China verbraucht doppelt so viel Strom wie die USA - und wird sauberer

In Chinas Energiemarkt haben sich im letzten Jahr strukturelle Veränderungen gezeigt, die sich bereits seit einiger Zeit andeuteten. Trotz eines weiterhin stark gewachsenen Stromverbrauchs ist die Erzeugung fossiler Brennstoffe erstmals zurückgegangen.
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Ausbau der Erneuerbaren trägt Früchte

Wie aus neuen Zahlen der staatlichen Statistikbehörde hervorgeht, sank die überwiegend kohlebasierte thermische Stromproduktion um ein Prozent auf 6,29 Billionen Kilowattstunden. Besonders deutlich fiel der Rückgang im Dezember aus: Gegenüber dem Vorjahresmonat lag die thermische Stromerzeugung um 3,2 Prozent niedriger.

Beobachter sehen darin ein Signal, dass erneuerbare Kapazitäten zunehmend den Zuwachs beim Strombedarf auffangen. Nach Einschätzung von Peng Chengyao, Leiter der Asien-Pazifik-Forschung für Strom und Erneuerbare bei S&P Global Energy, hat der jahrelange Rekordausbau von Wind- und Solaranlagen den Anteil der Kohle spürbar verdrängt. Gleichzeitig habe sich das Wachstum der Stromnachfrage 2025 auf rund fünf Prozent verlangsamt, nachdem es im Jahr zuvor noch bei fast sieben Prozent gelegen hatte. Infografik Stromverbrauch in China mit etwas abweichenden Zahlen der IEAStromverbrauch: China benötigt doppelt so viel Strom wie die USA Trotzdem erreichte Chinas Stromverbrauch einen neuen Rekordwert. Nach Angaben der Nationalen Energiebehörde überschritt der landesweite Verbrauch erstmals die Marke von 10 Billionen Kilowattstunden. Damit lag der Verbrauch bei mehr als dem Doppelten der USA und höher als der kombinierte Stromverbrauch der Europäischen Union, Russlands, Indiens und Japans im Jahr 2024. Treiber dieser Entwicklung waren vor allem der rasch wachsende Bedarf von Rechenzentren, Internetdiensten sowie die Produktion von Elektrofahrzeugen.

Stabile Trendwende

Die unterschiedlichen Datensätze zeichnen allerdings kein vollständig identisches Bild. Während die Statistikbehörde für 2025 eine gesamte Stromerzeugung von 9,72 Billionen Kilowattstunden meldete, ein Plus von 2,2 Prozent, erfasst sie kleinere Wind- und Solaranlagen nur eingeschränkt. Die Zahlen der Energiebehörde gelten daher als umfassender.

Auch andere CO₂-arme Energiequellen legten zu. Die Wasserkraft verzeichnete im Gesamtjahr ein Wachstum von 2,8 Prozent, die Kernenergie sogar von 7,7 Prozent. Diese Entwicklung unterstützt Chinas langfristiges Ziel, den Höhepunkt der CO₂-Emissionen spätestens bis 2030 zu erreichen, auch wenn die Kohleförderung zuletzt noch auf ein neues Rekordniveau kletterte.


Für die kommenden Jahre erwarten Analysten keine Rückkehr zu mehr Kohleverstromung. S&P Global rechnet auch 2026 mit robustem Wachstum bei erneuerbaren Energien und einem stabilen Nachfrageanstieg von etwa fünf Prozent. Laut Feng Dongbin vom Analyseunternehmen Fenwei Digital Information Technology handelt es sich um einen tiefgreifenden Strukturwandel, der kaum noch umkehrbar sei.

Zusammenfassung
  • Struktureller Wandel in Chinas Energiemarkt mit sinkender fossiler Erzeugung
  • Thermische Stromproduktion sank um ein Prozent auf 6,29 Billionen Kilowattstunden
  • Erneuerbare Energien fangen zunehmend den wachsenden Strombedarf auf
  • Chinas Stromverbrauch überstieg erstmals 10 Billionen Kilowattstunden
  • Verbrauch mehr als doppelt so hoch wie in den USA
  • Rechenzentren und E-Mobilität treiben die steigende Stromnachfrage an
  • Experten erwarten anhaltenden Ausbau erneuerbarer Energiequellen

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