Samsung: Nach Mega-Gewinn droht jetzt der Mega-Streik

Weil Samsung riesige Gewinne aus der Speicherkrise schöpft, wollen die Mitarbeiter des Konzerns in Südkorea ein Stück vom Kuchen ab­be­kommen. Da ihnen die bisherigen Angebote des Elektronikgigan­ten nicht ausreichen, droht im Mai ein "Generalstreik".
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Samsung will Produktionsausfälle vermeiden

Samsung hat vor einem Gericht in Südkorea laut örtlichen Medienberichten eine einstweilige Verfügung beantragt, die gewerkschaftlich organisierten Mitarbeitern des Konzerns "illegale Streikaktivitäten" untersagen soll. Das Unternehmen reagiert damit auf drohende Arbeitsniederlegungen, die unter Umständen zu Produktionsausfällen führen könnten.

Bereits am 23. April soll eine breit angelegte Demonstration auf dem riesigen Samsung-Gelände in Pyeongtaek bei Seoul stattfinden. Aktuell drohen die Gewerkschafter Samsung außerdem damit, einen auf 18 Tage angelegten Streik durchzuführen, der vom 21. Mai bis zum 7. Juni 2026 dauern würde. Sollte der Streik tatsächlich stattfinden, ließen sich Produktionsausfälle wohl kaum vermeiden, heißt es unter anderem bei der südkoreanischen Tageszeitung JoongAng Daily.

Gewerkschaften wollen Gewinnbeteiligung von 15%

Genau dies will Samsung nun offenbar durch seine rechtlichen Schritte unterbinden. Als illegal gelten in Südkorea unter anderem Streikaktivitäten, bei denen die Sicherheit von Produktionsstätten gefährdet oder Schäden an Fertigungsanlagen, Materialien oder Produkten enstehen können. Außerdem dürfen Streikende keine Produktionslinien besetzen oder die Beteiligung an Protesten durch Drohungen erzwingen.

Hintergrund der Auseinandersetzung zwischen Samsung und seinen Mitarbeitern sind Forderungen der Gewerkschafter, laut denen sie eine Beteiligung an den gigantischen Gewinnen des Konzerns in Höhe von 15 Prozent erzwingen wollen.

Samsung verspricht riesige Bonuszahlungen

Samsung hatte seinerseits bereits angeboten, jedem Mitarbeiter der Speichersparte in diesem Jahr eine Bonuszahlung in Höhe von 540 Millionen Won zukommen zu lassen. Umgerechnet entspricht dies mehr als 310.000 Euro.

Dies entspricht laut dem Seoul Economic Daily dem Sechsfachen des durchschnittlichen Jahresgehalts der Mitarbeiter der Speichersparte. Dabei ist zu bedenken, dass die Jahresboni bei Samsung durchaus üblich sind und laut örtlichen Medien teilweise die Hälfte des jährlichen Einkommens der Mitarbeiter ausmachen.

Samsung hatte bei Verhandlungen unter anderem eine Steigerung der Gehälter um 6,2 Prozent angeboten. Außerdem sollte mehr Transparenz bei der Berechnung von Bonuszahlungen gewährleistet werden und die Mitarbeiter sollten jeweils 20 Aktien erhalten. Die Gewerkschaften fordern ihrerseits mindestens sieben Prozent mehr Lohn und die erwähnte Gewinnbeteiligung, so die Korea Times. Nach Angaben der Gewerkschaftsführung würde ein 18-tägiger Streik in den südkoreanischen Werken der verschiedenen Sparten von Samsung Electronics wohl Produktionsausfälle im Wert von umgerechnet fast 19 Milliarden Euro bedeuten. Allerdings gilt es als höchst unwahrscheinlich, dass es tatsächlich zu derart langfristigen Arbeitsniederlegungen kommt.

Samsung hatte für das erste Quartal 2026 erst vor gut einer Woche einen Rekordgewinn in Höhe von umgerechnet etwa 31,4 Milliarden Euro gemeldet. Im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Vorjahres stieg der Gewinn damit um das 7,5-Fache.

Der Konzern profitierte vor allem von der gigantischen Nachfrage rund um seine Speicherprodukte, die man aufgrund der extremen Preissteigerungen derzeit mit ebenfalls extrem hohen Gewinnmargen vermarkten kann. Die südkoreanischen Gewerkschaften sind in den letzten Jahren deutlich stärker geworden. Aktuell sollen gut 66.000 der rund 126.000 Mitarbeiter von Samsung in Südkorea Mitglieder einer Gewerkschaft sein.

Zusammenfassung
  • Samsung beantragt vor Gericht, mutmaßlich illegale Streiks zu stoppen
  • Gewerkschaften planen am 23. April eine Demo in Pyeongtaek bei Seoul
  • Ein 18-tägiger Ausstand vom 21. Mai bis 7. Juni 2026 wird angedroht
  • Streitpunkt sind Gewinne: Samsung bot 6,2 Prozent mehr Lohn und Aktien
  • Die Gewerkschaft fordert mindestens 7 Prozent mehr und 15 Prozent Gewinn
  • Laut Gewerkschaft drohen Ausfälle bis fast 19 Milliarden Euro in 18 Tagen
  • Q1 2026 brachte Samsung rund 31,4 Milliarden Euro Gewinn, 7,5-fach mehr

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