Luftfahrt-Startup will uralten Blackbird-Geschwindigkeitsrekord brechen

Hermeus hat mit dem Quarterhorse Mk 2.1 einen entscheidenden Fortschritt in der Hyperschall-Entwicklung erzielt. Der unbemannte Prototyp in F-16-Größe absolvierte seinen Jungfernflug erfolgreich über New Mexico. Letztendlich will man den SR-71-Rekord brechen.
Luftfahrt, Überschallflugzeug, Hyperschall, Hermeus, Quarterhorse Mk 2.1, Chimera-Antrieb
Hermeus

Neuer Prototyp am Himmel über New Mexico

Das US-amerikanische Luftfahrt-Startup Hermeus hat einen weiteren entscheidenden Schritt in Richtung hypersonischer Flugtechnologie unternommen. Der unbemannte Prototyp Quarterhorse Mk 2.1 absolvierte Anfang März 2026 erfolgreich seinen Jungfernflug. Der Test fand auf dem Gelände des Spaceport America über der White Sands Missile Range im US-Bundesstaat New Mexico statt. Dieser Weltraumbahnhof dient auch Unternehmen wie Virgin Galactic als operative Basis für suborbitale Flüge.

Ziel der Mission war die Validierung grundlegender Systeme sowie der Fernsteuerung vom Boden aus. Das Modell Mk 2.1 ist dabei deutlich ambitionierter konstruiert als der Vorgänger Mk 1, der im Mai 2025 flog. Mit den Abmessungen eines F-16-Kampfjets ist der neue Prototyp dreimal größer als das erste Testmodell. Angetrieben wird das Flugzeug von einem Pratt & Whitney F100-Triebwerk. Dieses bewährte Aggregat kommt unter anderem auch in den F-15- und F-16-Jets der US-Luftwaffe zum Einsatz und ermöglicht dem Prototyp eigenständige Starts und Landungen auf herkömmlichen Rollbahnen.

Das Startup Hermeus zeigt den ersten Flug von Quarterhorse Mk 2.1

Iterative Entwicklung als Schlüssel

Wie Hermeus in einer Hermeus-Mitteilung schreibt, verfolgt das Unternehmen einen aggressiven Zeitplan. Anstatt Jahrzehnte für die Entwicklung zu benötigen, setzen die Verantwortlichen auf schnelle Iterationszyklen, bei denen reale Flugdaten direkt in das nächste Design einfließen. Das aktuelle Modell dient wohlgemerkt primär als Testplattform für Unterschallsysteme. Es soll den Weg für den Nachfolger Mk 2.2 ebnen, der die Schallmauer durchbrechen und den Titel als schnellstes unbemanntes Flugzeug der Welt erobern soll.

Ein technisches Highlight ist die Integration einer speziellen Vorkühlertechnik (Precooler). Das System muss die eintretende Luft bei hohen Mach-Zahlen in Sekundenbruchteilen von mehreren hundert Grad auf verträgliche Temperaturen herunterkühlen, damit der Turbojet nicht schmilzt. In späteren Versionen wie dem Mk 3 wechselt Hermeus auf den sogenannten Chimera-Antrieb. Dabei handelt es sich um einen turbinenbasierten Kombizyklus (TBCC), der bei hoher Geschwindigkeit nahtlos vom Turbinen- in den Ramjet-Betrieb umschaltet.

Jagd auf SR-71-Rekord

Langfristig strebt Hermeus an, den seit 1976 bestehenden Geschwindigkeitsrekord der legendären Lockheed SR-71 "Blackbird" zu brechen. Dieser liegt bei Mach 3,3 oder etwa 3529 Kilometern pro Stunde. Die SR-71 war dafür bekannt, dass sie sich durch die Reibungshitze im Flug um mehrere Zentimeter ausdehnte und am Boden oft Treibstoff leckte, da sich die Tanks erst im Flug abdichteten.

Hermeus will diese Grenzen sprengen und Geschwindigkeiten von Mach 5 erreichen. Während frühere Konzepte auch zivile Passagierjets (für die Strecke London-New York in 90 Minuten) vorsahen, liegt der Fokus aktuell auf militärischen Anwendungen.

Glaubt ihr, dass Hermeus den alten SR-71-Rekord wirklich brechen kann? Wir sind gespannt auf eure Einschätzungen zur Zukunft der Überschall-Luftfahrt in den Kommentaren!

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!