Phison-CEO: Viele Elektronik-Hersteller werden wegen KI Pleite gehen

Der globale Hype um künstliche Intelligenz sorgt für massive Eng­pässe bei wichtigen Speicherkomponenten. Phison-Chef Pua Khein-Seng warnt vor einer Insolvenzwelle bei Herstellern von Smart­phones und PCs, da Server-Hardware die Produktion bindet.
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WinFuture/KI-generiert

Massive Engpässe bei DRAM und NAND

Die globale Gier nach Hardware für künstliche Intelligenz könnte den Markt für klassische Unterhaltungselektronik drastisch ausdünnen. Pua Khein-Seng, CEO des führenden Speicher-Controller-Herstellers Phison, prognostiziert eine düstere Zukunft für Anbieter von Endgeräten. Seiner Einschätzung nach werden bis Ende 2026 zahlreiche Unternehmen in die Insolvenz rutschen oder gezwungen sein, ganze Produktlinien einzustellen.

Der Auslöser ist natürlich die extreme Verknappung von Speicherkomponenten, da die begrenzten Fertigungskapazitäten der Halbleiterindustrie fast ausschließlich auf hochmargige KI-Beschleuniger und Server-Infrastrukturen umgelenkt werden. Das Nachsehen haben Produzenten von Smartphones, PCs und Fernsehern, die in der Nahrungskette der Zulieferer nach unten rutschen.

Da Speicherchips wie DRAM und NAND-Flash mittlerweile mehr als 20 Prozent der Materialkosten eines modernen Smartphones ausmachen, treffen die steigenden Preise und die mangelnde Verfügbarkeit diese Segmente besonders hart. Die Prognose besagt, dass die globale Produktion von Mobiltelefonen um 200 bis 250 Millionen Einheiten zurückgefahren werden muss, da schlicht die Bauteile fehlen.

Auch bei PCs und TV-Geräten werden signifikante Rückgänge erwartet. Besonders gefährdet sind Anbieter im hart umkämpften Niedrigpreissegment. Während Server-Betreiber und Hyperscaler höhere Speicherpreise relativ problemlos absorbieren können, fehlt diese Marge bei günstigen Consumer-Geräten. Das könnte dazu führen, dass Einstiegsmodelle vorübergehend komplett vom Markt verschwinden.

Vorauszahlungen verdrängen Konkurrenz

Die Situation wird durch beispiellose Forderungen der Speicherhersteller verschärft. Diese verlangen mittlerweile Vorauszahlungen für bis zu drei Jahre, um Lieferverträge zu garantieren. Das ist ein Vorgehen, das kleine Anbieter aus dem Markt drängt, da sie im Gegensatz zu den Tech-Giganten nicht über die nötige Liquidität verfügen. Wie PC Gamer schreibt, könnte der Engpass laut Schätzungen sogar bis zum Jahr 2030 anhalten.


Nvidias Rubin bindet Kapazitäten

Ein Haupttreiber dieser Entwicklung ist die kommende Hardware-Generation. Sollte Nvidias Rubin Architektur in den erwarteten Stückzahlen erscheinen, würde der Speicherbedarf dieser Systeme immense Ressourcen binden. Ein einziger KI-Server auf Basis dieser neuen Technologie benötigt für das Training der Sprachmodelle rund 20 Terabyte an schnellem SSD-Speicher. Das summiert sich bei der geplanten Skalierung der Rechenzentren schnell auf gigantische Mengen.

Experten gehen davon aus, dass allein der Bedarf für diese Systeme rund 20 Prozent der globalen NAND-Produktionskapazität des Vorjahres verschlingen würde. Das verdeutlicht die Dimensionen: Ein einzelnes Segment im Enterprise-Bereich bindet Ressourcen, die normalerweise für die Produktion von Millionen von Endgeräten zur Verfügung stünden.

Zusätzlich verschärft der Bedarf an High Bandwidth Memory (HBM) die Lage beim Arbeitsspeicher. HBM, der essenziell für KI-Beschleuniger ist, benötigt in der Herstellung deutlich mehr Wafer-Fläche als herkömmlicher DDR-Speicher und weist komplexere Fertigungsschritte auf. Da die großen Chiphersteller ihre Produktionsstraßen auf HBM umrüsten, sinkt automatisch das Angebot für klassischen DDR4- und DDR5-RAM, der in Heimcomputern steckt.

Eine kurzfristige Entspannung durch den Bau neuer Fabriken ist nicht in Sicht. Die Errichtung und Inbetriebnahme moderner Halbleiterwerke dauern mindestens zwei bis drei Jahre. Zwar investieren Branchengrößen wie Samsung, Micron und SK Hynix massiv, doch die hoch spezialisierte Ausrüstung zur Chipherstellung ist selbst knapp und weltweit heiß begehrt. Auch China wird die Lücke voraussichtlich nicht füllen können. Der dortige Kapazitätsausbau deckt primär den riesigen Inlandsbedarf, sodass keine günstigen Speicherchips auf den Weltmarkt fließen werden, um die Preise zu drücken.

Bereitet ihr euch schon auf steigende Hardware-Preise vor oder haltet ihr die Prognosen für überzogen? Schreibt uns eure Sicht auf die Marktlage in die Kommentare. Was meint ihr dazu?

Zusammenfassung
  • KI-Boom führt zu extremer Verknappung wichtiger Speicherkomponenten
  • Phison-CEO erwartet bis Ende 2026 zahlreiche Insolvenzen bei Herstellern
  • Produktion von Smartphones könnte um 200 bis 250 Millionen Einheiten sinken
  • Speicherhersteller verlangen inzwischen Vorauszahlungen für bis zu drei Jahre
  • Ein einziger KI-Server benötigt etwa 20 Terabyte schnellen SSD-Speicher
  • KI-Server-Bedarf bindet etwa 20 Prozent der globalen NAND-Produktionskapazität
  • Entspannung durch neue Fabriken ist frühestens in zwei bis drei Jahren möglich

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