Surfen am Handy: Diese mobilen Browser sammeln die meisten Daten

Eine neue Analyse bestätigt, dass Smartphone-Browser massiv Daten abgreifen und teils sogar Nachrichten mitlesen können. Die größten Datenkraken sind dabei oft die beliebtesten Anwendungen. Doch es gibt sichere Alternativen.
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Mobile Browser im Datenschutz-Check

Die Apps, die Nutzer auf ihren Geräten vermutlich mit am meisten verwenden, sind Webbrowser. Auf dem PC gab es erst kurz vor Jahresende eine Untersuchung, die mehreren Browsern Versagen beim Datenschutz vorwarf. Und auch viele Add-ons sind in dieser Hinsicht ein Albtraum. Mittlerweile ist jedoch das Smartphone für die meisten Anwender das primäre Zugangsgerät zum Internet geworden. Also wie sieht es bei mobilen Versionen von Chrome und Co. mit dem Datenschutz aus? Das beleuchtet jetzt eine neue Studie.

Die aktuelle Untersuchung zeigt, dass ausgerechnet die populärsten Anwendungen den größten Datenhunger aufweisen. Mobile Varianten von Browsern greifen dabei sogar oft tiefer ins System ein als ihre Dektop-Versionen. Besonders auffällig ist dabei, dass die Datenerhebung weit über den reinen Browserverlauf hinausgeht und sensible Bereiche wie Standortdaten, Finanzinformationen und Kontaktlisten umfasst. Betroffen sind vor allem Nutzer der Marktführer, die oft standardmäßig vorinstalliert sind.


Die Analyse der "Data Safety"-Abschnitte im Play Store - eine Selbstauskunft der Entwickler, die Google nach dem Vorbild von Apples App Store eingeführt hat - liefert alarmierende Zahlen. Laut Surfshark sichert sich der vor allem in Russland beliebte Yandex-Browser Zugriff auf 25 von 38 möglichen Datenkategorien, darunter potenziell auch private In-App-Nachrichten. Microsoft Edge liegt mit 20 Kategorien auf Platz 2. Google Chrome, der hierzulande auf einen Marktanteil von satten 54 Prozent kommt und damit der Lieblingsbrowser der Deutschen ist, greift mit 19 Kategorien auf die drittmeisten Bereiche zu.

Enorme Datenweitergabe

Die abgeschöpften Informationen bleiben dabei häufig nicht beim Hersteller der App. Die Studie untersuchte 60 populäre Browser-Apps und stellte fest, dass fünf der 15 am stärksten datensammelnden Browser Informationen aktiv an Dritte übermitteln. Zu dieser Gruppe gehören neben Yandex und den Nischenbrowsern Phoenix und Aloha auch Opera auch Edge. Die Weitergabe von Nutzer-IDs oder präzisen Standortdaten dient dabei primär der Werbeindustrie, um personalisierte Anzeigen zu schalten und die Nutzerprofile plattformübergreifend zu schärfen. Mobile Browser: Surfshark DatenschutzberichtDer Selbstauskunft zufolge sammeln die meisten Browser etliche Daten Ein relativ neues Phänomen sind sogenannte "Agentic AI Browser", die mittels künstlicher Intelligenz komplexe Aufgaben für den Nutzer übernehmen sollen. Diese Komfortfunktionen erfordern jedoch oft weitreichende Berechtigungen. Apps wie Comet von Perplexity greifen laut Analyse bereits auf 14 Datenkategorien zu, inklusive Browserverlauf und Standort. Hier zeigt sich ein Trend: Je mehr der Browser als persönlicher Assistent fungiert, desto stärker wird der Nutzer vom Anbieter durchleuchtet.
Mobile Browser: Surfshark DatenschutzberichtArt der gesammelten Daten Mobile Browser: Surfshark DatenschutzberichtGoogle Chrome dominiert

Marktmacht und technische Alternativen

Wer seine digitale Privatsphäre schützen möchte, muss dennoch nicht auf das mobile Web verzichten. Die Untersuchung identifizierte Browser, die laut eigenen Angaben im Store datensparsam arbeiten. Brave, Tor und der Mi Browser geben im Play Store an, null Datenpunkte über ihre Nutzer zu sammeln. Beim Mi Browser ist das aufgrund der Historie von Xiaomi jedoch kritisch zu hinterfragen, während Tor und Brave auf Privatsphäre-Technologien basieren. DuckDuckGo, Ecosia und Samsung Internet beschränken sich auf minimale Datenmengen, meist technische Diagnosedaten oder Absturzberichte, die nicht direkt zur Profilbildung genutzt werden. Phoenix und Firefox sammeln eigenen Angaben zufolge immerhin keine persönlichen Daten.

Viele der genannten Alternativen zu den großen Anbietern basieren jedoch auf der "Chromium"-Engine. Lediglich Firefox nutzt mit der "Gecko"-Engine noch einen technisch eigenständigen Unterbau. Für Anwender bedeutet das, dass ein Wechsel weg von Chrome zu einem anderen Chromium-basierten Browser zwar den Datenschutz verbessern kann, aber weiterhin Googles technisches Monopol im Web stärkt. Echte Diversität bietet hier primär das Mozilla-Ökosystem.

Nutzt ihr einen der großen Browser aus purer Gewohnheit oder habt ihr euch bewusst für Alternativen entschieden? Teilt eure Erfahrungen und Empfehlungen gerne mit uns und der Community in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Beliebte Smartphone-Browser wie Chrome greifen massiv Nutzerdaten ab
  • Laut Studie sammelt der Yandex-Browser Daten aus 25 von 38 Kategorien
  • Fünf der 15 datenintensivsten Browser teilen Nutzerinformationen mit Dritten
  • Neue KI-Browser wie Comet von Perplexity erfassen bereits 14 Datenkategorien
  • Datenschutzfreundliche Alternativen sind Brave, Tor und Firefox
  • Die meisten Browser basieren auf Googles Chromium-Engine
  • Echte technische Diversität im Web bietet hauptsächlich das Mozilla-Ökosystem

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