Arbeiter wollen Anteil am KI-Boom:
Samsung steht vor großem Streik

Bei Samsung Electronics spitzt sich der Tarifkonflikt zu: Mehrere Gewerkschaften des Konzerns haben mit einem groß angelegten Streik ab dem 21. Mai gedroht. Um dies zu unterstreichen, gingen gestern zehntausende Beschäftigte auf die Straße.
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Chip-Produktion könnte bald stillstehen

Am Donnerstag demonstrierten die Mitarbeiter am wichtigsten Halbleiterstandort des Unternehmens in Pyeongtaek südlich von Seoul. Nach Angaben des Gewerkschaftsbündnisses nahmen rund 40.000 Mitglieder an der Kundgebung teil, die Polizei sprach von etwa 30.000 Teilnehmern, berichtete die Korea Times. Organisiert wurde der Protest von drei großen Arbeitnehmervertretungen des Konzerns. Besonders bedeutend ist dabei die Samsung Electronics Labor Union, die nach eigenen Angaben inzwischen rund 74.000 Mitglieder zählt und als erste Mehrheitsgewerkschaft des Unternehmens offiziell anerkannt wurde.

Im Zentrum des Streits steht die Vergütungspolitik. Die Arbeitnehmervertreter fordern, die Obergrenze für leistungsabhängige Boni abzuschaffen und die Berechnung transparenter zu gestalten. Zudem verlangen sie, dass 15 Prozent des jährlichen operativen Gewinns an die Beschäftigten ausgeschüttet werden. Das Management hatte dem Vernehmen nach Sonderzahlungen angeboten, falls die Halbleitersparte branchenführende Ergebnisse erzielt. Die Gespräche stocken jedoch, weil die Gewerkschaften auf dauerhafte strukturelle Änderungen bestehen.


Gewerkschaftschef Choi Seung-ho warf der Konzernführung vor, den Beitrag der Beschäftigten zum Erfolg des Unternehmens zu unterschätzen. Nicht das Management, sondern die Mitarbeiter hätten Samsung zur weltweiten Nummer eins im Halbleitergeschäft gemacht, sagte er während der Kundgebung. Mit einem Streik wolle man deutlich machen, welchen Wert die Arbeit der Belegschaft habe.

Gewerkschaften können Druck machen

Sollte es tatsächlich zu dem angekündigten Ausstand vom 21. Mai bis 7. Juni kommen, drohen erhebliche wirtschaftliche Folgen. Denn der Arbeitskampf käme mitten in einer Situation, in der das Unternehmen durch die enorme Nachfrage aus dem KI-Sektor hohe Gewinne einfährt. Nach Schätzungen könnten durch stillstehende Produktionslinien täglich Verluste in Milliardenhöhe entstehen.

Besonders problematisch wäre dies angesichts laufender Lieferverpflichtungen gegenüber internationalen Großkunden wie Nvidia. Branchenbeobachter warnen, dass Verzögerungen nicht nur Schadenersatzforderungen nach sich ziehen, sondern auch die globale Lieferkette für Speicherchips belasten könnten. Unter Aktionären regt sich entsprechend Widerstand gegen die Streikpläne. Eine kleine Gruppe von Investoren führte gestern sogar eine Gegendemo durch und warnte, das Herunterfahren einer Chipfabrik verursache enorme Kosten und gefährde direkt den Unternehmenswert.

Zusammenfassung
  • Mehrere Samsung-Gewerkschaften drohen mit Streik ab dem 21. Mai
  • Bis zu 40.000 Beschäftigte demonstrierten am Standort Pyeongtaek
  • Gewerkschaften fordern Abschaffung der Obergrenze bei Leistungsboni
  • 15 Prozent des operativen Jahresgewinns sollen ausgeschüttet werden
  • Samsung bietet nur Sonderzahlungen bei branchenführenden Ergebnissen an
  • Ein Streik könnte tägliche Verluste in Milliardenhöhe verursachen
  • Lieferketten für Speicherchips und Kunden wie Nvidia wären betroffen

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