USA vs. Xiaomi: Neue Militär-Vorwürfe gegen Techriesen

Der Elektronik- und inzwischen auch Autohersteller Xiaomi hat Vor­würfen von US-Politikern widersprochen, laut denen der Konzern enge Beziehungen zum chinesischen Militär pflegt. Jetzt soll das Un­ternehmen auf einer Liste des US-Verteidigungsministeriums landen.
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Xiaomi / Luke Michael

Politiker wollen Xiaomi auf Warnliste des Pentagon sehen

Xiaomi hat einem von Politikern der republikanischen Partei veröffentlichten Aufruf an das Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten widersprochen, laut dem der Konzern angeblich Verbindungen zum chinesischen Militär pflegt. Das Pentagon müsse Xiaomi deshalb auf seine sogenannte "Section 1260H"-Liste setzen, hieß es von den US-Politikern zuvor.

Diese Liste wird vom Pentagon geführt und soll Firmen identifizieren, die eine Verbindung zum chinesischen Militär haben und so US-Firmen und Regierungsbehörden warnen, mit ihnen möglichst keine Geschäfte zu machen. Ein Importverbot oder anderen Sanktionen drohen durch das Hinzufügen zu dieser Liste allerdings nicht direkt.

Xiaomi "ist und bleibt Consumer-Firma"

Xiaomi widersprach den Vorwürfen dennoch ausdrücklich. Xiaomi stelle ausschließlich Produkte für die zivile und kommerzielle Nutzung her. Es gebe daher keinerlei Grund, das Unternehmen auf die 1260H-Liste zu setzen. Xiaomi sei zudem keine vom chinesischen Militär betriebene Firma oder stehe in irgendeiner Weise mit Teilen des chinesischen Militärs in Verbindung. Xiaomi sei stattdessen immer eine Firma für Consumer-Produkte gewesen und werde dies auch bleiben, so das Unternehmen in einer Stellungnahme, aus der die South China Morning Post zitiert.


Ob Xiaomi in irgendeiner Weise mit dem chinesischen Militär zusammenarbeitet, dürfte sich nur mit großem Aufwand nachweisen lassen. Die neun republikanischen Politiker, die in einem Schreiben an das US-Verteidigungsministerium entsprechende Vorwürfe erhoben, lieferten keinerlei Beweise für ihre Behauptung. Neben Xiaomi sollen nach ihrem Willen auch einige weitere chinesische Firmen zu der Pentagon-Liste hinzugefügt werden.

Auch Apple- & Google-Displaylieferant BOE soll auf Liste

Dazu gehören unter anderem der KI-Anbieter DeepSeek und der große chinesische Displayhersteller BOE, dessen Bildschirme unter anderem auch von Apple und Google verbaut werden. Andere chinesische Firmen wie DJI, dessen Drohnen ab Anfang 2026 nicht mehr in die USA eingeführt werden dürfen, stehen schon länger auf der Warnliste des US-Verteidigungsministeriums.

Es ist auch nicht das erste Mal, dass Xiaomi auf einer von US-Ministerien geführten Liste von Firmen landet, die angeblich Verbindungen zum chinesischen Militär haben. So wurde die Firma bereits 2021 erstmals auf die sogenannte "Communist China Military Company"-Liste des US-Verteidigungsministeriums gesetzt. Das Unternehmen leitete damals umgehend juristische Schritte ein und erreichte so, dass man von der sogenannten CMCC-Liste genommen wurde. Diese Liste wurde mittlerweile aufgegeben und durch die neue "1260H-Liste" ersetzt.

Für Xiaomi ist der US-Markt bisher kaum relevant. Die Smartphones, Tablets und PCs des chinesischen Herstellers werden dort nicht offiziell vertrieben. Dass man sich dennoch mit Händen und Füßen gegen die Vorwürfe aus der US-Politik wehrt, dürfte eher darauf zurück zu führen sein, dass Xiaomi einen Image-Schaden fürchtet, der sich auf seine internationalen Verkäufe auswirkt.

Zusammenfassung
  • Xiaomi widerspricht Vorwürfen über Verbindungen zum chinesischen Militär
  • Republikanische Politiker fordern Aufnahme auf die Pentagon-Liste 1260H
  • Xiaomi betont, ausschließlich zivile und kommerzielle Produkte herzustellen
  • US-Politiker lieferten keine Beweise für ihre Behauptungen gegen Xiaomi
  • Auch andere chinesische Firmen wie DeepSeek und BOE sollen gelistet werden
  • Xiaomi wurde bereits 2021 auf eine ähnliche Liste gesetzt und klagte erfolgreich
  • Der US-Markt ist für Xiaomi weniger relevant als mögliche Imageschäden

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