Fiasko im Wüstentest: KI-Ausrüstung der US-Armee kapituliert bei 43 °C

Eigentlich wollte die US-Armee bei einer Übung in der Mojave-Wüste die Fähigkeiten ihres neuen, KI-gestützten Kriegsequipments demonstrieren. Doch es kam anders. Extreme Hitze und technische Mängel offenbarten große Schwächen der Systeme.
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  • Die US-Armee testete modernes KI-Kriegsgerät bei einer Wüstenübung
  • Extreme Hitze von 43 Grad führte zu Ausfällen von Servern und Akkus
  • Eingesetzte Drohnen überhitzten schnell und flogen nur eingeschränkt
  • Kostspielige AR-Headsets enttäuschten, weshalb ihre Zukunft unklar ist
  • Bürokratische Hürden und veraltete Strukturen bremsen Reformen

Hitze stört Hightech-Manöver

Weltweit rüsten Militärs gerade mit allerhand KI-gestütztem Kriegsgerät auf. Autonome Boote duellieren sich auf See und Flugdrohnen schalten Gegner völlig eigenständig aus. Schon vor einiger Zeit hatte das US-Marine-Corps seine neue Strategie der digitalen Vernetzung vorgestellt. Jetzt wollte auch die US-Armee bei einer Großübung mit dem Namen Project Convergence ihre Einsatzbereitschaft für die Zukunft beweisen. Doch es kam etwas anders.

Rund 9700 Infanteristen traten im kalifornischen Fort Irwin im Juli zehn Tage lang rund um die Uhr gegen die Einheit Blackhorse an, die chinesische Truppen simulierte. Das Ziel war es, den Einsatz von KI-Apps, Datenintegration, Luft- und Bodendrohnen sowie sensorbestückten Headsets im Gefecht zu demonstrieren. Die Realität sah auf dem Wüsten-Testgelände jedoch weit weniger modern aus.


Eklatante Schwächen

Bei Temperaturen von fast 43 Grad Celsius überhitzten Server, während sich etliche Akkus nicht mehr aufladen ließen. Um ausgefallene Antennen zu kühlen, tränkten Soldaten sogar T-Shirts in Eiswasser und legten sie auf die Geräte. Auch starker Wind und Verbindungsabbrüche hinter Bergen machten den Truppen zu schaffen.

Besonders die unbemannten Fluggeräte blieben weit hinter den Erwartungen zurück. Wie das Wall Street Journal berichtet, musste ein Drohnenmodell des Herstellers Anduril Industries wegen Überhitzung vorzeitig landen. Ein weiteres, über drei Jahre altes Gerät von Theiss UAV Solutions brauchte nach dem Aufladen noch zehn Minuten bis zum Start. Um Batterien zu schonen, flogen die Soldaten ihre Drohnen unter den Wüstenbedingungen zudem nur für die halbe maximale Flugzeit und gänzlich ohne KI-Unterstützung. Zudem verhinderte teilweise die eigene Führung den Einsatz. So musste ein Schwarm aus fünf Drohnen umkehren, als drei Black-Hawk-Hubschrauber mit hochrangigen Offizieren den Luftraum kreuzten.

Auch bei Augmented-Reality-Headsets zeigten sich Mängel. Drei Unternehmen hatten dafür Entwicklungsaufträge im Wert von jeweils mehr als 100 Millionen Dollar (etwa 89 Millionen Euro) erhalten. Ob das Militär das Programm fortsetzt, ist nach dem Testlauf laut einem Verteidigungsbeamten nun jedoch ungewiss.

Schneller Umbau gefordert

Der rasante technologische Wandel stellt die Streitkräfte vor organisatorische Hürden. Die letzte vergleichbare Umstrukturierung fand in den 1980er-Jahren statt, als das US-Militär nach dem Vietnamkrieg die Truppen aufbaute, die später im Golfkrieg kämpften. Der im September nach Unstimmigkeiten entlassene Armee-Sekretär Dan Driscoll bezeichnete die aktuelle Struktur bei den Streitkräften als "verkrustete Bürokratie".

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte bereits im vergangenen Jahr angeordnet, die Armee zu einer KI-gestützten Truppe umzubauen. Das Pentagon soll vermehrt handelsübliche Produkte kaufen. Ein Beispiel ist die an iranische Modelle angelehnte Drohne Lucas, die in der Produktion lediglich zwischen 10.000 und 55.000 Dollar (etwa 8900 bis 49.000 Euro) kostet. Zudem investiert das Militär vier Milliarden Dollar (etwa 3,57 Milliarden Euro) in das Planungs- und Logistiksystem Next-Generation Command and Control.

Der Weg zum vollständig vernetzten Schlachtfeld bleibt aber noch weit, wie der aktuelle Test zeigt. Brigadegeneral Daniel Hibner betonte allerdings, es wäre sehr gefährlich, alles der Technik zu überlassen. Die Kriegsführung müsse eine menschliche Aufgabe bleiben.

Wie beurteilt ihr den Einsatz von KI im Militär? Glaubt ihr, dass die Technik in Extremsituationen zuverlässig funktioniert? Teilt eure Meinung hier in den Kommentaren.

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Felix Krauth

Redakteur für Windows & Hardware

War Game Designer, bevor er Journalist wurde, und testet Spiele bis heute selbst. Sein Spektrum reicht von der FritzBox über Windows 11 und Apple bis zu Gaming.

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