GoPro: Actioncam-Hersteller vor Pleite verkauft, wird KI-Zulieferer

Der Actioncam-Anbieter GoPro steckte schon länger in Schwierig­keiten. Im Rahmen eines Deals mit der Firma Starman Optical wird GoPro jetzt für 285 Millionen Dollar übernommen. In Zukunft wird GoPro so wohl zum Zulieferer von Hardware für KI-Rechenzentren.
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    GoPro stand offenbar kurz vor der Pleite

    GoPro hat einen Käufer gefunden. Der US-Actioncam-Spezialist wird für weniger als 300 Millionen Dollar an die Firma Starman Optical verkauft, wobei die beiden Unternehmen offiziell von einem Zusammenschluss sprechen. Starman ist auf optische Lichtleiter spezialisiert und will nun gemeinsam mit GoPro beginnen, optische Transceiver für die Verwendung in KI-Rechenzentren in den USA zu fertigen.

    In einer Pressemitteilung ließ Starman Optical verlauten, dass man 285 Millionen Dollar in bar für den Actioncam-Hersteller zahlt, was 1,14 Dollar pro GoPro-Aktie entspricht. Außerdem begleicht Starman die Außenstände von GoPro in Höhe von 92 Millionen Dollar. Trotz der Übernahme sollen die Anteilseigner von GoPro nach dem Zusammenschluss noch rund zehn Prozent der Anteile des letzten entstehenden Unternehmens erhalten.


    Optische Technologien und Bildsensoren im Visier

    Starman Optical verschafft sich mit der Übernahme Zugang zum geistigen Eigentum von GoPro, das mehr als 2500 Patente umfasst und diverse weitere Technologien wie Imaging-Lösungen, fortschrittliche optische Systeme und andere Produkte, die GoPro bisher entwickelt hat. GoPro hatte zuvor massive finanzielle Schwierigkeiten und warnte seine Investoren zuletzt, dass es aufgrund eines starken Umsatzrückgangs und steigender Kosten zunehmend Zweifel gebe, dass die Firma weiter bestehen kann.

    Mit dem Zusammenschluss wird das Produktportfolio von GoPro wahrscheinlich unter anderem zum Anbieter von optischen Transceivern, mit denen man vom Trend zur Verwendung von Lichtleitern als Netzwerklösung in Rechenzentren profitieren würde.

    GoPro bald als Rüstungszulieferer?

    Obendrein könnte GoPro seine Technologien aus den Bereichen Optik und Bilderfassung in der Rüstungsindustrie und dem Bereich der Robotik sowie in der Luft- und Raumfahrt vermarkten, heißt es. In diesen Märkten gebe es eine wachsende Nachfrage für Produkte, die in den USA gefertigt werden.

    GoPro hatte seine Produktion in den letzten Monaten und Jahren zunehmend aus China in andere Länder verlagert, produziert aber noch immer nicht in den USA. Diesen Schritt dürfte das Unternehmen nun gehen, um sich vor Überraschungen durch neu erlassene Zollregelungen durch die aktuelle US-Regierung zu schützen.

    Der Wechsel in den Bereich der Hardware-Technologien hinter Künstlicher Intelligenz wird für immer mehr strauchelnde Firmen zum Rettungsanker. Die Firmen sehen vor allem die massiven Investitionen großer Technologiekonzerne wie Google, Amazon, Apple, Meta und Microsoft als Einnahmequelle und versuchen häufig von deren Nachfrage zu profitieren. Inwiefern GoPro im Bereich der Actioncams aktiv bleibt, ist derzeit offen.

    Zusammenfassung
    • Actioncam-Hersteller GoPro wird von Starman Optical übernommen
    • Der Kaufpreis für GoPro liegt bei rund 285 Millionen US-Dollar
    • Zusätzlich übernimmt Starman Schulden in Höhe von 92 Millionen
    • GoPro stand zuvor wegen hoher Kosten kurz vor einer Insolvenz
    • Gemeinsam sollen nun optische Transceiver für KI-Daten gebaut werden
    • Patente für Optik und Sensoren könnten auch für Rüstung dienen
    • Die künftige Rolle von GoPro im Actioncam-Markt bleibt unklar

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