GTA 6 droht in Russland das Verbot - wegen männlichen Strippern

Während Fans weltweit auf den Release von Grand Theft Auto 6 warten, formiert sich in Russland Widerstand. Wegen angeblicher Szenen mit männlichem Striptease verlangt man dort eine ange­passte Version ohne "unmoralische" Inhalte und droht mit Verbot.
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Politische Hürden für GTA 6

Während Spieler weltweit dem 19. November 2026 entgegenfiebern, dem angepeilten Veröffentlichungsdatum von Grand Theft Auto 6, formiert sich in Russland politischer Widerstand gegen den Open-World-Titel oder besser gesagt Teile davon. Mikhail Iwanow, stellvertretender Vorsitzender des Weltkonzils des Russischen Volkes und Abgeordneter, hat öffentlich Bedenken gegen das Spiel geäußert.

Im Zentrum der Kritik steht die Befürchtung, das Videospiel könnte die "moralische Gesundheit" der russischen Jugend gefährden. Iwanow argumentiert, dass Rockstar Games bewusst Inhalte implementiere, die gegen traditionelle spirituelle Werte verstoßen.

Konkret bezieht sich der Politiker auf Informationen aus Leaks, die darauf hindeuten, dass der neue Teil der Serie Szenen mit männlichem Striptease enthalten wird. Für Iwanow stellt das einen zynischen Verstoß dar, der einer Korruption der jungen Generation gleichkomme. Er fordert daher entweder strenge gesetzliche Einschränkungen für den Vertrieb oder die Entwicklung einer speziellen, an den russischen Markt angepassten Version. Sollte der Entwickler dem nicht nachkommen, müsse der Verkauf gänzlich untersagt werden.

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Wie Iwanow in einem Interview mit der kremlnahen Nachrichtenseite News.ru ausführte, sei der geplante Inhalt destruktiv und vulgär. Er verlangt von den Entwicklern, das Spiel für den russischen Markt von unmoralischen Inhalten zu säubern. Andernfalls solle der Titel komplett verboten werden, um zu verhindern, dass Kindern unter dem Deckmantel der Unterhaltung das "Gift der Sittenlosigkeit" verkauft werde. Iwanow bezeichnete die Popularität der GTA-Serie in dem Gespräch zudem als gefährliches Einflussinstrument, das westliche Dekadenz propagiere.

Zensur und Gesetze in Russland

Die Forderung nach einem Verbot oder einer Anpassung kommt nicht überraschend, sondern folgt einer Verschärfung der russischen Mediengesetze in den letzten Jahren. Bereits seit Ende 2022 gelten in Russland strengere Gesetze gegen sogenannte LGBT-Propaganda, die jegliche positive oder neutrale Darstellung von nicht-traditionellen sexuellen Beziehungen in Medien, Werbung und Videospielen unter Strafe stellt. Männliche Stripper könnten nach dieser Rechtsauffassung als Verstoß gewertet werden.


Das Phänomen ist nicht neu: Das Spiel The Sims 4 wurde in Russland aufgrund der Möglichkeit gleichgeschlechtlicher Beziehungen bereits 2014 mit einer Altersfreigabe ab 18 Jahren versehen - eine Einstufung, die in Europa meist für Gewaltdarstellungen reserviert ist.

Auch andere westliche Marken gerieten bereits ins Visier der russischen Kulturpolitik. Bei einer Diskussionsrunde in der Staatsduma im Mai 2025 wurden Animationsfilme wie Shrek und Die Monster AG als negativ für Kinder eingestuft, da sie angeblich falsche Verhaltensmuster förderten. Die Kritik an Grand Theft Auto 6 fügt sich somit nahtlos in ein Narrativ ein, das westliche Kulturprodukte als Bedrohung für die nationale Identität betrachtet.

In der Vergangenheit zeigte sich Rockstar Games bei Zensurvorgaben durchaus kompromissbereit, wenn es um den Marktzugang ging. So wurden für den australischen und japanischen Markt Anpassungen bei Gewaltdarstellungen vorgenommen. Ob eine inhaltliche Änderung aufgrund ideologischer Forderungen umgesetzt wird, ist jedoch fraglich.

Glaubt ihr, dass Rockstar Games für den russischen Markt Anpassungen vornehmen wird? Schreibt uns eure Meinung dazu gerne in die Kommentare.

Zusammenfassung
  • Russischer Politiker fordert GTA 6 ohne männliche Stripszenen
  • Mikhail Iwanow sieht traditionelle Werte und Jugendschutz in Gefahr
  • Kremlnahe Stimmen bezeichnen GTA 6 als westliche Dekadenz-Propaganda
  • Eine spezielle russische Version oder komplettes Verbot werden angestrebt
  • Forderung folgt auf verschärfte Gesetze gegen LGBT-Inhalte seit Ende 2022
  • Rockstar Games passte Spiele für andere Märkte bereits in der Vergangenheit an

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