Netflix-Übernahme: Warner nennt Paramount-Gegenangebot 'illusorisch'

Warner Bros. Discovery erteilt der Übernahme durch Paramount eine klare Absage und hält an der geplanten Fusion mit Netflix fest. Das Board stuft das höhere Barangebot der Konkurrenz als zu riskant ein und warnt vor Milliardenstrafen bei einem Scheitern.
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WBD bleibt hart: Absage an Paramount

Der Aufsichtsrat von Warner Bros. Discovery (WBD) hat seinen Aktionären einstimmig empfohlen, das jüngste Übernahmeangebot von Paramount abzulehnen. Die Führungsetage bezeichnete die Offerte in einer offiziellen Mitteilung als minderwertig im Vergleich zur bereits vereinbarten Fusion mit Netflix.

Obwohl Paramount nominell 30 Dollar (etwa 26 Euro) pro Aktie in bar bietet, und damit mehr als die bewerteten 27,75 Dollar (etwa 24 Euro) des Netflix-Deals, überwiegen aus Sicht des Boards die finanziellen Unsicherheiten. Das von der Familie Ellison kontrollierte Unternehmen birgt laut WBD unkalkulierbare Risiken für die Zukunft des Medienkonzerns.

Die Angebote unterscheiden sich tatsächlich voneinander, wie Deadline berichtet: Während Netflix lediglich die Filmstudios und das Streaming-Geschäft inklusive HBO Max erwerben möchte, zielt Paramount unter der Führung von David Ellison und seiner Firma Skydance Media auf eine Übernahme des gesamten Konzerns ab. Das würde auch die linearen TV-Sparten wie CNN und Eurosport einschließen. Das WBD-Management argumentiert jedoch, dass der Netflix-Deal aufgrund der soliden Bilanz des Streaming-Marktführers die sicherere Option für die Anteilseigner darstellt, auch wenn der Nennwert zunächst geringer erscheint.

Ein zentraler Kritikpunkt ist die Struktur der Finanzierung, die das WBD-Board als hochriskant einstuft. Paramount, ein Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von lediglich 14 Milliarden Dollar (etwa 12 Milliarden Euro), plant eine Akquisition, die fast 95 Milliarden Dollar (etwa 81 Milliarden Euro) an Fremd- und Eigenkapital erfordert. WBD bezeichnet das als das größte sogenannte Leveraged Buy-out der Geschichte.


Die enorme Schuldenlast von pro forma 87 Milliarden Dollar (etwa 75 Milliarden Euro) würde das neue Unternehmen extrem belasten und den operativen Spielraum massiv einschränken. Zudem weist WBD darauf hin, dass Paramount aktuell nur über ein Kreditrating im Ramsch-Bereich und einen negativen freien Cashflow verfügt, was die Stabilität der Finanzierung gefährdet.


Selbst die persönliche Garantie von Oracle-Mitgründer Larry Ellison in Höhe von über 40 Milliarden Dollar (etwa 34 Milliarden Euro) können die Bedenken nicht zerstreuen. Im Gegensatz dazu verweist WBD auf die Marktkapitalisierung von Netflix von rund 400 Milliarden Dollar (etwa 343 Milliarden Euro) und eine erstklassige Bonität, die keine derartigen Finanzierungskunststücke erfordert. Analysten merken an, dass der Netflix-Deal WBD zudem mehr operative Flexibilität bis zum Abschluss der Transaktion bietet, da es sich um eine strategische Fusion von Assets handelt und nicht um eine schuldengestützte Komplettübernahme.

Trotz der klaren Haltung des Boards regt sich Widerstand an der Wall Street. Einige Investoren, darunter der Hedgefonds Pentwater Capital Management, drängen auf weitere Verhandlungen mit Paramount und werfen der Führungsebene vor, ihre Treuepflicht zu verletzen. Sie argumentieren, dass das Paramount-Angebot sofortiges Bargeld verspricht und die Unsicherheiten des Aktienmarktes eliminiert. Der Netflix-Deal hingegen basiert teilweise auf Aktien und erfordert eine komplexe, vorherige Abspaltung des linearen TV-Geschäfts, was viele Anleger als riskant betrachten.

Beide Szenarien stehen unter strenger Beobachtung der Wettbewerbshüter. Sowohl das US-Justizministerium als auch die EU-Kommission prüfen die Auswirkungen auf den Markt genau. WBD sieht hierbei jedoch keinen Vorteil für Paramount und erwartet für beide Optionen eine langwierige Prüfungsdauer von zwölf bis 18 Monaten. Netflix hat bereits entsprechende Unterlagen bei den Behörden eingereicht, um den Prozess voranzutreiben, während bei Paramount die Prüfung aufgrund der hohen Marktkonzentration im linearen Fernsehen noch komplexer ausfallen könnte.

Haltet ihr die Argumente des Boards für stichhaltig oder sollte WBD das höhere Bargeld-Angebot von Paramount annehmen? Schreibt uns eure Meinung zur geplanten Elefantenhochzeit in die Kommentare!

Zusammenfassung
  • Warner Bros. Discovery lehnt Paramount-Übernahmeangebot einstimmig ab
  • WBD bevorzugt Netflix-Fusion trotz nominell niedrigerem Angebotswert
  • Paramount bietet 30 Dollar pro Aktie in bar für komplette WBD-Übernahme
  • Netflix will nur Filmstudios und Streaming-Geschäft inklusive HBO Max
  • Paramount-Deal erfordert 95 Milliarden Dollar und gilt als hochriskant
  • Ellison-Familie garantiert 40 Milliarden Dollar für Paramount-Angebot
  • Einige Investoren fordern dennoch Verhandlungen mit Paramount

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