Polymarket: So dreist soll die Plattform die Nutzer betrügen
Gegen die Wettplattform Polymarket werden schwere Vorwürfe laut: Nach Recherchen des Wall Street Journal sollen zahlreiche Influencer in sozialen Netzwerken mit fingierten Handelsgeschäften und erfundenen Gewinnen für die Plattform geworben haben.
Laut der Untersuchung soll Polymarket Dutzende überwiegend junge Influencer dafür bezahlt haben, simulierte Geschäfte auf speziell erstellten Testseiten nachzustellen. Diese Seiten seien mit dem Original nahezu identisch gewesen. Ehemalige Beteiligte berichten, sie hätten monatlich zwischen 2000 (etwa 1840 Euro) und 3000 Dollar (etwa 2760 Euro) erhalten. Gleichzeitig seien sie angewiesen worden, ihre finanzielle Verbindung zu Polymarket nicht offenzulegen.
Um die Reichweite der Inhalte zu erhöhen, habe das Unternehmen zusätzlich ein Netzwerk von sogenannten "Clippers" eingesetzt. Diese sollten Videos massenhaft kopieren und erneut veröffentlichen. Interne Anweisungen hätten sogar verlangt, dass die Beiträge möglichst persönlich und spontan wirken. Hinweise auf Polymarket im Profilnamen der beteiligten Accounts seien ausdrücklich unerwünscht gewesen.
Heikel ist auch der Vorwurf, dass die Kampagne gezielt auf Nutzer in den USA abzielte. Dort darf Polymarket seine ursprüngliche Kryptoplattform seit einer Einigung mit den Behörden im Jahr 2022 offiziell nicht mehr anbieten. Dennoch könnten US-amerikanische Nutzer die Seite über virtuelle private Netzwerke (VPN) weiterhin erreichen.
Die Recherche zeigt zugleich, wie intensiv der Wettbewerb im boomenden Markt für Prognosewetten geworden ist. Polymarket versucht derzeit, gegenüber dem regulierten Konkurrenten Kalshi Marktanteile zurückzugewinnen - offenbar auch mit einer aggressiven Strategie in sozialen Medien.
Siehe auch:
Angebliche Mega-Gewinne
Im Mittelpunkt der Recherche steht unter anderem der Student George Makihara. In seinen Videos präsentierte er sich als erfolgreicher Nutzer der Plattform und zeigte angebliche Gewinne in teils sechsstelliger Höhe. So behauptete er im Januar, 100.000 Dollar (etwa 92.000 Euro) gewonnen zu haben, weil US-Präsident Donald Trump öffentlich das Wort "McDonald's" gesagt habe. Tatsächlich seien die gezeigten Wetten jedoch nie auf der echten Plattform platziert worden. Ein Einzelfall war das nicht.Laut der Untersuchung soll Polymarket Dutzende überwiegend junge Influencer dafür bezahlt haben, simulierte Geschäfte auf speziell erstellten Testseiten nachzustellen. Diese Seiten seien mit dem Original nahezu identisch gewesen. Ehemalige Beteiligte berichten, sie hätten monatlich zwischen 2000 (etwa 1840 Euro) und 3000 Dollar (etwa 2760 Euro) erhalten. Gleichzeitig seien sie angewiesen worden, ihre finanzielle Verbindung zu Polymarket nicht offenzulegen.
Um die Reichweite der Inhalte zu erhöhen, habe das Unternehmen zusätzlich ein Netzwerk von sogenannten "Clippers" eingesetzt. Diese sollten Videos massenhaft kopieren und erneut veröffentlichen. Interne Anweisungen hätten sogar verlangt, dass die Beiträge möglichst persönlich und spontan wirken. Hinweise auf Polymarket im Profilnamen der beteiligten Accounts seien ausdrücklich unerwünscht gewesen.
Heikel ist auch der Vorwurf, dass die Kampagne gezielt auf Nutzer in den USA abzielte. Dort darf Polymarket seine ursprüngliche Kryptoplattform seit einer Einigung mit den Behörden im Jahr 2022 offiziell nicht mehr anbieten. Dennoch könnten US-amerikanische Nutzer die Seite über virtuelle private Netzwerke (VPN) weiterhin erreichen.
Enormer Konkurrenzdruck
Polymarket wies die Vorwürfe auf Nachfrage des Wall Street Journals nicht direkt zurück und erklärte, man setze sich für faire und transparente Märkte ein. Das Unternehmen kündigte an, sämtliche laufenden Werbeinhalte umfassend überprüfen zu lassen. Beobachter verweisen jedoch darauf, dass US-Werberecht die Kennzeichnung bezahlter Empfehlungen verlangt und auch die Regeln für Prognosemärkte irreführende Praktiken untersagen.Die Recherche zeigt zugleich, wie intensiv der Wettbewerb im boomenden Markt für Prognosewetten geworden ist. Polymarket versucht derzeit, gegenüber dem regulierten Konkurrenten Kalshi Marktanteile zurückzugewinnen - offenbar auch mit einer aggressiven Strategie in sozialen Medien.
Zusammenfassung
- Das Wall Street Journal berichtet über Betrug bei der Plattform Polymarket
- Influencer bewarben fingierte Gewinne auf täuschend echten Testseiten nun
- Bezahlte Akteure sollten ihre finanzielle Verbindung zum Unternehmen geheim halten
- Polymarket zielte durch den Einsatz von VPN gezielt auf Kunden in den USA ab
- Das Unternehmen will alle Werbeinhalte einer gründlichen Prüfung unterziehen
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