H.264-Lizenzgebühren massiv erhöht - Was das für Verbraucher heißt

Die Via Licensing Alliance erhöht die Lizenzgebühren für den Video-Codec H.264 massiv. Neue Streaming-Anbieter zahlen künftig bis zu 45-mal mehr als bisher. Das bedroht den Wettbewerb und dürfte zu einer weiteren Verteuerung von Streaming-Abos beitragen.
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WinFuture / KI-generiert

Preisschock für Streaming-Dienste

Die Via Licensing Alliance verwaltet den Patentpool für den Videostandard H.264. Wie jetzt herauskommt, hatte die Organisation die Lizenzgebühren Anfang 2026 massiv erhöht. Neu hinzukommende Plattformen müssen anstatt der bisherigen Obergrenze von 100.000 Dollar (etwa 86.691 Euro) bis zu 4,5 Millionen Dollar (etwa 3,9 Millionen Euro) pro Jahr für die Nutzung zahlen. Das entspricht einer Steigerung um das 45-Fache bzw. um 4400 Prozent.

Die Anpassung betrifft alle Unternehmen, die Videoinhalte über Netzwerke verbreiten. Die Preisstruktur unterteilt den Markt anhand der Nutzerzahlen in vier Stufen. Die jährlichen Kosten für neue Lizenznehmer gestalten sich wie folgt:

  • Kleine Dienste: 100.000 Dollar (etwa 86.691 Euro)
  • Stufe 3: 2,25 Millionen Dollar (etwa 1,95 Millionen Euro)
  • Stufe 2: 3,375 Millionen Dollar (etwa 2,93 Millionen Euro)
  • Stufe 1: 4,5 Millionen Dollar (etwa 3,9 Millionen Euro)


Bestehende Verträge von vor 2026 bleiben unangetastet. Wie das Branchenmagazin Streaming Media berichtet, wandte sich die Organisation im Vorfeld direkt an unlizenzierte Firmen, anstatt das Vorgehen öffentlich zu kommunizieren. Der Standard H.264, auch als Advanced Video Coding (AVC) bekannt, gilt seit über zwei Jahrzehnten als Rückgrat der digitalen Videoverbreitung.

Die flächendeckende Integration in Fernseher, Smartphones und Konsolen macht einen vollständigen Verzicht auf H.264 für Anbieter momentan nahezu unmöglich. Das Format bietet eine hohe Kompatibilität bei vergleichsweise moderatem Rechenaufwand. Selbst kleine Entwickler von Apps setzen oft standardmäßig auf diese Technologie, um eine reibungslose Wiedergabe auf älteren Geräten zu gewährleisten. H.264-Codec: Neue Linzenzgebühren ab 2026Die neue Lizenzgebührenstruktur für H.264 seit 2026

Folgen für Endanwender

Unmittelbare Mehrkosten entstehen erst einmal nur den Lizenznehmern. Auf Endanwender könnte das auf lange Sicht jedoch ebenfalls spürbare Auswirkungen haben. Wenn frische Konkurrenz zu etablierten Diensten durch die höheren Lizenzkosten abgeschreckt wird, sinkt der Wettbewerb auf dem Streaming-Markt. Das wiederum dürfte die Preissteigerungen der letzten Monate und Jahre bei den etablierten Anbietern weiter vorantreiben. Zudem drohen bei rechtlichen Auseinandersetzungen Einschränkungen bei der Hardware.

In Deutschland führten Patentstreitigkeiten um Videostandards in der Vergangenheit bereits zu vorübergehenden Verkaufsstopps von Computern von Asus und Acer. Um solchen Problemen und den hohen Gebühren zu entgehen, könnte die Industrie die Adaption des lizenzfreien Formats AOMedia Video 1 (AV1) stark beschleunigen. Nutzer profitieren bei diesem Codec von einer wesentlich besseren Bildqualität bei gleichzeitig geringerem Datenverbrauch. Mit AV2 ist zudem bereits ein Nachfolger in Arbeit.

Da zahlreiche Patente für H.264 in den USA gegen Ende 2027 auslaufen, werten Branchenbeobachter die aktuelle Preiserhöhung als strategischen Versuch, vor dem Ablauf der Schutzrechte noch einmal maximale Einnahmen zu generieren. Ob danach AV1 oder AV2 übernehmen, bleibt jedoch weiter offen.

Wie bewertet ihr die gestiegenen Gebühren für H.264? Denkt ihr, dass das zukünftige Auswirkungen auf die Nutzung des Codecs haben wird? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Via Licensing Alliance erhöht H.264-Lizenzgebühren teils um das 45-Fache
  • Neue Streaming-Plattformen zahlen bis zu 4,5 Millionen Dollar pro Jahr
  • Bestehende Lizenzverträge von vor 2026 bleiben davon unangetastet
  • Die Preisstruktur unterteilt den Markt anhand der Nutzer in vier Stufen
  • Ein vollständiger Verzicht auf H.264 ist für Anbieter momentan kaum realisierbar
  • Weniger Wettbewerb könnte zu steigenden Streaming-Abopreisen führen
  • Das lizenzfreie Format AV1 könnte durch die Erhöhung stark profitieren

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