Außer Kontrolle geratene SpaceX-Rakete könnte auf den Mond stürzen

Ein außer Kontrolle geratenes Raketenteil von SpaceX wird voraussichtlich im Sommer auf dem Mond einschlagen - ohne Risiko für Menschen, aber mit deutlicher Symbolkraft für das wachsende Problem von Weltraumschrott.
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Ausrangierte Falcon-9-Stufe auf Kollisionskurs

Nach aktuellen Berechnungen des Astronomen Bill Gray steuert die ausgebrannte Oberstufe einer Falcon-9-Rakete auf einen Einschlag am 5. August 2026 zu. Der Aufprall soll in der Nähe des Einstein-Kraters auf der erdzugewandten Seite des Mondes stattfinden (via Futurism).

Die rund 13,8 Meter lange Raketenstufe stammt von einem Start vom Januar 2025, bei dem zwei Mondlander - Fireflys Blue Ghost und ispace Hakuto-R - ins All gebracht wurden.


Seit dem Start läuft das Stufentrümmerteil auf einer langgestreckten Bahn in Erdnähe, die grob der Mondumlaufbahn folgt. Seither hat man das Objekt noch mehr als 1000 Mal erfasst, was eine recht genaue Bahnbestimmung ermöglicht.

Präzise Vorhersage

Demnach wird die Oberstufe den Mond mit einer Geschwindigkeit von rund 8700 Kilometern pro Stunde treffen. Die Berechnungen stützen sich auf Grays Software Project Pluto, mit der eigentlich erdnahe Asteroiden verfolgt werden.

Die Bahn des Raketenteils wird im Wesentlichen durch die Gravitation von Erde, Mond, Sonne und Planeten bestimmt, die Astronomen heute sehr genau modellieren können.

Sonnenlicht übt zusätzlich einen leichten Strahlungsdruck aus, der das trudelnde Objekt minimal "anschubst", diese Effekte reichen aber laut Gray nicht aus, um den vorhergesagten Einschlagzeitpunkt grob zu verändern.

Geschichte der Falcon 9

  • 2010
    Juni 2010
    Erster Falcon-9-Start - Beginn der Einsatzhistorie der Trägerrakete von SpaceX.
  • 2012
    Oktober 2012
    Erste ISS-Versorgungsmission mit Falcon 9 und Dragon-Kapsel.
  • 2015
    Dezember 2015
    Erste erfolgreiche Landung einer Falcon-9-Erststufe nach der Mission ORBCOMM-2 - Meilenstein für wiederverwendbare Raumfahrt.
  • 2017
    März 2017
    Erste Wiederverwendung einer bereits gelandeten Erststufe bei der Mission SES-10.
  • 2018
    Mai 2018
    Erstflug der leistungsgesteigerten Block-5-Variante der Falcon 9 mit der Mission Bangabandhu-1.
  • 2020
    2020
    Erster bemannter Orbitalflug mit der Falcon 9: Crew Dragon Demo-2 bringt NASA-Astronauten zur ISS.
  • 2025
    2025/2026
    Die Falcon 9 überschreitet die Marke von 600 Starts und festigt damit ihre Stellung als meistgeflogene Orbitalrakete der Geschichte.

Wissenschaftler sind noch bei der Untersuchung

Die Prognose ist noch nicht wissenschaftlich bestätigt, Gray zeigt sich aber dennoch sehr sicher, was Zeitpunkt und Aufschlagregion angeht.

Beim Einschlag dürfte ein neuer, einige Dutzend Meter großer Krater entstehen, der später von Mondsonden kartiert werden könnte. Für die Forschung sind solche künstlichen Einschläge interessant, weil sich daraus Rückschlüsse auf die Beschaffenheit des Untergrunds und die Ausbreitung von ausgeworfenem Material ziehen lassen. NASA: Bilder der Luna-25 AbsturzstelleVorher/Nachher: Der neue Luna-25-Krater Russland war mit seiner Mond-Mission Luna-25 gescheitert und auf der Oberfläche unseres Trabanten aufgeschlagen.

Schon 2022 hatte Gray korrekt vorhergesagt, dass eine andere ausrangierte Oberstufe den Mond treffen würde; später stellte sich heraus, dass es sich nicht um eine Falcon-9-Stufe, sondern um die Oberstufe der chinesischen Mission Chang'e 5-T1 handelte. Der Einschlag sorgte damals für einen ungewöhnlichen Doppelkrater.

Wie sollte die Raumfahrtbranche deiner Meinung nach mit solchen ausgedienten Raketenstufen umgehen - reicht es, wenn sie "nur" sicher sind, oder braucht es strengere Vorgaben zum Schutz des Mondes?

Zusammenfassung
  • SpaceX-Raketenteil soll am 5. August 2026 auf dem Mond einschlagen
  • Falcon-9-Oberstufe vom Januar 2025 rast auf den Mond zu
  • Die Rakete soll in der Nähe des Einstein-Kraters einschlagen
  • Mit 8700 km/h wird ein neuer Krater entstehen
  • Bill Grays Project Pluto berechnete die Flugbahn
  • Sonnenlicht beeinflusst den berechneten Einschlagzeitpunkt leicht
  • Astronom Bill Gray verfolgte das Objekt über tausendmal genau

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