Zuckoff: Entwickler bringt App, die Smart Glasses in der Nähe aufspürt

Ein polnischer Programmierer hat eine App veröffentlicht, die smarte Brillen von Meta in der Umgebung aufspürt. Die Anwendung scannt Bluetooth-Signale und warnt Nutzer vor möglichen heimlichen Videoaufnahmen im öffentlichen Raum.
Ray-Ban, Brillen, smart glass
Meta

    Schutz vor heimlichen Aufnahmen

    Der 30-jährige polnische Software-Entwickler Pawel Szydlowski hat vor ein paar Tagen die iOS-App Zuckoff (eine Anspielung auf Mark Zuckerberg, dazu ein freundliches Fuck off an den Meta-Chef) veröffentlicht. Das Programm erkennt smarte Brillen von Meta in der direkten Umgebung und schätzt deren Entfernung. Szydlowski reagiert damit auf die zunehmende Verbreitung von Wearables, mit denen Träger unbemerkt Videos von Passanten aufzeichnen. Und die Idee kommt auch an, die Anwendung verzeichnet bereits rund 5000 aktive Nutzer.

    Technisch greift die Software auf öffentlich ausgesendete Bluetooth-Signale zurück. Jede smarte Brille sendet kontinuierlich Datenpakete aus, um sich mit einem Smartphone zu verbinden. Die App gleicht dabei den sogenannten UUID ab. Das ist ein universell eindeutiger Identifikator für Bluetooth-Dienste. Zudem prüft das System die Herstellerkennung. Stimmen beide Werte mit den bekannten Profilen von Meta oder Ray-Ban überein, schlägt das Programm Alarm.


    Wie der Entwickler gegenüber Business Insider erklärte, habe die Gesellschaft das Recht zu erfahren, wenn jemand eine Aufzeichnung startet. Nutzer erhalten so die Möglichkeit, sich bewusst einer ungewollten Aufnahme zu entziehen. Die Basisversion der Anwendung ist kostenlos, während eine kostenpflichtige Pro-Variante Hintergrundbenachrichtigungen verschickt.

    Gleichzeitig weist der Ansatz aber auch gewisse Schwächen auf. Die Erkennung erfordert ein aktives Smartphone mit installierter App und verhindert die eigentliche Videoaufnahme nicht. Zudem erfährt der Nutzer zwar von der Präsenz der Hardware, weiß aber nicht zwingend, wer genau die Brille trägt. Ebenso bleibt unklar, ob die Kamera in dem Moment tatsächlich aufzeichnet oder lediglich auf eine Verbindung wartet.

    Metas Umgang mit Privatsphäre

    Der Facebook-Konzern Meta steht wegen seiner Kamerabrillen seit Längerem in der Kritik. Um heimliche Aufnahmen zu erschweren, verbaute der Hersteller eine kleine LED, die bei aktiver Kamera leuchtet. Viele Nutzer überklebten das Licht jedoch mit einfachen Aufklebern. Meta reagierte kürzlich auf diese Praxis und deaktivierte per Software-Update gezielt manipulierte Brillen. Die Kameras verweigern nun den Dienst, wenn der Sensor eine Abdeckung registriert.

    Szydlowski schlägt als branchenweite Lösung ein System vor, das ähnlich wie die Warnmechanismen bei Bluetooth-Trackern von Apple und Google funktioniert. So könnten Smartphones standardmäßig auf Betriebssystemebene vor aufzeichnenden Wearables warnen. Laut Angaben des Entwicklers haben sich bereits sogar Regulierungsbehörden der EU bei ihm gemeldet. Die Behörden informieren sich derzeit über die genaue Funktionsweise der Software und prüfen mögliche Anpassungen der Datenschutzvorgaben.

    Nutzt ihr smarte Brillen im Alltag oder seht ihr die Kameras kritisch? Teilt eure Meinung zu dem Thema gerne unten in den Kommentaren mit uns!

    Zusammenfassung
    • Die neue iOS-App Zuckoff warnt Nutzer vor smarten Brillen in der Nähe
    • Das Programm erkennt die Wearables über ausgesendete Bluetooth-Signale
    • Bereits rund 5000 aktive Nutzer verwenden die Software auf dem iPhone
    • Eine kostenpflichtige Pro-Version bietet auch Hintergrundwarnungen an
    • Meta deaktiviert Brillen, bei denen die Kamera-LED abgeklebt wurde
    • EU-Regulierungsbehörden prüfen bereits die Funktionsweise der Software

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