Anthropic wirft China-KIs massenhaften Technologie-Klau vor
Anthropic beschuldigt DeepSeek und weitere chinesische Firmen, das KI-Modell Claude systematisch angezapft zu haben. Über 16 Millionen Konversationen sollen helfen, die Fähigkeiten der US-Technologie via "Destillation" illegal zu kopieren.
Anthropic identifizierte nach eigenen Angaben gezielte industrielle Kampagnen, bei denen die chinesischen Firmen Server-Infrastrukturen nutzten, um Zugriffsbeschränkungen zu umgehen. Das war wohlgemerkt nur über Umwege möglich: Da Claude in China offiziell nicht verfügbar ist, griffen die Akteure auf Proxy-Netzwerke zurück.
Die Labore bedienten sich laut Anthropic einer Technik namens "Distillation". Dabei wird ein weniger leistungsfähiges KI-Modell mit den Ausgaben eines stärkeren Modells - in dem Fall Claude - trainiert. Grundsätzlich ist das ein legitimes Verfahren, das auch westliche Labore nutzen, um kleinere, kosteneffiziente Versionen ihrer eigenen Software zu erstellen.
Im vorliegenden Fall diente die Methode jedoch dazu, komplexe Fähigkeiten der Konkurrenz zu kopieren, ohne die immensen Kosten und den Zeitaufwand für die eigene Forschung und Entwicklung aufbringen zu müssen. Wie Anthropic in einem detaillierten Blogbeitrag darlegt, zielten die Angriffe auf spezifische Kompetenzen ab:
Die Umwege waren nicht nur technischer Natur. Denn bei DeepSeek wollen die Sicherheitsforscher Muster entdeckt haben, die darauf hindeuten, dass das Modell gezielt darauf trainiert werden sollte, politisch heikle Themen so zu formulieren, dass sie nicht der Zensur zum Opfer fallen.
Auch der Konkurrent OpenAI hatte kürzlich ähnliche Bedenken geäußert. Wie die New York Times berichtet, informierte der ChatGPT-Entwickler den US-Kongress darüber, dass DeepSeek und andere Firmen versuchen würden, durch verschleierte Methoden Trittbrettfahrer bei US-Technologien zu spielen. DeepSeek hatte bereits im vergangenen Jahr für Unruhe an den Börsen gesorgt, als das Unternehmen ein leistungsstarkes Modell präsentierte, das angeblich mit deutlich weniger Rechenleistung entwickelt wurde als westliche Pendants.
Anthropic argumentiert nun, dass die Angriffe die Notwendigkeit strikter Exportkontrollen für Hochleistungschips untermauern. Der massive Aufwand, den die chinesischen Labore betrieben hätten, zeige, dass sie für Training und Destillation weiterhin auf fortschrittliche Hardware angewiesen seien, deren Export die US-Regierung stark reglementiert.
Einer gewissen Ironie entbehrt das dennoch nicht, denn die US-KI-Unternehmen sind selbst schon lange Vorwürfen ausgesetzt, massenhaft Medien und Verlage aller Art für das KI-Training unerlaubt abgegriffen zu haben.
Was meint ihr zu diesem Vorgehen im KI-Wettstreit? Seht ihr strengere Exportkontrollen als wirksames Mittel oder behindern sie nur den globalen Fortschritt? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare!
Siehe auch:
Datenabgriff auf KI-Modell Claude
Das US-amerikanische KI-Unternehmen Anthropic hat schwere Vorwürfe gegen drei chinesische Wettbewerber erhoben. Die Startups DeepSeek, Moonshot und MiniMax sollen über 24.000 gefälschte Konten mehr als 16 Millionen Konversationen mit dem Sprachmodell Claude generiert haben. Ziel der konzertierten Aktion sei es gewesen, die Fähigkeiten der US-Technologie systematisch abzugreifen, um die Entwicklung eigener Modelle zu beschleunigen.Anthropic identifizierte nach eigenen Angaben gezielte industrielle Kampagnen, bei denen die chinesischen Firmen Server-Infrastrukturen nutzten, um Zugriffsbeschränkungen zu umgehen. Das war wohlgemerkt nur über Umwege möglich: Da Claude in China offiziell nicht verfügbar ist, griffen die Akteure auf Proxy-Netzwerke zurück.
Die Labore bedienten sich laut Anthropic einer Technik namens "Distillation". Dabei wird ein weniger leistungsfähiges KI-Modell mit den Ausgaben eines stärkeren Modells - in dem Fall Claude - trainiert. Grundsätzlich ist das ein legitimes Verfahren, das auch westliche Labore nutzen, um kleinere, kosteneffiziente Versionen ihrer eigenen Software zu erstellen.
Im vorliegenden Fall diente die Methode jedoch dazu, komplexe Fähigkeiten der Konkurrenz zu kopieren, ohne die immensen Kosten und den Zeitaufwand für die eigene Forschung und Entwicklung aufbringen zu müssen. Wie Anthropic in einem detaillierten Blogbeitrag darlegt, zielten die Angriffe auf spezifische Kompetenzen ab:
- DeepSeek: Fokus auf logisches Denken und die Erstellung von Inhalten, die Zensurmaßnahmen umgehen können.
- Moonshot: Konzentration auf Programmierung, Datenanalyse und "Agentic Reasoning", also selbstständiges logisches Handeln.
- MiniMax: Abgriff von Fähigkeiten im Bereich der Werkzeugnutzung und Orchestrierung von Aufgaben.
Die Umwege waren nicht nur technischer Natur. Denn bei DeepSeek wollen die Sicherheitsforscher Muster entdeckt haben, die darauf hindeuten, dass das Modell gezielt darauf trainiert werden sollte, politisch heikle Themen so zu formulieren, dass sie nicht der Zensur zum Opfer fallen.
Nationale Sicherheit und Marktdynamik
Die Vorwürfe wiegen schwer, da sie auch sicherheitspolitische Dimensionen berühren. Anthropic warnt, dass durch illegale Destillation Sicherheitsmechanismen, die US-Entwickler in ihre Modelle einbauen, verloren gehen könnten. Das ermögliche es staatlichen Akteuren potenziell, die KI für die Entwicklung von Biowaffen oder für Cyberangriffe zu missbrauchen.Auch der Konkurrent OpenAI hatte kürzlich ähnliche Bedenken geäußert. Wie die New York Times berichtet, informierte der ChatGPT-Entwickler den US-Kongress darüber, dass DeepSeek und andere Firmen versuchen würden, durch verschleierte Methoden Trittbrettfahrer bei US-Technologien zu spielen. DeepSeek hatte bereits im vergangenen Jahr für Unruhe an den Börsen gesorgt, als das Unternehmen ein leistungsstarkes Modell präsentierte, das angeblich mit deutlich weniger Rechenleistung entwickelt wurde als westliche Pendants.
Anthropic argumentiert nun, dass die Angriffe die Notwendigkeit strikter Exportkontrollen für Hochleistungschips untermauern. Der massive Aufwand, den die chinesischen Labore betrieben hätten, zeige, dass sie für Training und Destillation weiterhin auf fortschrittliche Hardware angewiesen seien, deren Export die US-Regierung stark reglementiert.
Einer gewissen Ironie entbehrt das dennoch nicht, denn die US-KI-Unternehmen sind selbst schon lange Vorwürfen ausgesetzt, massenhaft Medien und Verlage aller Art für das KI-Training unerlaubt abgegriffen zu haben.
Was meint ihr zu diesem Vorgehen im KI-Wettstreit? Seht ihr strengere Exportkontrollen als wirksames Mittel oder behindern sie nur den globalen Fortschritt? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare!
Zusammenfassung
- Anthropic beschuldigt DeepSeek, Moonshot und MiniMax des Datendiebstahls
- Über 24000 Fake-Konten erzeugten mehr als 16 Millionen Konversationen
- Chinesische Firmen nutzten Proxy-Netzwerke, da Claude dort gesperrt ist
- Per Destillation wurden Claudes Fähigkeiten auf eigene Modelle übertragen
- DeepSeek trainierte laut Anthropic gezielt auf Umgehung von Zensurregeln
- Anthropic warnt vor Verlust wichtiger Sicherheitsmechanismen in KI-Modellen
- Anthropic fordert striktere Exportkontrollen für Hochleistungschips an China
Siehe auch:
- Anthropics Chef für KI-Sicherheit kündigt, sagt "Die Welt ist in Gefahr"
- Keine OpenAI-Exklusivität: Microsoft setzt künftig auch auf Anthropic
- Anthropic zerstörte massenhaft Bücher für das Training seiner KI
- Anthropic stellt Claude 4 vor: Das kann die neue KI-Generation
- Claude geht online: Anthropics KI durchsucht jetzt auch das Internet
Themen:
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- Super Bowl 2026: OpenAI lässt uns mit Codex Neues erschaffen
- Super Bowl 2026: Claude verrät, wie man einen Sixpack bekommt
- Anthropic Claude macht sich über Werbung in ChatGPT lustig
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