KI statt Beziehung und Kinder? China geht gegen digitale Partner vor

Die chinesische Regierung befürchtet, dass die ohnehin problematische Lage bei zwischenmenschlichen Beziehungen durch KI-Technologien weiter verschärft wird. Daher werden nun erste Maßnahmen ergriffen.
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    Strengere Regeln

    Peking geht gegen KI-Anwendungen vor, die als virtuelle Partner oder emotionale Begleiter dienen, berichtet der Guardian. Neue Vorschriften sollen verhindern, dass Nutzer eine zu starke emotionale Bindung zu Chatbots entwickeln. Gleichzeitig wächst die Sorge, dass künstliche Intelligenz soziale Kontakte weiter verdrängen und angesichts sinkender Geburten- und Heiratsraten sogar Partnerschaften und Familiengründungen unattraktiver machen könnte.

    Seit Kurzem gelten daher in China neue Regeln für sogenannte KI-Begleiter. Angebote für Minderjährige sind verboten, bei auf Erwachsene ausgerichteten Chatbots gelten Einschränkungen. Unternehmen sollen insbesondere verhindern, dass ihre Dienste "emotionale Abhängigkeit oder Sucht" fördern oder zwischenmenschliche Kontakte ersetzen. Mehrere Anbieter haben daraufhin entsprechende Funktionen entfernt.


    Die Maßnahmen erfolgten vor dem Hintergrund wachsender Einsamkeit in China. Rund 20 Prozent der Haushalte bestehen inzwischen aus alleinlebenden Personen, bis 2030 könnte der Anteil auf mehr als 30 Prozent steigen. Eine im März veröffentlichte Umfrage staatlicher Medien ergab zudem, dass sich fast die Hälfte der jungen Menschen bei Einsamkeit bereits an einen virtuellen Begleiter gewandt hat.

    Demografische Krise

    Nach Einschätzung der Soziologin Nancy Dai von der City University of Hong Kong geht es den Behörden jedoch nicht ausschließlich um Einsamkeit. Angesichts sinkender Heirats- und Geburtenzahlen könnte auch die Befürchtung eine Rolle spielen, dass die KI eine kostengünstige Alternative zu menschlicher Nähe bietet und dadurch das Interesse an realen Beziehungen, Ehe und Kindern weiter zurückgeht. Das würde die demografische Krise in China weiter verschärfen.

    Gleichzeitig fördert China den Einsatz künstlicher Intelligenz in anderen Bereichen. So soll KI künftig unter anderem die medizinische Versorgung unterstützen. Gesundheits-Apps ermöglichen bereits Gespräche mit virtuellen Versionen realer Ärzte. Die Regierung setzt damit bewusst auf KI, um den Folgen des demografischen Wandels und drohendem Fachkräftemangel zu begegnen.

    Zusammenfassung
    • Chinas Regierung schränkt KI-Anwendungen für virtuelle Partner ein
    • Neue Regeln verbieten diese Angebote nun komplett für Minderjährige
    • Behörden wollen emotionale Abhängigkeiten von Chatbots verhindern
    • Virtuelle Begleiter könnten reale Beziehungen und Ehen verdrängen
    • Die wachsende Einsamkeit in China verschärft die demografische Krise
    • In anderen Bereichen wie der Medizin wird KI jedoch gezielt gefördert

    Siehe auch:


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