US-Regierung erhebt Vorwürfe:
Keine Greencards mehr für Microsoft
Die US-Regierung setzt Microsoft wegen mutmaßlichen Missbrauchs von Einwanderungsvisa unter Druck. Vizepräsident JD Vance kündigte an, dass der Softwarekonzern vorerst nicht mehr am sogenannten Permanent Labor Certification Program (PERM) teilnehmen darf.
Vance begründete den Schritt mit dem Umgang großer Technologieunternehmen mit dem H-1B-Visaprogramm. Dieses ermöglicht es US-Unternehmen, qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland einzustellen, wenn sie die Stellen nach eigener Einschätzung nicht ausreichend mit einheimischen Bewerbern besetzen können. Die Trump-Regierung will dieses Verfahren grundlegend umbauen. Sie wirft Unternehmen vor, US-Beschäftigte zu benachteiligen und ausländische Arbeitskräfte zu niedrigeren Gehältern einzustellen.
Besonders scharf kritisierte Vance in diesem Zusammenhang Microsoft. Nach seinen Angaben hat der Konzern im vergangenen Jahr rund 6000 Arbeitsplätze in den USA abgebaut, gleichzeitig aber 6300 H-1B-Visa genutzt und fast 3000 Greencards erhalten. Daraus leitete der Vizepräsident den Vorwurf ab, Microsoft ersetze entlassene US-amerikanische Beschäftigte durch ausländische Arbeitskräfte, die das Unternehmen deutlich weniger kosten.
Das PERM spielt dabei eine wichtige Rolle: Es ermöglicht bestimmten ausländischen Beschäftigten, die über ein H-1B-Visum in die USA gekommen sind, eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung zu beantragen. Eine Greencard kann ihnen langfristig den Verbleib im Land ermöglichen. Vance bezeichnete das System als Möglichkeit für Unternehmen, ausländische Arbeitnehmer in Abhängigkeit zu halten und US-amerikanische Beschäftigte zu ersetzen.
Der Generalinspekteur des Arbeitsministeriums kündigte Ermittlungen gegen neun Hochschulen an. Dazu zählen unter anderem Harvard, Stanford, die Arizona State University und das Massachusetts Institute of Technology (MIT). Nach Angaben der Behörde wurden bereits Vorladungen zugestellt und Untersuchungen eingeleitet. Die Regierung wolle damit nach eigenen Angaben sicherstellen, dass auch renommierte Bildungseinrichtungen bei möglichen Verstößen zur Verantwortung gezogen werden.
Siehe auch:
- Der Konzern Microsoft soll US-Arbeitnehmer durch Visa-Kräfte verdrängt haben
- Die US-Regierung plant daher einen grundlegenden Umbau des H-1B-Visaprogramms
- Microsoft strich etwa 6000 Stellen und nutzte zugleich tausende Visa-Optionen
- Laut Vizepräsident Vance werden ausländische Fachkräfte oft billiger bezahlt
- Von den aktuellen Maßnahmen sind zudem Adobe und diverse IT-Firmen betroffen
- Ermittlungen wegen möglicher Verstöße bei J-1-Visa treffen nun neun Hochschulen
Konzern soll US-Bürger benachteiligen
Eine Untersuchung habe ergeben, dass das Redmonder Unternehmen das System missbraucht habe, um ausländische Arbeitskräfte zu beschäftigen und damit US-amerikanische Arbeitnehmer zu verdrängen, berichtete die New York Times. Auch gegen Adobe und mehrere IT-Unternehmen wurden entsprechende Maßnahmen angekündigt.Vance begründete den Schritt mit dem Umgang großer Technologieunternehmen mit dem H-1B-Visaprogramm. Dieses ermöglicht es US-Unternehmen, qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland einzustellen, wenn sie die Stellen nach eigener Einschätzung nicht ausreichend mit einheimischen Bewerbern besetzen können. Die Trump-Regierung will dieses Verfahren grundlegend umbauen. Sie wirft Unternehmen vor, US-Beschäftigte zu benachteiligen und ausländische Arbeitskräfte zu niedrigeren Gehältern einzustellen.
Besonders scharf kritisierte Vance in diesem Zusammenhang Microsoft. Nach seinen Angaben hat der Konzern im vergangenen Jahr rund 6000 Arbeitsplätze in den USA abgebaut, gleichzeitig aber 6300 H-1B-Visa genutzt und fast 3000 Greencards erhalten. Daraus leitete der Vizepräsident den Vorwurf ab, Microsoft ersetze entlassene US-amerikanische Beschäftigte durch ausländische Arbeitskräfte, die das Unternehmen deutlich weniger kosten.
Das PERM spielt dabei eine wichtige Rolle: Es ermöglicht bestimmten ausländischen Beschäftigten, die über ein H-1B-Visum in die USA gekommen sind, eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung zu beantragen. Eine Greencard kann ihnen langfristig den Verbleib im Land ermöglichen. Vance bezeichnete das System als Möglichkeit für Unternehmen, ausländische Arbeitnehmer in Abhängigkeit zu halten und US-amerikanische Beschäftigte zu ersetzen.
Auch Unis betroffen
Microsoft äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen. Arbeitsminister Keith Sonderling teilte unterdessen mit, dass auch Adobe sowie mehrere große IT-Outsourcing-Unternehmen von der Aussetzung des Programms betroffen seien. Die Regierung geht zudem gegen mögliche Verstöße im Zusammenhang mit dem J-1-Visum vor. Dieses Programm dient dem kulturellen und akademischen Austausch und ermöglicht ausländischen Teilnehmern unter anderem, in den USA zu studieren und zu arbeiten.Der Generalinspekteur des Arbeitsministeriums kündigte Ermittlungen gegen neun Hochschulen an. Dazu zählen unter anderem Harvard, Stanford, die Arizona State University und das Massachusetts Institute of Technology (MIT). Nach Angaben der Behörde wurden bereits Vorladungen zugestellt und Untersuchungen eingeleitet. Die Regierung wolle damit nach eigenen Angaben sicherstellen, dass auch renommierte Bildungseinrichtungen bei möglichen Verstößen zur Verantwortung gezogen werden.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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