Nvidia schließt Cloud-Anbieter von Konferenz aus, die AMD-Chips nutzen
Nvidia befindet sich dank des KI-Booms in einer Machtposition. Angeblich verwehrt das Unternehmen nun mehreren kleineren Cloud-Anbietern den Zugang zur hauseigenen Branchenkonferenz GTC in Berlin, weil sie auch Chips der Konkurrenz nutzen.
So sei jetzt mehreren spezialisierten Cloud-Anbietern kurzfristig der Zugang zu Nvidias Entwicklerkonferenz GTC, die aktuell in Berlin stattfindet, verweigert worden. Die betroffenen Unternehmen wurden angeblich ausgeschlossen, weil sie in ihren Rechenzentren neben Nvidia-Hardware auch Grafikkarten von AMD oder die von Google entwickelten Tensor Processing Units einsetzen.
Wie SemiAnalysis auf X berichtet, hat es den Ausschluss mehrerer Neoclouds bestätigt. Neocloud-Manager haben demnach das Gefühl, dass Nvidia mit hohem Druck arbeitet, um sie an sich zu binden. Nvidia will die kleineren Dienstleister wohl dazu drängen, ausschließlich die hauseigenen Beschleuniger anzubieten. 'Untreue' große Hyperscaler bleiben laut SemiAnalysis von einem GTC-Ausschluss verschont, da sie über eine deutlich größere Einkaufsmacht verfügen und Nvidia wohl nicht das Risiko eingehen will, sie als Kunden zu verlieren.
Einige Neocloud-Manager befürchten zudem weitreichendere Konsequenzen, wenn sie sich breiter aufstellen. Demnach besteht etwa die Sorge, bei der Zuteilung knapper neuer Chipgenerationen benachteiligt zu werden. Ebenso steht im Raum, dass Nvidia die finanzielle Unterstützung bei künftigen Börsengängen streichen könnte, falls Konkurrenzprodukte zum Einsatz kommen.
Der Markt für spezialisierte KI-Cloud-Dienste wächst derweil rasant. Im September 2026 gab es bereits über 300 Anbieter, was einem Anstieg von 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Umsatz der Branche belief sich 2025 auf mehr als 25 Milliarden Dollar (etwa 22 Milliarden Euro) und könnte Prognosen zufolge bis 2031 auf fast 400 Milliarden Dollar (etwa 356 Milliarden Euro) ansteigen.
Wie bewertet ihr Nvidias aktuelle Marktmacht? Führt momentan ein Weg vorbei an der Firma hinter CEO Jensen Huang? Welche Taktik würdet ihr als Neocloud fahren? Teilt eure Meinung dazu in den Kommentaren.
Siehe auch:
- Der Chipkonzern Nvidia profitiert stark vom aktuellen weltweiten KI-Boom
- Mehreren Neoclouds wurde der Zugang zur Berliner Konferenz GTC verwehrt
- Grund für den Ausschluss ist angeblich der Einsatz von Chips der Konkurrenz
- Große Hyperscaler bleiben wegen ihrer hohen Marktmacht wohl verschont
- Betroffene Anbieter fürchten Nachteile bei der Zuteilung neuer Hardware
- Der boomende Markt für KI-Cloud-Dienste verzeichnet enormes Wachstum
Streit um den KI-Zugang
Kaum ein Unternehmen profitiert so stark vom Boom künstlicher Intelligenz wie Nvidia. Der Wert des US-Konzerns ist in den letzten Monaten rasant in die Höhe geschossen. Gleichzeitig eilt man von Umsatzrekord zu Umsatzrekord und kauft andere KI-Unternehmen wie Hugging Face auf. Doch Nvidia soll laut neuen Informationen auch unlautere Methoden verwenden, um Kunden unter Druck zu setzen und seine Vormachtstellung zu erhalten.So sei jetzt mehreren spezialisierten Cloud-Anbietern kurzfristig der Zugang zu Nvidias Entwicklerkonferenz GTC, die aktuell in Berlin stattfindet, verweigert worden. Die betroffenen Unternehmen wurden angeblich ausgeschlossen, weil sie in ihren Rechenzentren neben Nvidia-Hardware auch Grafikkarten von AMD oder die von Google entwickelten Tensor Processing Units einsetzen.
Druck auf kleine Anbieter
Bei den betroffenen Cloud-Anbietern handelt es sich um sogenannte Neoclouds. Beispiele für solche Spezialanbieter sind CoreWeave oder Nebius, die namentlich aber nicht zwingend zu den Abgewiesenen zählen.Wie SemiAnalysis auf X berichtet, hat es den Ausschluss mehrerer Neoclouds bestätigt. Neocloud-Manager haben demnach das Gefühl, dass Nvidia mit hohem Druck arbeitet, um sie an sich zu binden. Nvidia will die kleineren Dienstleister wohl dazu drängen, ausschließlich die hauseigenen Beschleuniger anzubieten. 'Untreue' große Hyperscaler bleiben laut SemiAnalysis von einem GTC-Ausschluss verschont, da sie über eine deutlich größere Einkaufsmacht verfügen und Nvidia wohl nicht das Risiko eingehen will, sie als Kunden zu verlieren.
Einige Neocloud-Manager befürchten zudem weitreichendere Konsequenzen, wenn sie sich breiter aufstellen. Demnach besteht etwa die Sorge, bei der Zuteilung knapper neuer Chipgenerationen benachteiligt zu werden. Ebenso steht im Raum, dass Nvidia die finanzielle Unterstützung bei künftigen Börsengängen streichen könnte, falls Konkurrenzprodukte zum Einsatz kommen.
Wirtschaftliche Motive
Die Entscheidung vieler Neoclouds, ihre Infrastruktur zu diversifizieren, basiert vor allem auf wirtschaftlichen Überlegungen. Viele Anbieter teilten ihre Bestellungen Berichten zufolge bereits im August 2026 nahezu im Verhältnis 1:1 zwischen Nvidia und AMD auf. AMD bietet oft preisliche Vorteile, während Nvidia teils bei der Rechenleistung führt. Aus Angst vor negativen Konsequenzen erwägen einige Betreiber nun sogar angeblich, Nvidia-Alternativen heimlich einzuführen.Der Markt für spezialisierte KI-Cloud-Dienste wächst derweil rasant. Im September 2026 gab es bereits über 300 Anbieter, was einem Anstieg von 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Umsatz der Branche belief sich 2025 auf mehr als 25 Milliarden Dollar (etwa 22 Milliarden Euro) und könnte Prognosen zufolge bis 2031 auf fast 400 Milliarden Dollar (etwa 356 Milliarden Euro) ansteigen.
Wie bewertet ihr Nvidias aktuelle Marktmacht? Führt momentan ein Weg vorbei an der Firma hinter CEO Jensen Huang? Welche Taktik würdet ihr als Neocloud fahren? Teilt eure Meinung dazu in den Kommentaren.
Siehe auch:
- Nvidia-Chef kritisiert Deutschland: Bei KI mittlerweile völlig abgehängt
- Nach Gerüchten über RTX-5090-Aus: Nvidia spricht erstmals Klartext
- Nvidia-Chef: Wer unsichere KI baut, bekommt keine Chips mehr
- Doctolib: Nvidia steigt bei Arzttermin-Plattform ein
- KI-Boom treibt Nvidia: Chipkonzern nähert sich 6-Billionen-Dollar-Wert
Felix KrauthRedakteur für Windows & Hardware
War Game Designer, bevor er Journalist wurde, und testet Spiele bis heute selbst. Sein Spektrum reicht von der FritzBox über Windows 11 und Apple bis zu Gaming.
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