Ohne menschliche Hilfe: KI-Agenten spielen Minecraft komplett durch

Vier KI-Agenten auf Basis von Gemini 4 Argon haben das Überlebensspiel Minecraft völlig autonom durchgespielt. Nach rund 27 Stunden besiegte das Team den Enderdrachen. Die KIs teilten sich ihre Aufgaben dabei vollkommen selbstständig auf.
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  • Vier KIs auf Basis von Gemini 4 Argon besiegten autonom den Enderdrachen
  • Das Team steuerte die Figuren über Mineflayer mit JavaScript-Programmen
  • Ohne feste Rollenvorgaben teilten sich die KIs alle Aufgaben selbstständig auf
  • Über einen internen Chat tauschten sich die Agenten zu Taktik und Gefahren aus
  • Nach gut 27 Stunden Spielzeit und 605 Toden fiel der finale Bossgegner
  • Mineflayer gab den Agenten Zugriff auf verdeckte Blöcke und Kreaturen im Spiel

Vier KIs besiegen den Enderdrachen

Vier auf dem Modell Gemini 4 Argon basierende KI-Agenten haben Minecraft erfolgreich beendet (soweit man davon im klassischen Sinne sprechen kann). In einer zufällig generierten Welt auf dem einfachen Schwierigkeitsgrad besiegten sie den Enderdrachen nach gut 27 Stunden. Ein menschliches Eingreifen war dabei nicht erforderlich. Nach Angaben der Forscher ist das ihres Wissens nach das erste Mal, dass Minecraft vollständig autonom durchgespielt wurde.

Die Software steuerte die Spielfiguren nicht über Tastatureingaben, sondern nutzte die quelloffene Bibliothek Mineflayer. Um Aktionen auszuführen, schrieben die Agenten insgesamt 2.783 kurze JavaScript-Programme. Das Team teilte sich die anfallenden Aufgaben eigenständig auf. Niemand gab den Agenten vorab feste Rollen, Strategien oder spezielle Werkzeuge mit auf den Weg.

Laut einer Studie von Google DeepMind sammelte eine Instanz namens Gyldenia Nahrung, während Janesick Werkzeuge herstellte und den Weg zum finalen Portal berechnete. Dafür warf der Agent zwei Gegenstände und berechnete den Schnittpunkt der Flugbahnen in über einem Kilometer Entfernung. Eine dritte KI namens Auratian entzündete das Nether-Portal und Bulicame baute Unterstände.


Hohe Kosten und viele Fehler

Der Weg zum Sieg verlief mit Rückschlägen. Die Agenten tauschten sich über eine interne Chat-Funktion mit 229 Nachrichten aus und teilten Koordinaten sowie Informationen über Gefahren. Insgesamt starben die Spielfiguren 605 Mal, wobei der Drache selbst nur für 69 Tode verantwortlich war. Das System legte Fehler in einem gemeinsamen Speicher ab und die Teammitglieder sammelten die Ausrüstung gestorbener Begleiter wieder ein.

Der finale Kampf nahm knapp 14 Stunden in Anspruch. Nach etwa 21 Stunden Spielzeit erkannte ein Agent, dass Kristalle auf Säulen den Drachen stetig heilten. Die Gruppe fand heraus, dass sie diese durch das Stapeln von Erdblöcken erreichen konnte, und zerstörte sie. Bulicame versetzte dem Endboss schließlich den tödlichen Schlag. Ein fünfter Agent überwachte das Spiel durchgehend, um mögliches Schummeln auszuschließen.

Einschränkungen des Experiments

Die Forscher weisen auf Einschränkungen hin. Die Bibliothek Mineflayer teilte den Agenten exakt mit, welche Blöcke und Kreaturen sich in der Nähe befanden, selbst hinter massivem Gestein. Zudem endeten 22 Prozent der Programme in einem Fehler. Während des gesamten Durchlaufs verarbeiteten die Modelle rund 1,35 Milliarden Eingabe-Token. Bei den ab 2027 geltenden Standardpreisen für Gemini 4 Argon belaufen sich die Kosten rechnerisch auf etwa 1441 Euro.

Das Forscherteam wollte mit dem Experiment untersuchen, wie Teams aus KI-Agenten zusammenarbeiten. Solche Fähigkeiten zur Koordination und Fehlerbehebung seien auch künftig nötig, damit Agenten verlässlich in der realen Welt arbeiten. Gegen Menschen kommt die KI aber wohl noch lange nicht an: Der reguläre Minecraft-Weltrekord für menschliche Spieler liegt hingegen bei etwas mehr als sechs Minuten.

Was haltet ihr von der eigenständigen Zusammenarbeit der KIs in Minecraft? Seht ihr darin einen wichtigen Schritt für reale Anwendungen? Teilt eure Meinung gerne in den Kommentaren!

Siehe auch:
Witold Pryjda

Senior Redakteur

Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.

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