Gewaltiges Orbital-Rechenzentrum der "Starship-Klasse" angekündigt

Muon Space plant mit Condor-Ultra pfeilschnelle KI-Rechenzentren im Erdorbit. Allerdings verbrauchen die Anlagen im All enorme Strommengen. Auch die komplexe Kühlung der verbauten Nvidia-Chips bleibt eine große technische Hürde.
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Muon Space

Neue Satelliten für das All

Das kalifornische Raumfahrtunternehmen Muon Space plant für das Jahr 2028 den Start einer neuen Satellitenplattform namens Condor-Ultra. Die Hardware dient als Grundlage für zukünftige orbitale Rechenzentren in der niedrigen Erdumlaufbahn, dem sogenannten Low Earth Orbit, kurz LEO. Ziel ist es, gewaltige Datenmengen direkt im Weltraum zu verarbeiten, um Verzögerungen bei der Übertragung zur Erde zu minimieren.

Die neue Plattform fällt dreimal schwerer aus als das Vorgängermodell und liefert mit 20 Kilowatt eine deutlich höhere Basisleistung. Zukünftige Ausbaustufen sollen laut Herstellerangaben bis zu 100 Kilowatt erreichen. Mit einer Nutzfläche von über 18 Quadratmetern bietet das System Platz für rund 400 Kilogramm an Instrumenten.


Wie aus einer Mitteilung von Muon Space hervorgeht, liegt ein technischer Fokus auf der Integration von Hardware für Künstliche Intelligenz. Zum Einsatz kommt das Space-1 Vera Rubin Modul von Nvidia. Der Grafikprozessor soll komplexe Berechnungen direkt im Orbit durchführen und die Leistung bisheriger Chips übertreffen.

Vorteile und Herausforderungen

Für den reibungslosen Datenaustausch sorgt ein optisches Netzwerk zwischen den Satelliten mit einer Geschwindigkeit von 100 Gigabit pro Sekunde. Eine dauerhafte Verbindung zum Bodennetzwerk wird parallel über das Starlink-System sichergestellt. Zu den Hauptvorteilen des Konzepts zählen reduzierte Latenzzeiten durch die lokale Verarbeitung sowie eine geringere Bandbreitenbelastung bei der Datenübertragung zur Erde.

Gleichzeitig bringt der Betrieb im All spezifische Anforderungen mit sich. Ein hoher Strombedarf für die leistungsstarken Chips und die aufwendige Kühlung der Systeme stellen technische Hürden dar. Zudem besteht vorerst eine Abhängigkeit von der pünktlichen Fertigstellung neuer Trägerraketen, um die geplanten Nutzlasten wirtschaftlich in den Orbit zu befördern.

Um die Produktionskosten niedrig zu halten, fertigt der Hersteller 95 Prozent der Komponenten selbst. Eine neue Fabrik in San José soll künftig bis zu 500 Satelliten pro Jahr herstellen. Durch die vertikale Integration möchte das Unternehmen die Abhängigkeit von externen Zulieferern reduzieren und über den gesamten Lebenszyklus eine konstante Qualität gewährleisten.

Da sich die präferierte Schwerlastrakete Starship von SpaceX noch in der Entwicklung befindet, ist das Condor-Ultra-System für den Start übergangsweise anpassungsfähig konzipiert. Es ist mit aktuellen mittelschweren Trägerraketen wie der Falcon 9 oder der Neutron von Rocket Lab kompatibel. Der erste reguläre Flug der Plattform ist für das Jahr 2028 angesetzt.

Was haltet ihr von Rechenzentren im Weltraum? Teilt eure Gedanken und Bedenken dazu gerne mit uns in den Kommentaren!

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