Krypto-Wettplattform Polymarket:
Fast alle verlieren, wenige gewinnen
Die Prognoseplattform Polymarket verbindet das klassische Buchmacher-Geschäft mit Kryptowährungen und Börsen-Mechanismen. Im Kern geht es aber nur darum, vielen Nutzern das Geld aus der Tasche zu ziehen und es wenigen großen Playern zuzuschieben.
Die Plattform wirbt damit, dass Menschen mit ihren Einschätzungen zu politischen, wirtschaftlichen oder sportlichen Ereignissen Geld verdienen könnten. Nutzer kaufen dort Anteile auf den Ausgang bestimmter Ereignisse - etwa darauf, ob US-Vizepräsident JD Vance 2028 Präsidentschaftskandidat der Republikaner wird. Steigt die Wahrscheinlichkeit aus Sicht des Marktes, gewinnt der erworbene Anteil an Wert. Sinkt sie, drohen Verluste.
Eine Untersuchung des Finanzforschers Pat Akey und weiterer Wissenschaftler zeichnet nun jedoch ein deutlich anderes Bild als die Werbeversprechen. Den Daten zufolge hat seit dem Start von Polymarket im Jahr 2022 nur eine extrem kleine Minderheit dauerhaft profitiert. Gerade einmal 0,05 Prozent der Nutzer erzielten demnach den Großteil aller Gewinne.
Besonders auffällig: Rund 1200 Händler nahmen zusammen mehr als die Hälfte aller Profite ein, insgesamt 591 Millionen Dollar. Im Durchschnitt verdiente diese Gruppe jeweils mehr als 100.000 Dollar. Viele dieser erfolgreichen Akteure handelten offenbar hochprofessionell und führten teils automatisierte Transaktionen in enormem Umfang durch. Ein Nutzer soll allein seit Januar mit Wetten auf die Oscar-Verleihung rund drei Millionen Dollar verdient haben - verteilt auf mehr als eine Million einzelne Trades.
Die Preise auf Prognosemärkten entstehen durch Angebot und Nachfrage und nicht durch die Plattform selbst. Befürworter argumentieren deshalb, solche Märkte könnten kollektive Erwartungen besonders präzise abbilden. Wer glaubt, dass die allgemeine Einschätzung falsch liegt, kann versuchen, daraus Profit zu schlagen.
Laut den Forschern deutet vieles darauf hin, dass die erfolgreichsten Händler einen klaren Wissensvorsprung besitzen, etwa durch besondere Expertise, intensive Recherche oder möglicherweise sogar Insiderinformationen. Polymarket selbst beantwortete Fragen zu Verlustquoten seiner Nutzer bislang nicht.
Siehe auch:
Kombination aus Wettbüro und Börse
Nur ein Bruchteil der Nutzer verdient auf Polymarket tatsächlich Geld, wie eine Recherche der Washington Post jetzt zeigt. Eine neue Analyse macht deutlich: Während sehr viele Teilnehmer kleine Verluste hinnehmen müssen, streicht eine winzige Gruppe professioneller Händler den Großteil der Gewinne ein.Die Plattform wirbt damit, dass Menschen mit ihren Einschätzungen zu politischen, wirtschaftlichen oder sportlichen Ereignissen Geld verdienen könnten. Nutzer kaufen dort Anteile auf den Ausgang bestimmter Ereignisse - etwa darauf, ob US-Vizepräsident JD Vance 2028 Präsidentschaftskandidat der Republikaner wird. Steigt die Wahrscheinlichkeit aus Sicht des Marktes, gewinnt der erworbene Anteil an Wert. Sinkt sie, drohen Verluste.
Eine Untersuchung des Finanzforschers Pat Akey und weiterer Wissenschaftler zeichnet nun jedoch ein deutlich anderes Bild als die Werbeversprechen. Den Daten zufolge hat seit dem Start von Polymarket im Jahr 2022 nur eine extrem kleine Minderheit dauerhaft profitiert. Gerade einmal 0,05 Prozent der Nutzer erzielten demnach den Großteil aller Gewinne.
Besonders auffällig: Rund 1200 Händler nahmen zusammen mehr als die Hälfte aller Profite ein, insgesamt 591 Millionen Dollar. Im Durchschnitt verdiente diese Gruppe jeweils mehr als 100.000 Dollar. Viele dieser erfolgreichen Akteure handelten offenbar hochprofessionell und führten teils automatisierte Transaktionen in enormem Umfang durch. Ein Nutzer soll allein seit Januar mit Wetten auf die Oscar-Verleihung rund drei Millionen Dollar verdient haben - verteilt auf mehr als eine Million einzelne Trades.
Kaum Unterschied zu klassischen Wetten
Die meisten übrigen Teilnehmer verloren dagegen Geld, ähnlich häufig wie bei klassischen Online-Sportwetten. Das zeigen Vergleiche mit Daten der britischen Glücksspielaufsicht. Zwar seien die Verlustsummen oft relativ gering, doch die Aussicht auf dauerhafte Gewinne bleibe für normale Nutzer begrenzt.Die Preise auf Prognosemärkten entstehen durch Angebot und Nachfrage und nicht durch die Plattform selbst. Befürworter argumentieren deshalb, solche Märkte könnten kollektive Erwartungen besonders präzise abbilden. Wer glaubt, dass die allgemeine Einschätzung falsch liegt, kann versuchen, daraus Profit zu schlagen.
Laut den Forschern deutet vieles darauf hin, dass die erfolgreichsten Händler einen klaren Wissensvorsprung besitzen, etwa durch besondere Expertise, intensive Recherche oder möglicherweise sogar Insiderinformationen. Polymarket selbst beantwortete Fragen zu Verlustquoten seiner Nutzer bislang nicht.
Zusammenfassung
- Polymarket verbindet Krypto-Wetten mit Börsen-Mechaniken für Prognosen zu Ereignissen
- Seit 2022 haben nur 0,05 Prozent der Nutzer dauerhaft profitiert auf der Plattform
- Rund 1200 Händler nahmen zusammen mehr als die Hälfte aller Gewinne ein
- Diese Gruppe verdiente insgesamt 591 Millionen Dollar mit durchschnittlich über 100000 Dollar
- Ein einzelner Nutzer soll seit Januar mit Oscar-Wetten rund drei Millionen Dollar verdient haben
- Die meisten Teilnehmer verloren ähnlich häufig wie bei klassischen Online-Sportwetten
- Erfolgreiche Händler besitzen offenbar einen klaren Wissensvorsprung oder Insiderinformationen
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