Cloud made in Germany: BSI arbeitet an Befreiung von US-Tech
Auf der Münchner Sicherheitskonferenz haben das BSI und Schwarz Digits eine weitreichende Kooperation verkündet. Ziel ist eine souveräne Cloud-Infrastruktur für die Verwaltung, die auf Open Source setzt und höchste Geheimhaltungsstufen erfüllen soll.
Hintergrund sind wachsende geopolitische Spannungen und hybride Bedrohungen, bei denen Datenhoheit und Kontrolle über IT-Systeme eine zentrale Rolle spielen. Bereits 2026 soll die "Stackit Public Cloud Restricted" starten, die die Vorgaben für die Geheimhaltungsstufe "VS-NfD" erfüllt. Damit könnten Behörden etwa interne Vermerke oder Meldedaten rechtssicher in einer deutschen Cloud verarbeiten.
Laut Schwarz Digits soll die Architektur auf dem Zero-Trust-Prinzip basieren, also jedem Zugriff grundsätzlich misstrauen und ihn streng absichern. Offene Schnittstellen und transparente Quelltexte sollen dafür sorgen, dass Behörden den Anbieter bei Bedarf wechseln können und keine versteckten Zugriffsmöglichkeiten durch ausländische Akteure bestehen.
Damit grenzt sich Stackit von Modellen ab, bei denen US-Cloud-Technik wie Microsofts Azure Stack lizenziert wird und Software sowie Updates weiterhin aus den USA kommen.
Kritiker verweisen in diesem Zusammenhang häufig auf den US Cloud Act, der amerikanischen Behörden unter bestimmten Umständen Zugriff auf Daten bei US-Anbietern erlaubt. BSI-Präsidentin Claudia Plattner sieht die Kooperation daher als wichtigen Schritt hin zu einer "resilienten Cybernation Deutschland".
Haltet ihr eine komplett souveräne deutsche Cloud für realistisch oder führt an US-Hyperscalern kein Weg vorbei? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare!
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Digitale Souveränität als Ziel
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und Schwarz Digits, die IT-Tochter der Schwarz Gruppe, haben auf der Münchner Sicherheitskonferenz eine langfristige Kooperation vereinbart. Im Fokus steht der Aufbau souveräner Cloud-Lösungen für Behörden und Betreiber kritischer Infrastrukturen, um weniger abhängig von außereuropäischen Anbietern zu sein.Hintergrund sind wachsende geopolitische Spannungen und hybride Bedrohungen, bei denen Datenhoheit und Kontrolle über IT-Systeme eine zentrale Rolle spielen. Bereits 2026 soll die "Stackit Public Cloud Restricted" starten, die die Vorgaben für die Geheimhaltungsstufe "VS-NfD" erfüllt. Damit könnten Behörden etwa interne Vermerke oder Meldedaten rechtssicher in einer deutschen Cloud verarbeiten.
Open Source gegen Abhängigkeiten
Geplant ist erweiterte Infrastruktur, die sogar für höher eingestufte Informationen bis hin zu "Geheim" geeignet sein soll. Technisch setzt die Partnerschaft stark auf offene Standards und Open Source, um sogenannte Vendor-Lock-ins zu vermeiden.Laut Schwarz Digits soll die Architektur auf dem Zero-Trust-Prinzip basieren, also jedem Zugriff grundsätzlich misstrauen und ihn streng absichern. Offene Schnittstellen und transparente Quelltexte sollen dafür sorgen, dass Behörden den Anbieter bei Bedarf wechseln können und keine versteckten Zugriffsmöglichkeiten durch ausländische Akteure bestehen.
Das ist das Zero-Trust-Prinzip: Zero Trust ist ein modernes Sicherheitsmodell, das grundsätzlich niemandem vertraut - weder internen noch externen Nutzern oder Geräten. Jede Zugriffsanfrage wird immer neu geprüft, unabhängig vom Standort, basierend auf Identität, Kontext und Risikofaktoren. Das Prinzip "Vertraue, aber überprüfe" minimiert Risiken, indem es nur minimale Rechte vergibt und kontinuierlich überwacht.
Damit grenzt sich Stackit von Modellen ab, bei denen US-Cloud-Technik wie Microsofts Azure Stack lizenziert wird und Software sowie Updates weiterhin aus den USA kommen.
Kritiker verweisen in diesem Zusammenhang häufig auf den US Cloud Act, der amerikanischen Behörden unter bestimmten Umständen Zugriff auf Daten bei US-Anbietern erlaubt. BSI-Präsidentin Claudia Plattner sieht die Kooperation daher als wichtigen Schritt hin zu einer "resilienten Cybernation Deutschland".
Sichere KI für Verwaltung und Staat
Die Zusammenarbeit geht über reine Infrastruktur hinaus und wird auch den sicheren Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Verwaltung regeln. Die Schwarz Gruppe baut dazu ihr Engagement beim Heidelberger KI-Unternehmen Aleph Alpha aus und strebt rund 20 Prozent Beteiligung an. Ziel sind europäische Sprachmodelle, die etwa Akten zusammenfassen oder Bürgeranfragen bearbeiten, ohne dass sensible Daten den europäischen Rechtsraum verlassen.Digitalisierung wird zum Dreh- und Angelpunkt einer sich massiv verändernden Welt - mit Aus- und Wechselwirkungen auf Regeln des Miteinanders, Politik, Macht und staatlichen Interessen. Deutschland und Europa brauchen darauf eine starke Antwort. Ich freue mich daher außerordentlich, dass wir mit Schwarz Digits nun einen Partner an unserer Seite haben, mit dem wir die Digitalisierung in unserem Land gezielt und strategisch vorantreiben und gleichzeitig absichern: Durch innovative, hochperformante Produkte mit zeitgemäßen Sicherheits- und Souveränitätseigenschaften, von denen Staat, Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen profitieren können. Das ist ein großer und wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer resilienten Cybernation Deutschland.Die neuen Angebote richten sich vor allem an Bundesministerien, Behörden und Landesverwaltungen. Gleichzeitig steht Stackit im Wettbewerb mit etablierten Hyperscalern, die mit großer Funktionsvielfalt und globaler Infrastruktur punkten. Ob eine souveräne deutsche Cloud bei Leistung und Skalierung mithalten kann, muss sich im praktischen Einsatz erst noch beweisen.
Haltet ihr eine komplett souveräne deutsche Cloud für realistisch oder führt an US-Hyperscalern kein Weg vorbei? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare!
Zusammenfassung
- BSI und Schwarz Digits entwickeln souveräne Cloud-Lösungen für Behörden
- Stackit Public Cloud Restricted soll VS-NfD-Klassifizierung erfüllen
- Open-Source-Technologie vermeidet Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern
- Infrastruktur soll künftig auch Daten der Geheimhaltungsstufe verarbeiten
- Projekt will Alternativen zu außereuropäischen Cloud-Diensten schaffen
- Schwarz Gruppe stärkt parallel ihre Beteiligung am KI-Start-up Aleph Alpha
- Bundesministerien und mehrere Bundesländer haben bereits Rahmenverträge
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