Krypto-Börse Binance darf wohl ab Juli nicht mehr in der EU handeln

Die weltweit größte Krypto-Börse Binance darf womöglich schon bald nicht mehr in Europa tätig sein. Ein Antrag auf eine Zulassung nach den neuen europäischen Krypto-Regeln steht offenbar vor der Ablehnung.
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Lizenzantrag könnte scheitern

Hintergrund ist die neue EU-Vorschrift "Markets in Crypto-Assets" (MiCA), die einen einheitlichen Rechtsrahmen für die Kryptobranche schaffen soll. Unternehmen müssen bis Ende Juni eine entsprechende Lizenz erhalten, um ihre Angebote grenzüberschreitend innerhalb der EU fortführen zu können. Binance hatte seinen Antrag bei der griechischen Finanzaufsicht eingereicht. Nach Angaben von zwei mit dem Verfahren vertrauten Personen wird dieser jedoch voraussichtlich nicht genehmigt, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Eine Ablehnung hätte weitreichende Folgen. Ohne MiCA-Lizenz dürfte Binance ab Anfang Juli im gesamten EU-Binnenmarkt nicht mehr tätig sein. Unklar ist derzeit, wie sich dies auf die Kunden des Unternehmens in Europa auswirken würde. Binance erklärte nach Bekanntwerden der Berichte, man wolle einen geordneten Übergang unterstützen und mögliche Beeinträchtigungen für Nutzer möglichst gering halten.


Das Unternehmen betont zugleich, die Anforderungen der neuen Regulierung erfüllt zu haben. Ein Sprecher erklärte, Binance habe rund 18 Monate lang mit den zuständigen Behörden zusammengearbeitet und sei davon ausgegangen, dass der Antrag den regulatorischen Vorgaben entspreche. Vonseiten der griechischen Kapitalmarktaufsicht habe es bislang keine formelle Mitteilung gegeben, die auf eine gegenteilige Einschätzung hindeute. Die Behörde selbst äußerte sich unter Verweis auf Vertraulichkeitsregeln nicht zu dem laufenden Verfahren.

Schärfere Kontrolle

Die EU verschärft mit MiCA die Kontrolle über die Kryptoindustrie deutlich. Regulierungsbehörden sehen in dem milliardenschweren Markt seit Jahren Risiken für Anleger und die Stabilität der Finanzmärkte. Zukünftig können Unternehmen mit einer Zulassung in einem Mitgliedstaat ihre Dienste über ein sogenanntes Passporting-Verfahren in der gesamten EU anbieten.

Binance zählt nach eigenen Angaben weltweit rund 300 Millionen Nutzer. Das Unternehmen kündigte an, vor dem 30. Juni weitere Informationen zum Stand des Zulassungsverfahrens zu veröffentlichen. Zugleich warnte die Börse, Verzögerungen bei der Genehmigung könnten dazu führen, dass Handelsaktivitäten in andere Regionen außerhalb der EU verlagert werden.

Zusammenfassung
  • Binance droht ab Juli EU-weites Handelsverbot due to likely rejection of its MiCA application
  • Die Krypto-Börse reichte ihren Zulassungsantrag bei der griechischen Finanzaufsicht ein
  • Binance betont, die Anforderungen über 18 Monate mit Behörden gemeinsam erfüllt zu haben
  • Die neue EU-Verordnung MiCA schafft einheitliche Regeln für Kryptounternehmen in Europa
  • Binance hat nach eigenen Angaben weltweit etwa 300 Millionen Nutzer
  • Die Börse warnt vor Verlagerung von Handelsaktivitäten in Regionen außerhalb der EU

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