe auch:
- Mathias Döpfner schlug den USA eine Abspaltung von TikToks Europa-Geschäft vor
- Das Gespräch dazu fand mit dem US-Botschafter in der Berliner Zentrale statt
- Der Springer-Chef sieht die Videoplattform als gefährliche Propagandamaschine
- In den USA übernahm eine Investorengruppe das Geschäft nach Sicherheitsbedenken
- Döpfner fordert einen Verkauf an demokratische Eigner wie das eigene Medienhaus
- Sowohl der Mutterkonzern ByteDance als auch die EU reagieren darauf ablehnend
Treffen mit hochrangigen US-Vertretern
Bei einem Treffen mit dem US-Botschafter in Frankreich, Charles Kushner, soll der deutsche Medienmanager einen entsprechenden Vorschlag unterbreitet haben. Das berichtet die Financial Times unter Berufung auf mehrere mit dem Gespräch vertraute Personen. Die Idee orientiert sich demnach an der Lösung, mit der US-Präsident Donald Trump eine Abspaltung des amerikanischen TikTok-Geschäfts vorangetrieben hat.Das Gespräch fand bereits im Januar in der Berliner Konzernzentrale von Axel Springer statt, berichtete die Wirtschaftszeitung Financial Times. Offiziell war die Veranstaltung als Diskussion über Antisemitismus auf sozialen Plattformen angekündigt. Döpfner hatte TikTok zuvor öffentlich als eine der gefährlichsten Propagandamaschinen zur Verbreitung extremistischer Inhalte bezeichnet. An dem Treffen nahmen neben Journalisten des Medienhauses auch ein ehemaliger Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland sowie mehrere Bundestagsabgeordnete teil.
In den USA wurde eine Vereinbarung ausgehandelt, nach der Investoren rund um den Oracle-Gründer Larry Ellison ein Gemeinschaftsunternehmen für TikToks US-Geschäft gründeten. Die Transaktion bewertete den amerikanischen Ableger mit 14 Milliarden Dollar (etwa 12 Milliarden Euro). Das neue Unternehmen erhielt mehr Kontrolle über den Algorithmus und die Daten US-amerikanischer Nutzer. Hintergrund waren Sicherheitsbedenken wegen der chinesischen Eigentümerstruktur der Plattform.
Döpfner wirbt bereits seit 2022 für eine vergleichbare Lösung in Europa. Anfang September sagte er der Nachrichtenagentur DPA, TikTok müsse entweder an demokratische Anteilseigner verkauft oder verboten werden. Als einen solchen Anteilseigner sieht er natürlich in erster Linie sein eigenes Unternehmen. Er kritisierte zugleich, dass Europa bislang keine vergleichbaren Schritte unternommen habe.
EU ist skeptisch
Nach Angaben von EU-Vertretern stieß die Idee bei Gesprächspartnern in der Technologieabteilung der Europäischen Kommission auf wenig Begeisterung. Auch der TikTok-Mutterkonzern ByteDance zeigte demnach kein Interesse. Das Unternehmen bezeichnete die Darstellung gegenüber der Financial Times als frei erfunden.Ein mögliches TikTok-Investment würde zu Döpfners Expansionskurs passen. Axel Springer gehören inzwischen unter anderem große englischsprachige Magazine wie Politico und Business Insider. Anfang des Jahres übernahm der Konzern zudem die britische Zeitung Daily Telegraph für 575 Millionen Pfund (etwa 660 Millionen Euro).
Gleichzeitig sucht Döpfner den Kontakt zur Trump-Regierung. Er traf sich in diesem Jahr bereits mit Stabschefin Susie Wiles und zeichnete den rechtsextremen Investor Peter Thiel mit einem Axel-Springer-Preis aus. Währenddessen haben die deutschen Springer-Marken Bild und Welt erst kürzlich eigene Auftritte auf TikTok gestartet.
Siehe auch:
- TikTok: Trump ordnet den Verkauf jetzt einfach per Dekret an
- TikTok: Trump will "sehr reiche Käufer" gefunden haben
- Trump ordnet Gründung von US-Staatsfonds an - um TikTok zu kaufen
- US-Regierung lässt sich Einfädelung des TikTok-Deals gut bezahlen
- TikTok-Deal besiegelt: Investoren aus USA & Abu Dhabi kaufen US-App
Themen:
Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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