Internetzensur im Iran: Aktivisten umgehen Sperren mit cleverem Hack
Im Iran blockiert die Regierung seit Kriegsbeginn weite Teile des Internets. Um das zu umgehen, nutzen Aktivisten jetzt eine einfallsreiche Methode. Sie verstecken große Datenpakete für die Bevölkerung in gewöhnlichen Satelliten-TV-Signalen.
Der Name Toosheh stammt aus dem Persischen und bedeutet Rucksack. Die Technik macht sich den Umstand zunutze, dass Satellitenschüsseln im Iran trotz offizieller Verbote weitverbreitet sind. Das System 'hackt' die Technologie und verpackt Dateien in den sogenannten MPEG-Transportstrom. Dabei handelt es sich um ein Format, das normalerweise verschiedene Audio- und Videospuren eines Fernsehsenders bündelt.
Wie IEEE Spectrum berichtet, erkennt ein normaler Receiver keinen Unterschied zwischen regulären Fernsehbildern und den eingeschmuggelten Daten. Nutzer empfangen so täglich ein bis fünf Gigabyte an kuratierten Inhalten. Dazu gehören Nachrichten, Anleitungen für Erste Hilfe oder Software zur Umgehung von Zensurmaßnahmen.
Die einseitige Übertragung ist gleichzeitig der größte Nachteil, da Nutzer keine eigenen Nachrichten versenden können. Zudem sind die Betriebskosten extrem hoch. Nötige Satellitenkapazitäten kosten monatlich etwa 50.000 US-Dollar (etwa 43.000 Euro). Nachdem staatliche US-Fördermittel im August 2025 ausliefen, ist das Projekt derzeit vollständig auf private Spenden angewiesen.
Für die Endanwender fallen hingegen kaum Kosten an. Die benötigte Hardware aus Satellitenschüssel und Receiver ist im Iran für unter 50 US-Dollar (etwa 43 Euro) erhältlich. Mithilfe einer DVB-Karte, die das TV-Signal für den Computer lesbar macht, oder einer entsprechenden Software lassen sich die Datenpakete extrahieren und lokal speichern.
Was haltet ihr von dieser Methode, die staatliche Zensur zu umgehen? Nutzt die Kommentarfunktion und teilt uns eure Meinung zu dem Projekt mit!
Siehe auch:
Daten aus dem Weltall
Nachdem der Iran schon einmal im Juni vergangenen Jahres das Internet komplett blockiert hatte, ist das Land seit Anfang 2026 erneut offline. Selbst das schwer blockierbare Satelliteninternet Starlink wird offenbar effektiv gestört. Um die rund 90 Millionen Einwohner weiterhin mit unzensierten Informationen zu versorgen, setzt die gemeinnützige Organisation NetFreedom Pioneers jetzt auf das System Toosheh. Das überträgt digitale Inhalte clever versteckt über herkömmliche Satellitenfernsehsignale direkt in die Haushalte.Der Name Toosheh stammt aus dem Persischen und bedeutet Rucksack. Die Technik macht sich den Umstand zunutze, dass Satellitenschüsseln im Iran trotz offizieller Verbote weitverbreitet sind. Das System 'hackt' die Technologie und verpackt Dateien in den sogenannten MPEG-Transportstrom. Dabei handelt es sich um ein Format, das normalerweise verschiedene Audio- und Videospuren eines Fernsehsenders bündelt.
Wie IEEE Spectrum berichtet, erkennt ein normaler Receiver keinen Unterschied zwischen regulären Fernsehbildern und den eingeschmuggelten Daten. Nutzer empfangen so täglich ein bis fünf Gigabyte an kuratierten Inhalten. Dazu gehören Nachrichten, Anleitungen für Erste Hilfe oder Software zur Umgehung von Zensurmaßnahmen.
Schutz vor Störsendern
Ein großer Vorteil der Methode ist die Anonymität. Da es sich um eine reine Einwegkommunikation handelt, hinterlassen die Empfänger keine nachverfolgbaren Datenspuren. Um gezielte Störsignale der Behörden auszugleichen, sendet das System zusätzliche Fehlerkorrekturdaten mit. Die Technik funktioniert ähnlich wie bei einem RAID-System zur Datensicherung und ermöglicht es, beschädigte Dateien wiederherzustellen.Die einseitige Übertragung ist gleichzeitig der größte Nachteil, da Nutzer keine eigenen Nachrichten versenden können. Zudem sind die Betriebskosten extrem hoch. Nötige Satellitenkapazitäten kosten monatlich etwa 50.000 US-Dollar (etwa 43.000 Euro). Nachdem staatliche US-Fördermittel im August 2025 ausliefen, ist das Projekt derzeit vollständig auf private Spenden angewiesen.
Für die Endanwender fallen hingegen kaum Kosten an. Die benötigte Hardware aus Satellitenschüssel und Receiver ist im Iran für unter 50 US-Dollar (etwa 43 Euro) erhältlich. Mithilfe einer DVB-Karte, die das TV-Signal für den Computer lesbar macht, oder einer entsprechenden Software lassen sich die Datenpakete extrahieren und lokal speichern.
Regierung braucht Satellitenfernsehen
Das Projekt NetFreedom Pioneers wurde von iranischen Auswanderern in Kalifornien gegründet. Die Initiatoren erkannten früh, dass klassische VPN-Dienste bei einer vollständigen Abschaltung der Internetinfrastruktur nutzlos sind. Satellitenfernsehen hingegen lässt sich von der Regierung kaum flächendeckend blockieren, ohne die eigene Propagandaverbreitung zu stören. Deshalb bleibt Toosheh ein wichtiges Werkzeug für die Zivilgesellschaft im Iran.Was haltet ihr von dieser Methode, die staatliche Zensur zu umgehen? Nutzt die Kommentarfunktion und teilt uns eure Meinung zu dem Projekt mit!
Zusammenfassung
- Iran blockiert seit Anfang 2026 weite Teile des Internets für die Bevölkerung
- Die Organisation NetFreedom Pioneers nutzt das System Toosheh zur Umgehung
- Toosheh bedeutet Rucksack auf Persisch und versteckt Daten in TV-Signalen
- Die Anonymität der Nutzer ist ein großer Vorteil der Einwegkommunikation
- Monatliche Betriebskosten belaufen sich auf etwa 50.000 US-Dollar
- Seit August 2025 ist das Projekt vollständig auf private Spenden angewiesen
- Die benötigte Hardware kostet im Iran weniger als 50 US-Dollar
- Das Projekt wurde von iranischen Auswanderern in Kalifornien gegründet
Siehe auch:
- Amazon Logistikaufschlag: Online-Handel wird durch Irankrieg teurer
- Helium-Mangel: Iran-Krieg bedroht massiv den weltweiten KI-Ausbau
- Iran-Krieg: Erste Airlines streichen Flüge wegen Treibstoffmangels
- Iran-Krieg bringt zunehmend auch die Chip-Produktion ins Stocken
- Iran-Krieg verschärft die Speicherknappheit jetzt durch Rohstoffmangel
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