Mondkrater nach SpaceX-Absturz:
NASA veröffentlicht erste Bilder

Ein ausgedientes Raketenteil einer Falcon 9 ist unkontrolliert auf dem Mond eingeschlagen. Nun gibt es hochauflösende Bilder des neu entstandenen Kraters. Die Aufnahmen offenbaren Details über die Beschaffenheit der Mondoberfläche nach dem Aufprall.
Wissenschaft, Mond, Mondlandung, Mondmission
Public Domain

    Falcon 9 hinterlässt neuen Krater

    Anfang August schlug die obere Stufe einer Falcon-9-Rakete unkontrolliert auf der Mondoberfläche ein. Das Bauteil von SpaceX war seit dem Start einer Mondmission im Januar 2025 im Weltraum verblieben. Es brachte damals die Landefähren Blue Ghost und Resilience auf den Weg, es blieb aber ungeplant im All. Mit rund 8690 Kilometern pro Stunde traf das fast 5000 Kilogramm schwere Objekt nun nahe dem Einstein-Krater auf.

    Wenige Tage nach dem harten Aufprall gelangen Aufnahmen der frischen Einschlagstelle. Der Lunar Reconnaissance Orbiter, kurz LRO, fotografierte das betroffene Gebiet aus einer Höhe von knapp 97 Kilometern. Präzise Koordinaten aus vorherigen Berechnungen halfen dem LRO-Team dabei, die eigenen Kameras für die Überflüge exakt auszurichten. So ließ sich der neue Krater im Detail erfassen. Krater des SpaceX-Raketenteils auf dem MondAufnahmen des Vorher und Nachher

    Präzisionsarbeit im Mondorbit

    Wie die US-Raumfahrtbehörde NASA mitteilt, erforderte die Fotografie höchste Genauigkeit. Die Ingenieure mussten die Sonde exakt neigen, während sie mit fast zwei Kilometern pro Sekunde über den Mond flog. Eine Verzögerung von nur zehn Sekunden hätte bereits dazu geführt, dass das Zielgebiet um 16 Kilometer verfehlt worden wäre. Es dauerte sechs Tage, bis die Umlaufbahn optimal passte.

    Die entstandene Senke misst etwa 18 Meter im Durchmesser und ist knapp drei Meter tief. Auf den Bildern sind dunkle und helle Strahlen zu erkennen, die vom Zentrum ausgehen. Das dunkle Material besteht aus verwittertem Oberflächenstaub, der aus einer geringen Tiefe aufgeworfen wurde. Die helleren Streifen am Rand stammen hingegen aus tieferen, noch unberührten Schichten direkt unter der Mondoberfläche. Krater des SpaceX-Raketenteils auf dem Mond

    Wissenschaft und Weltraumschrott

    Obwohl der heftige Einschlag völlig unbeabsichtigt war, liefert er der Wissenschaft äußerst nützliche Daten. Forscher nutzen das seltene Ereignis, um die genaue Beschaffenheit der Mondoberfläche besser zu verstehen. Solche Erkenntnisse helfen künftig dabei, geplante Infrastruktur und Astronauten besser vor natürlichen Meteoreinschlägen zu schützen. Einmalig ist der Einschlag indes nicht, denn ein ähnlicher Vorfall ereignete sich bereits im Jahr 2022 auf der Rückseite des Mondes.

    Gleichzeitig facht das Ereignis die anhaltende Diskussion über die Vermeidung von Weltraumschrott weiter an. Besonders im Hinblick auf geplante Mondbasen fordern Experten klare Richtlinien für die sichere Entsorgung von Raumfahrt-Hardware. Zwar sind solche unkontrollierten Kollisionen mit menschengemachten Objekten selten, doch das Zusammenspiel von solarer Aktivität und Schwerkraft macht die Flugbahnen von ausgedienten Bauteilen zunehmend schwer berechenbar.

    Wie bewertet ihr den Umgang mit ausgedienten Raketenstufen im Weltraum? Teilt eure Gedanken und diskutiert das Thema mit uns in den Kommentaren!

    Zusammenfassung
    • Eine SpaceX Falcon 9-Raketenstufe schlug im August auf dem Mond ein
    • Der Einschlag nahe dem Einstein-Krater hinterließ eine tiefe Senke
    • Die US-Raumfahrtsonde LRO fotografierte den frischen Krater im Detail
    • Der neue Krater hat etwa 18 Meter Durchmesser und ist drei Meter tief
    • Das Ereignis liefert der Forschung wertvolle Daten zur Mondoberfläche
    • Der Vorfall entfacht eine neue Diskussion über den Weltraumschrott

    Siehe auch:
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