Historischer Megadeal: Paramount schnappt sich doch noch Warner

Hollywood steht vor einem seiner größten Umbrüche seit Jahr­zehnten. Nach monatelangem Tauziehen hat Warner Bros. Discovery einer Übernahme durch Paramount Skydance zugestimmt. Der Deal bewertet das traditionsreiche Studio mit rund 110 Mrd. Dollar.
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Das Ende eines Medien-Dramas

Vorausgegangen war der überraschende Rückzug von Netflix. Paramount hatte sein Angebot zuletzt auf 31 Dollar je Aktie erhöht - ein Preis, dem sich der Verwaltungsrat von Warner schließlich nicht mehr verschließen konnte.

Netflix bot dagegen nur 27,75 Dollar und zog sich aus dem Rennen zurück. Die Börse reagierte prompt: Paramount-Aktien sprangen nach der Bekanntgabe des Deals um 24 Prozent nach oben, während sich auch die Netflix-Investoren über das Ende des teuren Wettbewerbs freuten und den Kurs um 13 Prozent nach oben trieben.


Kartellrecht im Fokus

Wie Reuters berichtet, ist das Geschäft allerdings noch nicht in trockenen Tüchern.

Während in Europa eine Genehmigung durch die Wettbewerbsbehörden als wahrscheinlich gilt, droht in den USA politischer Widerstand. Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta kündigte an, die Transaktion genau zu prüfen. Zwei der größten Filmstudios der Welt würden künftig unter einem Dach vereint - ein Schritt, der Kritiker an der Marktkonzentration zweifeln lässt.

Um die Sorgen der Warner-Aktionäre zu besänftigen, hat Paramount die sogenannte Auflösungsgebühr massiv erhöht: Sollte der Deal an behördlichen Vorgaben scheitern, fließen 7 Milliarden Dollar an Entschädigung. Zusätzlich übernimmt Paramount die 2,8 Milliarden Dollar Vertragsstrafe, die Warner nach dem geplatzten Netflix-Geschäft zahlen musste.

Ein neuer Gigant im Streaminggeschäft

Mit dem Zusammenschluss entsteht ein Medienriese, der auf ein beeindruckendes Portfolio an Marken und Franchises zugreifen kann: von Harry Potter, Matrix und dem DC-Universum bis hin zu Top Gun und Mission Impossible. Ziel ist das Streaming-Angebot zu bündeln und HBO Max sowie Paramount+ unter einem Dach zusammenzuführen. So will Paramount verlorene Marktanteile zurückgewinnen und künftig wieder stärker gegen Netflix und Disney+ punkten.


Bedenken auch wegen CNN

Doch der Zusammenschluss bleibt umstritten. Gewerkschaften und Branchenkenner befürchten einen massiven Stellenabbau, da viele Strukturen bei beiden Studios doppelt vorhanden sind. Auch politisch sorgt der Deal für Aufmerksamkeit: Unternehmenschef David Ellison, Sohn des Oracle-Gründers Larry Ellison, gilt als Republikaner-nah. Beobachter befürchten, dass die redaktionelle Unabhängigkeit von CNN, einer Warner-Tochter, darunter leiden könnte.

Was denkt ihr - ist dieser Zusammenschluss der Beginn einer neuen Streaming-Ära oder das Ende echter Vielfalt in Hollywood? Diskutiert mit uns in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Warner Bros. Discovery wird von Paramount Skydance übernommen
  • Der Deal bewertet das Studio mit rund 110 Milliarden US-Dollar
  • Netflix zog sich zurück und wollte sein Angebot nicht erhöhen
  • Paramount bot zuletzt 31 Dollar pro Aktie und überzeugte Warner
  • EU-Kartellbehörden dürften zustimmen, doch in den USA gibt es Widerstand
  • HBO Max und Paramount+ könnten zusammengelegt werden gegen Netflix
  • Kritiker befürchten massiven Stellenabbau durch doppelte Strukturen

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