Iran-Krieg bringt zunehmend auch die Chip-Produktion ins Stocken
Der Krieg im Nahen Osten führt nicht nur zu einer Vernappung von Erdöl, Erdgas und Grundstoffen für Düngemittel. Auch das für die Halbleiter-Produktion wichtige Helium kommt nicht mehr in ausreichendem Maße in den Fertigungszentren an.
"Ein Heliumengpass ist definitiv ein ernstes Problem", erklärte Branchenberater Cameron Johnson am Rande der Halbleitermesse in Shanghai. Unternehmen hätten kurzfristig nur begrenzte Handlungsmöglichkeiten. Dazu zählten vor allem eine Drosselung der Produktion oder die Fokussierung auf besonders wichtige Produkte. Viele Firmen setzten darauf, dass sich die Lage rasch stabilisiert.
Sollte der Engpass länger anhalten, drohen weitreichende Folgen: Produktionskürzungen könnten nicht nur die Elektronikindustrie treffen, sondern auch die Automobilbranche und Hersteller von Smartphones. "Wenn die Chipproduktion ins Stocken gerät, wird sich das in zahlreichen Endprodukten bemerkbar machen", so der Experte.
Die Störungen beschränken sich jedoch nicht nur auf Helium. Auch andere Lieferketten mit Bezug zur Region geraten unter Druck. So berichtete ein Manager eines internationalen Ausrüsters, dass sich Lieferungen von Rohmaterialien aus Israel verzögerten. Dies verlängere die Durchlaufzeiten und wirke sich letztlich auch auf Kunden aus. Auch ein Vertreter eines großen französischen Industriegasekonzerns warnte vor kurzfristigen Engpässen bei Helium. Insgesamt zeigt sich, wie stark globale Hightech-Produktionen von stabilen Lieferketten abhängen - und wie schnell geopolitische Krisen diese ins Wanken bringen können.
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Ohne Helium läuft nichts
Helium spielt eine zentrale Rolle in der Chipfertigung, etwa bei Kühlprozessen, der Lecksuche sowie in hochpräzisen Produktionsschritten. Seit Beginn der Krise sind die Preise für das Edelgas deutlich gestiegen. Da Helium überwiegend als Nebenprodukt der Erdgasförderung anfällt und die Produktion geografisch stark konzentriert ist, wirken sich Störungen besonders schnell auf den Weltmarkt aus. Allein Katar deckt rund ein Drittel des globalen Angebots, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet."Ein Heliumengpass ist definitiv ein ernstes Problem", erklärte Branchenberater Cameron Johnson am Rande der Halbleitermesse in Shanghai. Unternehmen hätten kurzfristig nur begrenzte Handlungsmöglichkeiten. Dazu zählten vor allem eine Drosselung der Produktion oder die Fokussierung auf besonders wichtige Produkte. Viele Firmen setzten darauf, dass sich die Lage rasch stabilisiert.
Sollte der Engpass länger anhalten, drohen weitreichende Folgen: Produktionskürzungen könnten nicht nur die Elektronikindustrie treffen, sondern auch die Automobilbranche und Hersteller von Smartphones. "Wenn die Chipproduktion ins Stocken gerät, wird sich das in zahlreichen Endprodukten bemerkbar machen", so der Experte.
Lieferketten sind fragil
Ein Vertriebsleiter eines Schweizer Halbleiterzulieferers bestätigte, dass die Versorgungslage bereits jetzt konkrete Auswirkungen auf die Produktion habe. Neben der eigentlichen Knappheit erschwerten auch Verzögerungen beim Transport die Situation zusätzlich. Das Unternehmen prüft daher alternative Bezugsquellen, unter anderem in den USA.Die Störungen beschränken sich jedoch nicht nur auf Helium. Auch andere Lieferketten mit Bezug zur Region geraten unter Druck. So berichtete ein Manager eines internationalen Ausrüsters, dass sich Lieferungen von Rohmaterialien aus Israel verzögerten. Dies verlängere die Durchlaufzeiten und wirke sich letztlich auch auf Kunden aus. Auch ein Vertreter eines großen französischen Industriegasekonzerns warnte vor kurzfristigen Engpässen bei Helium. Insgesamt zeigt sich, wie stark globale Hightech-Produktionen von stabilen Lieferketten abhängen - und wie schnell geopolitische Krisen diese ins Wanken bringen können.
Zusammenfassung
- Der Iran-Krieg gefährdet die weltweite Halbleiter-Produktion erheblich
- Helium ist für Chipfertigung bei Kühlung und Lecksuche unverzichtbar
- Katar deckt rund ein Drittel des globalen Heliumangebots allein ab
- Branchenberater warnt vor ernstem Engpass bei wichtigem Edelgas Helium
- Firmen drosseln Produktion oder fokussieren sich auf wichtige Produkte
- Automobilbranche und Smartphone-Hersteller könnten ebenfalls betroffen sein
- Geopolitische Krisen zeigen die Verwundbarkeit globaler Lieferketten auf
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