Verzweifelter Bastler 'repariert' defekte GPU mit verrücktem alten Trick

Eine defekte Grafikkarte ist oft ein Fall für den Elektroschrott. Ein ungewöhnlicher Trick mit dem heimischen Backofen kann die Hardware jedoch wiederbeleben. Das berichtet jetzt ein Nutzer mit einer vormals defekten Radeon RX 6700 XT.
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AMD

Radeon-Grafikkarte im Backofen

Wenn eine Grafikkarte ihren Dienst verweigert, probieren Bastler oft alles aus. Ein Beispiel dafür liefert jetzt ein Reddit-Nutzer mit einer defekten AMD Radeon RX 6700 XT. Nachdem herkömmliche Reparaturversuche alle fehlschlugen, griff er im letzten Versuch zu einer unkonventionellen Methode. Die GPU landete kurzerhand bei 188 Grad Celsius für zwölf Minuten im heimischen Backofen.

Die ungewöhnliche Maßnahme führte angeblich zum Erfolg. Nach dem Abkühlen und dem erneuten Einbau in den Computer funktionierte die Hardware wieder einwandfrei. Der einzige feststellbare Nachteil war eine leichte Ausdehnung der Wärmeleitpaste auf den Speichermodulen, was zu einer kleinen Wölbung an der Rückseite führte.


Warum das funktioniert

Wie der Nutzer AF-Newb in seinem Beitrag auf Reddit berichtet, war der Ofen der letzte Ausweg. Die Idee hinter dem Erhitzen von Elektronik ist in der IT-Welt jedoch nicht neu sondern seit Langem bekannt. In der Theorie können im Ofen kleine gebrochene Lötstellen wieder repariert werden. Durch die hohen Temperaturen schmilzt der Zinn auf der Platine und verbindet Komponenten wieder neu.

Ein bekanntes Beispiel aus der Vergangenheit ist die Nvidia GeForce 8800 GTX. Die Karte war für ihre enorme Leistung, aber auch für eine hohe Hitzeentwicklung berüchtigt. Durch den ständigen Wechsel zwischen Erhitzen beim Spielen und Abkühlen nach dem Ausschalten brachen in seltenen Fällen kleine Lötverbindungen. Viele Bastler erhitzten die Hardware damals ebenfalls und konnten so die Lebensdauer ihrer GPU verlängern. Radeon RX 6700 XT: Reparatur im BackofenDie für den Backofen präparierte Platine der RX 6700 XT Vor dem Gang in die Küche müssen Bastler die Karte jedoch komplett zerlegen. Der Kühler, alle Plastikteile und die Wärmeleitpads müssen zwingend entfernt werden, da sie bei 188 Grad Celsius schmelzen würden. Nur die nackte Platine darf in den Ofen.

Risiken und Haltbarkeit

Trotz erfolgreicher Berichte raten Fachleute dringend davon ab, solche Experimente in der eigenen Küche oder an anderen Orten durchzuführen. Wer Elektronik erhitzt, geht verschiedene Risiken ein, die nicht ignoriert werden sollten.

  • Giftige Dämpfe: Schmelzendes Plastik und erhitzte Metalle geben gesundheitsschädliche Gase ab.
  • Kontamination: Der Backofen sollte danach nicht mehr für die Zubereitung von Lebensmitteln genutzt werden.
  • Totalschaden: Zu hohe Temperaturen können wichtige Bauteile auf der Leiterplatte unwiderruflich beschädigen.

Oftmals handelt es sich bei dem Verfahren mit Hitze zudem nur um eine temporäre Lösung. Anwender nutzen den Trick meist nur, um die Hardware noch ein letztes Mal zum Laufen zu bringen. Sobald die Grafikkarte wieder den normalen Temperaturschwankungen im Betrieb ausgesetzt ist, brechen die reparierten Lötstellen häufig erneut auf. Eine wirkliche Lösung ist das 'Backen' der eigenen GPU also nicht. Trotzdem bleibt es ein kurioses Verfahren, das immer wieder erstaunt.

Habt ihr schon einmal defekte Hardware mit ungewöhnlichen Methoden wieder zum Laufen gebracht? Teilt eure Erfahrungen in den Kommentaren und lasst uns diskutieren!

Zusammenfassung
  • Ein Nutzer reparierte seine defekte Radeon RX 6700 XT im Backofen
  • Die GPU wurde bei 188 Grad Celsius für zwölf Minuten erhitzt
  • Durch die Hitze können gebrochene Lötstellen wieder verbunden werden
  • Vor dem Erhitzen müssen Kühler, Plastikteile und Wärmeleitpads entfernt werden
  • Giftige Dämpfe und Kontamination des Backofens sind ernste Risiken
  • Das Verfahren ist meist nur eine temporäre Lösung für kurze Zeit
  • Fachleute raten dringend davon ab, solche 'Reparaturen' durchzuführen

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