GOG verkauft: CD Projekt Red trennt sich von der Retro-Spiele-Plattform

CD Projekt verkauft seine Vertriebsplattform GOG. Käufer ist einer der ursprünglichen Mitgründer des Konzerns. Doch was bedeutet der Verkauf für die Zukunft der Plattform und worauf müssen sich Nutzer einstellen? Wir fassen die wichtigsten Antworten zusammen.
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Rückkehr zu den Wurzeln

GOG ist als Plattform für Retro-Spiele weltweit bekannt. Mittlerweile bietet man neben den gewöhnlichen Titeln über 250 Klassiker im Rahmen des Ende 2024 gestarteten Preservation Program an. Um diese Sammlung stetig zu erweitern, gehen die Mitarbeiter von GOG teils sogar abenteuerliche Wege. Doch jetzt hat sich der bisherige Besitzer, CD Projekt Red, von der Plattform getrennt.

Der polnische Branchenriese hat GOG für 90,7 Millionen Polnische Złoty (etwa 21,4 Millionen Euro) an Michał Kiciński verkauft. Kiciński ist in der Industrie kein Unbekannter. Denn er ist einer der ursprünglichen Mitgründer von CD Projekt und hält weiterhin rund zehn Prozent der Anteile am Mutterkonzern. Der jetzige Schritt erlaubt es CD Projekt eigenen Angaben zufolge, sich voll auf die Entwicklung kommender Großproduktionen wie dem nächsten Witcher-Teil und der Fortsetzung zu Cyberpunk 2077 zu konzentrieren, während GOG als unabhängiges Unternehmen agieren kann.


Die strategische Neuausrichtung erfolgt in einer Phase, in der sich der Markt für PC-Spiele weiter konsolidiert. Während Steam als Marktführer dominiert, positioniert sich GOG weiterhin als die Bastion für DRM-freie Software. Der Verzicht auf technische Kopierschutzmaßnahmen bleibt das Alleinstellungsmerkmal des Stores. Die Verantwortlichen erklären in einer offiziellen Stellungnahme, dass der Zeitpunkt für die Trennung ideal sei, da GOG bereits seit geraumer Zeit weitgehend autonom operierte und nun flexibler auf Marktnischen reagieren könne.

Folgen für Kunden und Bibliothek

Laut den Verantwortlichen soll sich durch den Verkauf für Nutzer faktisch nichts ändern. Die bestehenden Benutzerkonten, Spielebibliotheken und der Zugriff auf die beliebten Offline-Installer bleiben uneingeschränkt erhalten. Datenschutzrechtlich verbleiben alle Nutzerdaten bei GOG. Es findet auch weiterhin kein Transfer an Dritte statt. Auch das Guthaben im GOG Wallet bleibt unberührt.

Ein essenzieller Aspekt für Fans der Rollenspiele von CD Projekt Red ist zudem die vertragliche Absicherung der Zukunft. Trotz der unternehmerischen Trennung wurde ein langfristiges Vertriebsabkommen unterzeichnet. Es garantiert, dass kommende Titel wie The Witcher 4 oder das Sequel zu Cyberpunk 2077 auch in Zukunft auf GOG erscheinen werden. Die enge Verflechtung zwischen Käufer und Verkäufer lässt zudem vermuten, dass die Veröffentlichungen zeitgleich mit denen auf anderen Plattformen erfolgen werden.

Ursprünge auf dem Warschauer Markt

Der Verkauf an Kiciński ist historisch betrachtet eine Rückkehr zu den Anfängen. Zusammen mit Marcin Iwiński gründete er CD Projekt im Jahr 1994, in einer Zeit, als Softwarepiraterie in Polen weitverbreitet war. Ihr Geschäftsmodell bestand ursprünglich darin, CDs legal aus den USA zu importieren. Aus diesem Handelsunternehmen entstanden später das Entwicklerstudio CD Projekt Red und schließlich die Plattform GOG. Deren ursprüngliche Mission war es, alte Klassiker für moderne Betriebssysteme wie Windows XP und Vista lauffähig zu machen, oft mithilfe von Emulatoren wie DOSBox.

Diese Philosophie der digitalen Denkmalpflege wird auch unter der neuen Führung fortgesetzt. Das bereits eingangs erwähnte GOG Preservation Program soll ebenfalls weitergeführt werden. Kiciński betonte, dass er neben der Bewahrung von Klassikern auch neue Spiele mit "Retro-Spirit" fördern möchte.

Was haltet ihr von der GOG-Abspaltung vom Mutterkonzern und der Rückkehr zum Mitgründer? Seht ihr diese Entwicklung für die Zukunft von DRM-freien Spielen als etwas Positives? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare!

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Zusammenfassung
  • CD Projekt verkauft seine Vertriebsplattform GOG an Mitgründer Kiciński
  • Der Kaufpreis beträgt 90,7 Millionen Złoty (etwa 21,4 Millionen Euro)
  • GOG bleibt eine DRM-freie Plattform mit tausenden Spieleklassikern
  • Spielebibliotheken und Offline-Installer bleiben für alle Nutzer erhalten
  • CD Projekt konzentriert sich künftig auf Witcher und Cyberpunk-Fortsetzungen
  • Ein Vertriebsabkommen sichert GOG-Verfügbarkeit künftiger CD-Projekt-Titel
  • Das GOG Preservation Program zur Bewahrung von Klassikern wird fortgeführt

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