Ohne Chemie: Forscher erzeugen Geruchs-Wahrnehmung mit Ultraschall
Ein internationales Forscherteam hat ein neuartiges Gerät entwickelt, das Gerüche künstlich erzeugen kann. Es kommt dabei ganz ohne Duftstoffe oder austauschbare Kartuschen aus, sondern setzt komplett auf Ultraschall.
Der Geruchssinn bleibt jedoch weitgehend unberücksichtigt obwohl er als besonders ursprünglich gilt und eng mit Emotionen und Erinnerungen verknüpft ist. Da Gerüche direkt über den Riechnerv in das limbische System gelangen, können sie intensive Erinnerungen auslösen. Genau diese Komponente fehlt virtuellen Welten bislang.
Frühere Versuche, Gerüche in Medienerlebnisse einzubinden, scheiterten häufig. Bereits in den 1950er-Jahren experimentierten Kinos mit Systemen wie "Smell-O-Vision", später folgten VR-Zubehörlösungen mit Duftkartuschen. Diese Ansätze erwiesen sich jedoch als unpraktisch: Sie waren teuer, eingeschränkt in der Geruchsauswahl und mit regulatorischen Hürden verbunden. Zudem hielten sich viele Düfte zu lange in der Umgebung.
Das neue Verfahren geht einen völlig anderen Weg. Die vier beteiligten Wissenschaftler, Lev Chizhov, Albert Yan-Huang, Thomas Ribeiro und Aayush Gupta, setzen auf fokussierten Ultraschall, der durch den Schädel hindurch gezielt den sogenannten Riechkolben stimuliert. Dieser Bereich liegt hinter der Nasenwurzel und ist schwer zugänglich, weshalb die Ultraschallquelle auf der Stirn positioniert wird.
Noch handelt es sich um einen Prototypen, der mit beiden Händen gehalten werden muss. Eine Miniaturisierung erscheint jedoch möglich. Langfristig könnte die Technologie nicht nur Virtual Reality realistischer machen, sondern auch neue Ansätze für sogenannte Gehirn-Computer-Schnittstellen eröffnen, also Systeme, die direkt mit dem Gehirn kommunizieren.
Siehe auch:
Anklopfen am Riechzentrum
Mit den unhörbaren Schallwellen wird direkt das Riechzentrum im Gehirn stimuliert, berichtet das Magazin UploadVR. Damit könnte eine der größten Lücken unter anderem in der Virtual-Reality-Technologie künftig geschlossen werden. Bislang konzentrieren sich VR-Systeme vor allem auf visuelle und akustische Eindrücke, teilweise ergänzt durch haptisches Feedback.Der Geruchssinn bleibt jedoch weitgehend unberücksichtigt obwohl er als besonders ursprünglich gilt und eng mit Emotionen und Erinnerungen verknüpft ist. Da Gerüche direkt über den Riechnerv in das limbische System gelangen, können sie intensive Erinnerungen auslösen. Genau diese Komponente fehlt virtuellen Welten bislang.
Frühere Versuche, Gerüche in Medienerlebnisse einzubinden, scheiterten häufig. Bereits in den 1950er-Jahren experimentierten Kinos mit Systemen wie "Smell-O-Vision", später folgten VR-Zubehörlösungen mit Duftkartuschen. Diese Ansätze erwiesen sich jedoch als unpraktisch: Sie waren teuer, eingeschränkt in der Geruchsauswahl und mit regulatorischen Hürden verbunden. Zudem hielten sich viele Düfte zu lange in der Umgebung.
Das neue Verfahren geht einen völlig anderen Weg. Die vier beteiligten Wissenschaftler, Lev Chizhov, Albert Yan-Huang, Thomas Ribeiro und Aayush Gupta, setzen auf fokussierten Ultraschall, der durch den Schädel hindurch gezielt den sogenannten Riechkolben stimuliert. Dieser Bereich liegt hinter der Nasenwurzel und ist schwer zugänglich, weshalb die Ultraschallquelle auf der Stirn positioniert wird.
Klobiger Prototyp
Mithilfe von MRT-Daten bestimmten die Forscher die optimale Ausrichtung und Frequenz der Schallwellen. Erste Tests zeigen, dass sich so unterschiedliche Geruchseindrücke hervorrufen lassen, etwa frische Luft, verbranntes Holz oder sogar unangenehme Gerüche wie verrottender Abfall. Die Wahrnehmung variiert dabei: Manche Eindrücke wirken klar lokalisierbar, andere eher diffus.Noch handelt es sich um einen Prototypen, der mit beiden Händen gehalten werden muss. Eine Miniaturisierung erscheint jedoch möglich. Langfristig könnte die Technologie nicht nur Virtual Reality realistischer machen, sondern auch neue Ansätze für sogenannte Gehirn-Computer-Schnittstellen eröffnen, also Systeme, die direkt mit dem Gehirn kommunizieren.
Zusammenfassung
- Forscher erzeugen Geruchseindrücke per Ultraschall statt mit Duftstoffen
- Schallwellen stimulieren das Riechzentrum direkt im Gehirn für VR
- Geruch gilt als eng mit Emotionen und Erinnerungen verknüpfter Sinn
- Frühere Systeme wie Smell-O-Vision waren teuer und unpraktisch
- Der Prototyp nutzt MRT-Daten für Frequenz und präzise Ausrichtung
- Tests lieferten Eindrücke von frischer Luft bis zu verrottendem Abfall
- Langfristig sind kompakte Geräte und neue Gehirn-Computer-Schnittstellen denkbar
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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