Bell X-76: Neues Darpa-Experimentalflugzeug faltet Rotoren im Flug
Die neue Bell X-76 startet senkrecht wie ein Hubschrauber, umgeht aber die typischen physikalischen Tempogrenzen bisheriger Modelle. Durch ein radikales Konzept faltet das Flugzeug seine Rotoren im Flug und fliegt extrem schnell weiter.
Die Bezeichnung X-76 ist kein Zufall. Sie spielt auf das Gründungsjahr der Vereinigten Staaten an (1776) und fällt mit dem 250. Jahrestag der US-amerikanischen Unabhängigkeit im Jahr 2026 zusammen. Normalerweise vergeben Behörden die Nummern für Experimentalflugzeuge streng sequenziell (aktuell steht man bei X-67), symbolische Ausnahmen werden nur bei Projekten mit hoher nationaler Bedeutung gewährt.
Das Ziel des Sprint-Programms ist die Schließung einer seit Jahrzehnten bestehenden Lücke in der militärischen Luftfahrt. Konventionelle Kipprotor-Flugzeuge wie die V-22 Osprey kombinieren zwar die vertikalen Start- und Landeeigenschaften eines Hubschraubers mit der Reichweite eines Turboprop-Flugzeugs, sie stoßen jedoch physikalisch an Grenzen - die V-22 Osprey erreicht "nur" eine Reisegeschwindigkeit von etwa 444 km/h.
Das ist weit entfernt vom Tempo aktueller Jets. Der Hauptgrund dafür liegt in der Aerodynamik. Die großen Rotoren erzeugen bei höheren Geschwindigkeiten einen erheblichen Luftwiderstand, der ein schnelleres Vorankommen physikalisch blockiert. Ingenieure versuchen seit Jahren, das Problem zu lösen, ohne die vertikalen Flugfähigkeiten der Maschinen einzuschränken.
Der Schub wird danach vollständig über eine konventionelle Jet-Düse erzeugt. Ohne den bremsenden Rotorwiderstand soll die X-76 Geschwindigkeiten von über 450 Knoten, umgerechnet 833 km/h, erreichen. Der Demonstrator ist für eine Nutzlast von 454 Kilogramm und eine Reichweite von 1850 Kilometern ausgelegt. Die Technologie lässt sich auf Abfluggewichte zwischen 1800 und 45.000 Kilogramm skalieren.
Das eröffnet ein breites Einsatzspektrum, das von unbemannten Aufklärungsdrohnen bis hin zu schweren Transportflugzeugen reicht. Windkanaltests an der Wichita State University haben das Konzept im Modellmaßstab bestätigt. Der erste reale Testflug der X-76 ist für Anfang 2028 geplant, zumindest wenn der Prototyp erfolgreich die intensiven Tests am Boden absolviert hat.
Glaubt ihr, die X-76 wird den Spagat zwischen Hubschrauber und Jet im Praxisbetrieb meistern? Teilt eure Gedanken in den Kommentaren mit uns!
Siehe auch:
Bells X-76 faltet Rotoren im Flug
Bell Textron hat das sogenannte Critical Design Review für das Darpa-Programm Sprint erfolgreich abgeschlossen. Das Flugzeug erhält damit offiziell die Bezeichnung X-76 und tritt in die nächste Phase ein. Das umfasst die Fertigung, die Integration der Systeme und die Bodenerprobung. Das Programm wird gemeinsam von der Defense Advanced Research Projects Agency (Darpa) und dem U.S. Special Operations Command finanziert.Die Bezeichnung X-76 ist kein Zufall. Sie spielt auf das Gründungsjahr der Vereinigten Staaten an (1776) und fällt mit dem 250. Jahrestag der US-amerikanischen Unabhängigkeit im Jahr 2026 zusammen. Normalerweise vergeben Behörden die Nummern für Experimentalflugzeuge streng sequenziell (aktuell steht man bei X-67), symbolische Ausnahmen werden nur bei Projekten mit hoher nationaler Bedeutung gewährt.
Meilensteine der Luftfahrtgeschichte
Das US-amerikanische Experimentalprogramm reicht bis ins Jahr 1946 zurück. Den Auftakt machte die Bell X-1, mit der Captain Charles Chuck Yeager im Oktober 1947 über der Mojave-Wüste als erster Pilot die Schallmauer durchbrach. Laut einer Bell-Mitteilung blickt das Unternehmen auf eine lange Geschichte in der Entwicklung von Versuchsträgern zurück. Dazu zählen auch die frühen Kipprotor-Konzepte XV-3 und XV-15.Das Ziel des Sprint-Programms ist die Schließung einer seit Jahrzehnten bestehenden Lücke in der militärischen Luftfahrt. Konventionelle Kipprotor-Flugzeuge wie die V-22 Osprey kombinieren zwar die vertikalen Start- und Landeeigenschaften eines Hubschraubers mit der Reichweite eines Turboprop-Flugzeugs, sie stoßen jedoch physikalisch an Grenzen - die V-22 Osprey erreicht "nur" eine Reisegeschwindigkeit von etwa 444 km/h.
Das ist weit entfernt vom Tempo aktueller Jets. Der Hauptgrund dafür liegt in der Aerodynamik. Die großen Rotoren erzeugen bei höheren Geschwindigkeiten einen erheblichen Luftwiderstand, der ein schnelleres Vorankommen physikalisch blockiert. Ingenieure versuchen seit Jahren, das Problem zu lösen, ohne die vertikalen Flugfähigkeiten der Maschinen einzuschränken.
Rotoren falten sich im Flug
Die X-76 setzt auf eine neue Lösung mit einem Stop/Fold-Rotorsystem. Beim Start und im Schwebeflug arbeitet das Triebwerk wie bei einem herkömmlichen Kipprotor. Sobald die Tragflächen bei 150 bis 200 Knoten, also 280 bis 370 km/h, ausreichend Auftrieb erzeugen, entkoppelt eine Kupplung die Rotorwellen. Die Rotorblätter federn aus und legen sich aerodynamisch an die Gondelkörper an.Der Schub wird danach vollständig über eine konventionelle Jet-Düse erzeugt. Ohne den bremsenden Rotorwiderstand soll die X-76 Geschwindigkeiten von über 450 Knoten, umgerechnet 833 km/h, erreichen. Der Demonstrator ist für eine Nutzlast von 454 Kilogramm und eine Reichweite von 1850 Kilometern ausgelegt. Die Technologie lässt sich auf Abfluggewichte zwischen 1800 und 45.000 Kilogramm skalieren.
Das eröffnet ein breites Einsatzspektrum, das von unbemannten Aufklärungsdrohnen bis hin zu schweren Transportflugzeugen reicht. Windkanaltests an der Wichita State University haben das Konzept im Modellmaßstab bestätigt. Der erste reale Testflug der X-76 ist für Anfang 2028 geplant, zumindest wenn der Prototyp erfolgreich die intensiven Tests am Boden absolviert hat.
Glaubt ihr, die X-76 wird den Spagat zwischen Hubschrauber und Jet im Praxisbetrieb meistern? Teilt eure Gedanken in den Kommentaren mit uns!
Zusammenfassung
- Die Bell X-76 startet senkrecht und faltet ihre Rotoren während des Flugs
- Bell Textron hat das Critical Design Review für das Darpa-Programm bestanden
- Die Bezeichnung X-76 verweist auf das Gründungsjahr 1776 der USA
- Konventionelle Kipprotoren begrenzen die Geschwindigkeit auf etwa 444 km/h
- Das Stop/Fold-Rotorsystem entkoppelt die Rotoren bei hoher Geschwindigkeit
- Ohne Rotorwiderstand soll die X-76 Tempo von über 833 km/h erreichen
- Der erste Testflug des Prototyps ist für Anfang 2028 geplant
Siehe auch:
- US Air Force transportiert erstmals Mikro-Kernreaktor im Flugzeug
- Zweiter Ford-Klasse-Flugzeugträger der US Navy sticht für Tests in See
- Airbus wird KI-Roboter aus China für die Flugzeugmontage testen
- Neues Material: Flugzeugteile heilen sich bis zu 500 Jahre lang selbst
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