Sexpuppen-Hersteller liefert jetzt auch KI-Roboter für Schulen

Ein ländlicher Schulbezirk im US-Bundesstaat New York testet ab Herbst einen humanoiden Roboter als Lehrassistenz. Das Projekt soll Schülern rund um die Uhr beim Lernen helfen, stößt wegen der halbseidenen Herkunft der Technik aber auf Kritik.
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Realbotix

Roboter-Lehrkraft in New York

Im Salamanca City Central School District im westlichen US-Bundesstaat New York begrüßt ab Herbst ein humanoider Roboter die Schülerschaft. Das Modell mit dem Namen Sally soll in Kursen rund um Künstliche Intelligenz und Robotik als Assistenz für Lehrkräfte dienen. Die Maschine bleibt an einem festen Schreibtisch sitzen, verfügt jedoch über Mimik und kann den Oberkörper bewegen, um nonverbal mit den Lernenden zu kommunizieren.

Das System basiert auf einem großen Sprachmodell und ist mit dem offiziellen Lehrplan des Bezirks gefüttert. Schüler identifizieren sich über eine persönliche Nummer, woraufhin die Software auf bisherige Lernfortschritte zugreift und individuelle Aufgaben stellt. Ergänzend zur physischen Maschine in der Schule steht ein digitales Avatar-System namens Optio zur Verfügung. Das Programm bietet bei Hausaufgaben Hilfe an und übersetzt Inhalte in über 100 Sprachen. So weit, so "normal".

So, hust, "lebensecht" sind die Roboter von Realbotix

Kritik an den Entwicklern

Hinter dem Projekt steht allerdings das kanadische Unternehmen Realbotix und das ist aus gleich mehreren Gründen problematisch. Das Eine sind die Kosten: Wie New York Focus berichtet, bezahlt der Schulbezirk für das Hardware- und Software-Paket rund 57.590 Dollar (etwa 50.227 Euro). Der reguläre Preis liege laut Angaben des Herstellers bei knapp 95.000 Dollar (etwa 82.854 Euro). Der Einsatz dieser kostspieligen Technik in einem Bezirk, in dem zahlreiche Familien unterhalb der staatlichen Armutsgrenze leben, sorgt bei Anwohnern und Eltern für Unmut.


Zum anderen birgt die Unternehmensgeschichte des Herstellers Konfliktpotenzial. Realbotix firmierte zuvor als Krypto-Unternehmen und kaufte im Jahr 2024 den Hersteller Simulcra, der für die Produktion lebensechter Sexpuppen bekannt ist. Realbotix weist Kritik hier aber zurück: Laut Unternehmensangaben arbeiten die Abteilungen für Bildungsrobotik und Puppenherstellung strikt getrennt voneinander. Eine vollständige geschäftliche Aufspaltung der beiden Bereiche in eigenständige Firmen ist zudem für September geplant.

Datenschutz und Sicherheit

Um Software-seitig die Sicherheit der Minderjährigen zu gewährleisten, läuft das System in einem geschlossenen Netzwerk ohne aktive Internetverbindung. Die Entwickler haben außerdem spezielle Filter integriert, die bei Begriffen wie Selbstverletzung oder Gewalt sofort die zuständige Schulleitung alarmieren. Um Falschaussagen der Künstlichen Intelligenz im Unterricht zu vermeiden, ist das System zudem so programmiert, dass es bei eigenen Wissenslücken Unwissenheit eingesteht.

Die Initiative soll junge Menschen in der eher ländlich geprägten Region frühzeitig auf technische Berufsfelder vorbereiten. Lehrergewerkschaften und Elternverbände diskutieren derweil die Auswirkungen auf den Schulalltag. Im Fokus der Debatte stehen Bedenken bezüglich einer möglichen Verdrängung menschlichen Personals sowie die Übernahme algorithmischer Vorurteile durch die eingesetzte Software. Der Schulbezirk plant, die Ergebnisse nach dem ersten Halbjahr auszuwerten.

Würdet ihr einen Roboter als Nachhilfelehrer für sinnvoll erachten oder stört euch die Vergangenheit des Herstellers? Teilt eure Meinung in den Kommentaren mit uns!

Zusammenfassung
  • Ein humanoider Roboter namens Sally hilft künftig an einer US-Schule
  • Die hohen Anschaffungskosten sorgen in der armen Region für Kritik
  • Der Entwickler Realbotix stellte früher auch lebensechte Sexpuppen her
  • Ein ergänzendes Digitalsystem hilft zu Hause in über 100 Sprachen
  • Aus Sicherheitsgründen läuft die Software in einem geschlossenen Netz
  • Gewerkschaften befürchten eine Verdrängung des menschlichen Personals

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