Magellan-Daten enthüllen riesige Lavaröhren unter Venus-Oberfläche
Forscher haben erstmals konkrete Beweise für riesige unterirdische Lavaröhren auf der Venus erbracht. Durch die Neuanalyse alter Radarbilder der NASA-Sonde Magellan identifizierten die Wissenschaftler am Vulkan Nyx Mons einen gigantischen Hohlraum.
Die Entdeckung wurde kürzlich im Fachjournal Nature Communications veröffentlicht und bestätigt langjährige Theorien über die geologische Beschaffenheit des Planeten. Bisher waren solche Annahmen über den oft als "Zwillingsschwester der Erde" bezeichneten Himmelskörper rein hypothetischer Natur.
Das identifizierte Objekt weist gewaltige Dimensionen auf, die irdische Pendants deutlich übertreffen. Während vulkanische Röhren auf Hawaii oder Island meist nur wenige Meter messen, deuten die Daten hier auf einen Tunnel mit einem Durchmesser von etwa einem Kilometer hin. Das "Dach" dieser Röhre dürfte mindestens 150 Meter dick sein, während der darunterliegende Hohlraum eine Tiefe von rund 375 bis 525 Metern aufweist.
Die Universität Trento fand in Magellan-Daten Beweise für gewaltige Lavaröhren
Experten bezeichnen solche Strukturen als Pyrodukte. Sie entstehen, wenn Lavaströme an der Oberfläche durch die kühlere Umgebungsluft abkühlen und eine feste Kruste bilden. Das flüssige Gestein im Inneren fließt isoliert weiter und läuft schließlich ab, wodurch ein Hohlraum zurückbleibt.
Das sind oft die einzigen sichtbaren Hinweise auf die darunter verborgenen Kanäle, da die extrem dichte und wolkenverhangene Venusatmosphäre direkte optische Beobachtungen der Oberfläche unmöglich macht. Die Forscher analysierten, wie die Radarstrahlen in verschiedenen Winkeln von den Kratern reflektiert wurden, um die Tiefe zu bestimmen.
Die extremen physikalischen Bedingungen auf der Venus scheinen die Bildung solch massiver Röhren zu begünstigen. Mit einer Oberflächentemperatur von durchschnittlich 464 Grad Celsius und einem Atmosphärendruck von über 90 Bar kühlt Lava deutlich langsamer ab als auf der Erde. Das ermöglicht Flussbewegungen über enorme Distanzen.
Die resultierenden Kanäle bewegen sich eher im Größenbereich von Strukturen, die man auf dem Mond beobachtet hat, wie etwa der berühmten Hadley-Rille. Obwohl die Radardaten nur einen kurzen Abschnitt nahe des Einsturzes sicher belegen, vermuten die Wissenschaftler aufgrund der Topografie, dass sich der Kanal über mindestens 45 Kilometer erstrecken könnte.
Das neugewonnene Wissen liefert wichtige Impulse für die Planung kommender Raumfahrtmissionen, die den zweiten Planeten unseres Sonnensystems ins Visier nehmen. Sowohl die ESA-Sonde EnVision, deren Start für die frühen 2030er Jahre geplant ist, als auch die NASA-Mission Veritas sollen mit fortschrittlichen Radarsystemen aufbrechen.
Insbesondere EnVision wird mit einem speziellen Bodenradar ausgestattet sein. Dieses Instrument kann Signale senden, die mehrere hundert Meter tief in den Untergrund eindringen. Damit ließen sich solche Lavaröhren künftig auch ohne sichtbare Öffnungen an der Oberfläche aufspüren und präzise kartieren.
Was denkt ihr über die geologischen Geheimnisse unseres Nachbarplaneten? Haltet ihr es für möglich, dass sich in diesen riesigen Röhren noch weitere Überraschungen verbergen? Diskutiert mit uns in den Kommentaren!
Siehe auch:
Gigantische Röhren am Nyx Mons
Wissenschaftler der Universität Trient haben in einer aktuellen Studie den ersten konkreten Beweis für die Existenz unterirdischer Lavaröhren auf der Venus erbracht. Durch die Analyse jahrzehntealter Radardaten der NASA-Sonde Magellan identifizierten die Forscher im Gebiet des Vulkans Nyx Mons einen massiven Hohlraum, der auf vulkanische Aktivitäten in der Vergangenheit schließen lässt.Die Entdeckung wurde kürzlich im Fachjournal Nature Communications veröffentlicht und bestätigt langjährige Theorien über die geologische Beschaffenheit des Planeten. Bisher waren solche Annahmen über den oft als "Zwillingsschwester der Erde" bezeichneten Himmelskörper rein hypothetischer Natur.
Das identifizierte Objekt weist gewaltige Dimensionen auf, die irdische Pendants deutlich übertreffen. Während vulkanische Röhren auf Hawaii oder Island meist nur wenige Meter messen, deuten die Daten hier auf einen Tunnel mit einem Durchmesser von etwa einem Kilometer hin. Das "Dach" dieser Röhre dürfte mindestens 150 Meter dick sein, während der darunterliegende Hohlraum eine Tiefe von rund 375 bis 525 Metern aufweist.
Die Universität Trento fand in Magellan-Daten Beweise für gewaltige Lavaröhren
Experten bezeichnen solche Strukturen als Pyrodukte. Sie entstehen, wenn Lavaströme an der Oberfläche durch die kühlere Umgebungsluft abkühlen und eine feste Kruste bilden. Das flüssige Gestein im Inneren fließt isoliert weiter und läuft schließlich ab, wodurch ein Hohlraum zurückbleibt.
Neue Technik für alte Daten
Die Basis dieser Erkenntnisse bilden Aufnahmen des Synthetic Aperture Radar (SAR) der Magellan-Mission. Die Sonde startete bereits 1989 an Bord des Space Shuttles Atlantis und kartierte den Planeten zwischen 1990 und 1994. Wie Phys.org berichtet, nutzte das Team um Lorenzo Bruzzone moderne digitale Bildverarbeitungsverfahren, um Zusammenbrüche der Oberfläche - sogenannte Skylights - genauer zu untersuchen.Das sind oft die einzigen sichtbaren Hinweise auf die darunter verborgenen Kanäle, da die extrem dichte und wolkenverhangene Venusatmosphäre direkte optische Beobachtungen der Oberfläche unmöglich macht. Die Forscher analysierten, wie die Radarstrahlen in verschiedenen Winkeln von den Kratern reflektiert wurden, um die Tiefe zu bestimmen.
Die extremen physikalischen Bedingungen auf der Venus scheinen die Bildung solch massiver Röhren zu begünstigen. Mit einer Oberflächentemperatur von durchschnittlich 464 Grad Celsius und einem Atmosphärendruck von über 90 Bar kühlt Lava deutlich langsamer ab als auf der Erde. Das ermöglicht Flussbewegungen über enorme Distanzen.
Die resultierenden Kanäle bewegen sich eher im Größenbereich von Strukturen, die man auf dem Mond beobachtet hat, wie etwa der berühmten Hadley-Rille. Obwohl die Radardaten nur einen kurzen Abschnitt nahe des Einsturzes sicher belegen, vermuten die Wissenschaftler aufgrund der Topografie, dass sich der Kanal über mindestens 45 Kilometer erstrecken könnte.
Das neugewonnene Wissen liefert wichtige Impulse für die Planung kommender Raumfahrtmissionen, die den zweiten Planeten unseres Sonnensystems ins Visier nehmen. Sowohl die ESA-Sonde EnVision, deren Start für die frühen 2030er Jahre geplant ist, als auch die NASA-Mission Veritas sollen mit fortschrittlichen Radarsystemen aufbrechen.
Insbesondere EnVision wird mit einem speziellen Bodenradar ausgestattet sein. Dieses Instrument kann Signale senden, die mehrere hundert Meter tief in den Untergrund eindringen. Damit ließen sich solche Lavaröhren künftig auch ohne sichtbare Öffnungen an der Oberfläche aufspüren und präzise kartieren.
Was denkt ihr über die geologischen Geheimnisse unseres Nachbarplaneten? Haltet ihr es für möglich, dass sich in diesen riesigen Röhren noch weitere Überraschungen verbergen? Diskutiert mit uns in den Kommentaren!
Zusammenfassung
- Forscher fanden erstmals Beweise für massive Lavaröhren auf der Venus
- Wissenschaftler analysierten alte Magellan-Radar-Daten vom Vulkan Nyx Mons
- Die entdeckte Lavaröhre besitzt einen Durchmesser von etwa einem Kilometer
- Extreme Bedingungen auf der Venus begünstigen die Bildung riesiger Röhren
- Die Struktur könnte sich über mindestens 45 Kilometer erstrecken
- Kommende Missionen EnVision und Veritas sollen weitere Untersuchungen ermöglichen
- Moderne Bildverarbeitungstechniken halfen bei der Analyse der Skylights
Siehe auch:
- NASA baff: Bewegung auf der Venus in 30 Jahre alten Daten entdeckt
- Fische statt Venus: Sowjet-Sonde Kosmos 482 fiel wohl ins Meer
- Schwerer Schlag für die Theorie, dass Venus einmal erdähnlich war
- Aktive Vulkane auf der Venus: Planetenforscher erringen Durchbruch
- Geheimnis gelüftet: Warum die Venus weniger Wasser als die Erde hat
Thema:
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