FSD-Konkurrent: BYD zahlt, wenn die Selbstfahrfunktion einen Crash hat

Wer haftet bei Unfällen mit autonomen Fahrsystemen? Ein großer Autobauer ändert nun die Spielregeln und übernimmt bei Crashs die volle Verantwortung. Der Schritt setzt die Konkurrenz, allen voran Tesla, stark unter Druck - birgt aber auch finanzielle Risiken.
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BYD übernimmt Haftung bei Unfällen

Nimm das, Tesla: Der chinesische Automobilhersteller BYD übernimmt ab sofort die finanzielle Haftung für Unfälle, die durch das hauseigene Fahrassistenzsystem Gods Eye verursacht werden. Die Regelung gilt vorerst für den chinesischen Markt und greift, sobald Fahrer die städtische Navigationsfunktion vorschriftsmäßig nutzen. Damit beantwortet das Unternehmen die juristische Frage nach der Schuld bei automatisierten Fahrten und nimmt den Fahrer aus der direkten Verantwortung.

Die Konditionen der Versicherungsabdeckung fallen weitreichend aus. Es existiert keine Obergrenze für Auszahlungen. Abgedeckt sind Reparaturen am eigenen Fahrzeug, Sachschäden bei Dritten sowie Personenschäden. Käufer müssen keine separate Zusatzversicherung abschließen, um den Schutz zu erhalten. Zudem führt ein regulierter Schadenfall nicht zu höheren Beiträgen bei der regulären Kfz-Versicherung im Folgejahr. Das Angebot gilt zunächst für ein Jahr ab Auslieferung des Wagens oder nach einem entsprechenden Software-Update.


Wie CarNewsChina berichtet, kostet das Gods-Eye-B-System als Einmalkauf 12.000 Yuan oder umgerechnet rund 1500 Euro. Konkurrent Tesla verlangt für sein System, das in China als Tesla Assisted Driving vermarktet wird, umgerechnet rund 8000 Euro. Es kann noch teurer werden: Tesla schließt eine eigene Haftung nämlich konsequent aus und sieht die Nutzer in der Pflicht, jederzeit die Kontrolle über das Fahrzeug zu behalten.

Trotz der weitreichenden Garantien handelt es sich bei den aktuellen Angeboten weiterhin um Assistenzsysteme der Stufe 2. Fahrer müssen das Geschehen im Straßenverkehr stets aufmerksam verfolgen. Ein Nachteil der neuen Police ist die strenge Beschränkung auf eine vorschriftsmäßige Nutzung. Das erfordert im Streitfall genaue Datenanalysen der Fahrzeughistorie. Dennoch erhofft sich BYD durch den gewährten Vertrauensvorschuss eine intensivere Nutzung der Assistenzfunktionen durch die Kunden.

Daten sammeln für die Zukunft

Ein Team aus 5000 Entwicklern arbeitet an der Software, die auf Daten von über 3,15 Millionen Fahrzeugen zurückgreift. Das Unternehmen investiert rund 127 Millionen Euro in die Forschung zur intelligenten Fahrassistenz. Die vernetzte Fahrzeugflotte generiert täglich Millionen von Kilometern an realen Fahrdaten, die direkt in die Weiterentwicklung der Systeme fließen.

Eine ähnliche Haftungsübernahme für ein automatisches Parksystem führte in der Vergangenheit bereits zu einem starken Anstieg der Nutzungsrate von 21 auf 93 Prozent. Das umfangreich gesammelte Datenmaterial hilft BYD nun dabei, die künstliche Intelligenz gezielt für künftige Systeme der Stufe vier im autonomen Fahren zu trainieren und die Fehlerquote zu minimieren.

Würdet ihr einem Assistenzsystem mehr vertrauen, wenn der Hersteller bei Fehlern zahlt? Teilt eure Gedanken und Bedenken gerne mit uns in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • BYD übernimmt in China die Haftung bei Unfällen mit dem Gods Eye System
  • Die Versicherung deckt Sachschäden sowie Personenschäden ohne Limit ab
  • Mit rund 1500 Euro ist die Software wesentlich günstiger als bei Tesla
  • Trotz der Garantie müssen Fahrer das Verkehrsgeschehen aktiv überwachen
  • Durch das Angebot will der Konzern die Nutzung seiner Assistenz steigern
  • Gesammelte Fahrdaten dienen der Entwicklung von Systemen der Stufe vier

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