Microsoft: Logins ohne Passwort für besseren Schutz vor Phishing

Microsoft baut die Nutzung von Passkeys weiter aus. Das Ziel besteht darin, dass deutlich weniger Passwörter zum Einsatz kommen, die im Zweifelsfall per Phishing abgefangen werden können. Die neuen Verfahren sollen dies wesentlich besser verhindern.
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Microsoft

Passkeys für Unternehmen

Erweitert wird die passwortlose Anmeldung jetzt erst einmal in Unternehmensumgebungen: Der Konzern führt jetzt die Unterstützung für Passkeys in Microsoft Entra auf Windows-Geräten ein. Damit können sich Nutzer zukünftig über Windows Hello anmelden, ohne ein Passwort eingeben zu müssen.

Die Einführung erfolgt schrittweise. Für kommerzielle Cloud-Kunden weltweit startet eine öffentliche Vorschauphase (Public Preview) zwischen Mitte März und Ende April 2026. In Regierungs-Cloudumgebungen beginnt der Rollout etwas später, zwischen Mitte April und Mitte Mai.


Mit der Neuerung schließt Microsoft eine bisherige Sicherheitslücke: Passwortlose Anmeldungen waren bislang vor allem auf verwaltete Firmencomputer beschränkt. Zukünftig können auch nicht verwaltete Windows-Geräte, etwa private PCs oder gemeinsam genutzte Rechner, Passkeys verwenden. Dadurch sollen Unternehmen weniger auf klassische Passwörter angewiesen sein.

Passkeys sind kryptografische Schlüssel, die direkt auf dem Gerät erzeugt und gespeichert werden. Bei der neuen Entra-Integration liegen sie im Sicherheitscontainer von Windows Hello und werden durch biometrische Methoden wie Gesichtserkennung oder Fingerabdruck aktiviert. Der entscheidende Vorteil dabei: Die Schlüssel verlassen das Gerät nicht und werden nicht über das Netzwerk übertragen. Selbst wenn Angreifer Phishing-Seiten oder Schadsoftware einsetzen, können sie diese Zugangsdaten daher nicht abfangen.

Preview startet

Nach Angaben Microsofts wird für jedes Entra-Konto ein eigener Passkey pro Gerät erstellt. Mehrere Konten können auf einem Computer parallel eingerichtet werden. Eine Synchronisierung der Passkeys zwischen verschiedenen Geräten ist allerdings nicht vorgesehen, für jedes Gerät ist eine separate Registrierung erforderlich.

Unternehmen, die an der öffentlichen Vorschau teilnehmen möchten, müssen die Funktion zunächst aktivieren. Dazu schalten IT-Administratoren in den Entra-Richtlinien die Authentifizierungsmethode "Passkeys (FIDO2)" frei, legen ein entsprechendes Profil mit den notwendigen Windows-Hello-Kennungen an und weisen dieses den gewünschten Nutzergruppen zu.

Die Erweiterung ist Teil von Microsofts langfristiger Strategie, Passwörter komplett abzuschaffen. Bereits im Mai 2025 kündigte der Konzern an, neue Microsoft-Konten standardmäßig ohne Passwort anzulegen, um sie besser gegen Phishing-, Brute-Force- und sogenannte Credential-Stuffing-Angriffe zu schützen. Schon ein Jahr zuvor hatte Microsoft Passkey-Unterstützung für private Konten eingeführt und mit dem Funktionsupdate Windows 11 22H2 einen integrierten Passkey-Manager in Windows Hello bereitgestellt.

Zusammenfassung
  • Microsoft erweitert die Passkey-Nutzung in Unternehmensumgebungen
  • Passkeys in Microsoft Entra ermöglichen passwortlose Windows-Anmeldung
  • Public Preview für kommerzielle Kunden startet ab Mitte März 2026
  • Auch nicht verwaltete Windows-Geräte können künftig Passkeys nutzen
  • Kryptografische Schlüssel bleiben lokal und sind vor Phishing geschützt
  • Für jedes Gerät ist eine separate Passkey-Registrierung erforderlich
  • Microsofts langfristiges Ziel ist die komplette Abschaffung von Passwörtern

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