DESI-Projekt rüttelt an der Grundannahme der Kosmologie

Das Weltraumprojekt DESI hat tief in die Geschichte unseres Universums geblickt und dabei mehr als 47 Millionen Galaxien erfasst. Erste Analysen der Daten rütteln nun an einer bisherigen Grundannahme der physikalischen Kosmologie.
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Galaxien als Punkte im Raum

Das Projekt Dark Energy Spectroscopic Instrument, kurz DESI, hat seine fünfjährige Himmelsdurchmusterung beendet. Das Resultat ist die umfangreichste dreidimensionale Karte des Kosmos, die jemals erstellt wurde. In der Darstellung repräsentiert jeder einzelne Punkt eine komplette Galaxie, wodurch die großräumige Struktur des Universums sichtbar wird.

Das Forschungsteam erfasste dabei mehr als 47 Millionen Galaxien und Quasare sowie 20 Millionen Sterne. Ursprünglich war die Erfassung von lediglich 34 Millionen astronomischen Objekten geplant. Für die Aufgabe wurde das vier Meter große Nicholas U. Mayall Teleskop am Kitt Peak National Observatory in Arizona aufwendig umgerüstet.


Die Anlage nutzt 5000 winzige Roboterarme, die sich in Sekundenschnelle auf die Zielobjekte ausrichten. Jede Faser fängt das Licht einer einzelnen Galaxie ein und leitet es an einen Spektrografen weiter.

Wie die Carnegie Mellon University berichtet, spaltet der Spektrograf das eingefangene Licht in seine Bestandteile auf. Anhand der Spektren lassen sich die genauen Entfernungen der Galaxien berechnen, was die Konstruktion der riesigen Karte ermöglicht. Die Ingenieure konnten die Ausfallzeiten der komplexen Mechanik über die Jahre fast auf null reduzieren. Selbst ein massiver Waldbrand im Jahr 2022 stoppte den Abschluss nicht.

Rätsel um Dunkle Energie

Das Instrument lieferte bislang etwa sechsmal mehr kosmologische Daten als alle vorherigen Messungen zusammen. Die Beobachtungen dienen primär dazu, das Verhalten der Dunklen Energie zu untersuchen. Erste Analysen der Daten deuten darauf hin, dass das Phänomen möglicherweise keine Konstante darstellt. Stattdessen könnte sich die Expansionsrate im Laufe der kosmischen Geschichte verändert haben.

Das Dark Energy Spectroscopic Instrument (DESI)

  • Standort
    Standort
    DESI wird am 4-Meter-Mayall-Teleskop des Kitt Peak National Observatory in Arizona installiert. Das Instrument verfügt über rund 5.000 robotische Glasfaser-Positionierer, um gleichzeitig die Spektren Tausender Himmelsobjekte aufzunehmen.
  • 2021
    Mai 2021
    Die reguläre Fünf-Jahres-Himmelsdurchmusterung beginnt. Ziel des Projekts ist es, den Einfluss der Dunklen Energie auf die Expansion des Universums zu vermessen.
  • 2026
    Abschluss der Durchmusterung
    Nach fünf Betriebsjahren hat DESI die Positionen von mehr als 47 Millionen Galaxien und Quasaren sowie rund 20 Millionen Sternen kartiert. Die erstellte 3D-Karte des Universums reicht bis in Entfernungen von etwa 11 Milliarden Lichtjahren.

Dark Energy Spectroscopic Instrument (DESI)Dark Energy Spectroscopic Instrument ... Dark Energy Spectroscopic Instrument (DESI)... am Kitt Peak National Observatory

Nächstes Jahr folgen erste Ergebnisse

Ein Nachteil der bisherigen Erkenntnisse ist die noch geringe statistische Signifikanz der Schwankungen bei der Dunklen Energie. Neue Daten könnten den Effekt wieder relativieren. Dennoch läuft das Projekt weiter.

Bis 2028 soll die Himmelsabdeckung von 14.000 auf 17.000 Quadratgrad anwachsen, was einem großen Teil des sichtbaren Himmels entspricht. Dabei nehmen die Forscher nun auch südliche Bereiche ins Visier.

Vollständige Ergebnisse der fünfjährigen Beobachtungsphase werden für das Jahr 2027 erwartet. Die aktuelle Karte dient künftigen Generationen von Forschern als Basis für weitere Auswertungen. Das gesammelte Licht stammt teilweise aus einer Zeit, in der das Universum erst wenige Milliarden Jahre alt war. Die Rückschau in die Vergangenheit hilft dabei, die physikalischen Gesetze der Kosmologie neu zu bewerten.

Was meint ihr zu den neuen Einblicken in den Kosmos? Glaubt ihr, dass das Rätsel der Dunklen Energie bald gelöst wird? Teilt eure Gedanken dazu gerne unten in den Kommentaren.

Zusammenfassung
  • DESI-Projekt erfasste über 47 Millionen Galaxien und Quasare im Kosmos
  • Ergebnis ist die umfangreichste 3D-Karte des Universums aller Zeiten
  • Das Mayall-Teleskop in Arizona nutzt 5000 robotergesteuerte Glasfasern
  • Erste Analysen deuten darauf hin, dass Dunkle Energie keine Konstante ist
  • DESI lieferte sechsmal mehr kosmologische Daten als alle Vorgängerprojekte
  • Bis 2028 soll die Himmelsabdeckung auf 17000 Quadratgrad anwachsen
  • Vollständige Ergebnisse der Beobachtungsphase werden für 2027 erwartet

Siehe auch:
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