Samsung: Letzte Gespräche gescheitert - großer Streik ab morgen?
Die letzte Option, einen großen Streik in der Halbleitersparte bei Samsung Electronics zu verhindern, ist am heutigen Vormittag (Ortszeit) gescheitert. Zehntausende Beschäftigte in Südkorea werden daher ab morgen die Arbeit niederlegen.
Die Gewerkschaften kündigten daraufhin an, den geplanten Ausstand wie vorgesehen durchzuführen. Gleichzeitig betonten sie, auch während des Streiks weiterhin gesprächsbereit zu bleiben. Samsung zeigte sich zwar enttäuscht über den Abbruch der Verhandlungen, machte jedoch die "überzogenen Forderungen" der Arbeitnehmerseite verantwortlich.
Im Mittelpunkt des Konflikts steht die Verteilung leistungsabhängiger Boni in der Halbleitersparte des Konzerns. Die Gewerkschaften verlangen, dass 15 Prozent des operativen Gewinns des Konzerns für Bonuszahlungen reserviert werden. Zudem fordern sie eine gleichmäßigere Verteilung innerhalb der Chip-Sparte, auch für Bereiche, die derzeit Verluste schreiben. Das Unternehmen lehnt dies ab und argumentiert, ein solcher Schritt würde das Prinzip leistungsorientierter Vergütung untergraben.
Nach Gewerkschaftsangaben haben mehr als 47.000 Mitglieder ihre Teilnahme am Streik zugesagt. Zwar ordnete ein Gericht an, dass sicherheitsrelevante Bereiche und Maßnahmen zum Schutz der empfindlichen Wafer-Produktion weiter besetzt bleiben müssen, dennoch rechnen Branchenexperten mit erheblichen Folgen für die Lieferketten.
Dass die Werke morgen allerdings wirklich stillstehen, ist noch nicht ganz entschieden. Die Regierung erwägt immerhin den Einsatz einer sogenannten Notfall-Schlichtung. Dieses Instrument würde den Streik zunächst für 30 Tage aussetzen und beide Seiten zu einem verbindlichen Schlichtungsverfahren verpflichten. Eine solche Maßnahme kann die Regierung ergreifen, wenn zu befürchten ist, dass ein Streik größere Schäden für die gesamte Volkswirtschaft des Landes verursachen kann, was bei der Dominanz Samsungs in Südkorea durchaus möglich ist.
Die wirtschaftlichen Risiken gelten als enorm: Branchenvertreter schätzen die möglichen Verluste auf umgerechnet mehrere hundert Millionen Dollar pro Streiktag. Besonders kritisch wäre der Arbeitskampf zudem für den globalen Speicherchipmarkt, da Produktionsausfälle bei Samsung Konkurrenten wie SK Hynix oder Micron Technology stärken und die Preise für DRAM-Speicher deutlich steigen lassen könnten.
Siehe auch:
47.000 Beschäftigte sind kampfbereit
Wie Gewerkschaftschef Choi Seung-ho laut der Korea Times erklärte, endeten die Gespräche am Mittwochvormittag ohne Ergebnis. Die Verhandlungen waren seit Montag unter Vermittlung der staatlichen Arbeitskommission geführt worden. Nach Angaben der Gewerkschaften hätten die Arbeitnehmer einem Vermittlungsvorschlag bereits zugestimmt, während das Unternehmen weitere Bedenkzeit verlangt habe. Schließlich habe die Kommission die Gespräche beendet, da Samsung keine klare Position vorgelegt habe.Die Gewerkschaften kündigten daraufhin an, den geplanten Ausstand wie vorgesehen durchzuführen. Gleichzeitig betonten sie, auch während des Streiks weiterhin gesprächsbereit zu bleiben. Samsung zeigte sich zwar enttäuscht über den Abbruch der Verhandlungen, machte jedoch die "überzogenen Forderungen" der Arbeitnehmerseite verantwortlich.
Im Mittelpunkt des Konflikts steht die Verteilung leistungsabhängiger Boni in der Halbleitersparte des Konzerns. Die Gewerkschaften verlangen, dass 15 Prozent des operativen Gewinns des Konzerns für Bonuszahlungen reserviert werden. Zudem fordern sie eine gleichmäßigere Verteilung innerhalb der Chip-Sparte, auch für Bereiche, die derzeit Verluste schreiben. Das Unternehmen lehnt dies ab und argumentiert, ein solcher Schritt würde das Prinzip leistungsorientierter Vergütung untergraben.
Nach Gewerkschaftsangaben haben mehr als 47.000 Mitglieder ihre Teilnahme am Streik zugesagt. Zwar ordnete ein Gericht an, dass sicherheitsrelevante Bereiche und Maßnahmen zum Schutz der empfindlichen Wafer-Produktion weiter besetzt bleiben müssen, dennoch rechnen Branchenexperten mit erheblichen Folgen für die Lieferketten.
Greift die Regierung ein?
Berichten zufolge hätten bereits internationale Kunden nach möglichen Auswirkungen auf die Chipversorgung gefragt. In Branchenkreisen kursieren zudem Gerüchte, wonach Nvidia möglicherweise keine während des Streiks gefertigten Produkte akzeptieren könnte.Dass die Werke morgen allerdings wirklich stillstehen, ist noch nicht ganz entschieden. Die Regierung erwägt immerhin den Einsatz einer sogenannten Notfall-Schlichtung. Dieses Instrument würde den Streik zunächst für 30 Tage aussetzen und beide Seiten zu einem verbindlichen Schlichtungsverfahren verpflichten. Eine solche Maßnahme kann die Regierung ergreifen, wenn zu befürchten ist, dass ein Streik größere Schäden für die gesamte Volkswirtschaft des Landes verursachen kann, was bei der Dominanz Samsungs in Südkorea durchaus möglich ist.
Die wirtschaftlichen Risiken gelten als enorm: Branchenvertreter schätzen die möglichen Verluste auf umgerechnet mehrere hundert Millionen Dollar pro Streiktag. Besonders kritisch wäre der Arbeitskampf zudem für den globalen Speicherchipmarkt, da Produktionsausfälle bei Samsung Konkurrenten wie SK Hynix oder Micron Technology stärken und die Preise für DRAM-Speicher deutlich steigen lassen könnten.
Zusammenfassung
- Letzte Verhandlungen zwischen Samsung und Gewerkschaften endgültig gescheitert
- Arbeitsniederlegung in der Halbleitersparte ab morgen mit 47200 Teilnehmern geplant
- Gewerkschaften fordern 15 Prozent des operativen Gewinns als Bonus
- Samsung lehnt diese Forderung als überzogen und systemwidrig ab
- Internationale Kunden erkundigen sich bereits nach möglichen Lieferauswirkungen
- Experten warnen vor Schäden in Milliardenhöhe für die Weltwirtschaft
- Die Regierung erwägt eine Notfall-Schlichtung mit 30-tägiger Aussetzung
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