Neubau alternativlos: Neue Server sind zu schwer für alte Gebäude

Angesichts des Baubooms bei neuen Datenzentren stellt sich oft die Frage, warum nicht erst einmal alte Anlagen aufgerüstet werden. Und das hat tatsächlich einen einfachen Grund: Die neue Technik ist oft zu schwer für ältere Gebäude.
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Bis zu 2300 kg pro Rack

Zwischen 2010 und Ende 2024 hat sich die Zahl der Rechenzentren in den USA vervierfacht, global zeigt sich ein ähnlicher Trend. Allein in den vergangenen vier Jahren wurden laut dem Uptime Institute 377 Neubauprojekte für besonders leistungsstarke Anlagen mit mehr als 100 Megawatt angekündigt. Treiber dieser Entwicklung ist vor allem der KI-Boom - und der bringt eine enorme physische Last mit sich, wie das US-Magazin The Verge berichtet.

Die Idee, bestehende Rechenzentren einfach aufzurüsten, klingt zunächst attraktiv. Doch Experten halten sie meist für unrealistisch. Der Grund liegt im Boden der Gebäude: Ältere Rechenzentren sind nicht dafür gebaut, das Gewicht moderner KI-Hardware zu tragen. Während Server-Racks vor wenigen Jahrzehnten noch zwischen 180 und 270 Kilogramm wogen, bringen heutige Standardracks oft 600 bis über 1100 Kilogramm auf die Waage. Speziell für KI ausgelegte Racks bewegen sich am oberen Ende dieser Skala und könnten künftig sogar rund 2300 Kilogramm erreichen.


Dieses Gewicht entsteht nicht zufällig. In den Racks sind heute Hunderte Grafikprozessoren verbaut, ergänzt durch große Mengen an Arbeitsspeicher und weitere Chips. Alles wird so dicht wie möglich gepackt, um Rechenprozesse zu beschleunigen und Energieverluste zu vermeiden. Gleichzeitig steigt der Strombedarf massiv: Statt etwa zehn Kilowatt pro Rack wie noch vor einem Jahrzehnt, können moderne KI-Systeme bis zu 350 Kilowatt benötigen. Mehr Strom bedeutet mehr Hitze und damit zusätzliche, schwere Kühltechnik.

Doppelböden zu schwach

Zum Einsatz kommen zunehmend Flüssigkühlsysteme, deren wasserbasierte Kühlmittel selbst erhebliches Gewicht haben. Ergänzt werden sie durch dicke Stromkabel oder massive Kupferschienen, die den Energiefluss sicherstellen. In vielen älteren Rechenzentren liegen diese Lasten auf Doppelböden, in denen die Kabel verlegt und die für solche Gewichte nicht ausgelegt sind. Besonders problematisch wird es, wenn Racks bewegt werden müssen, da dynamische Lasten die Belastung weiter erhöhen.

Selbst wenn Böden verstärkt würden, blieben weitere Hindernisse: Moderne Racks sind deutlich höher als früher und passen oft nicht mehr durch alte Türrahmen oder in Aufzüge, die das Gewicht ebenfalls nicht tragen können. Für viele Betreiber bleibt daher nur der Abriss und Neubau.

Zusammenfassung
  • Serverhardware ist heute bis zu viermal schwerer als noch vor Jahrzehnten
  • KI-Server wiegen bis zu 1100 kg und könnten künftig 2300 kg erreichen
  • Moderne Rechenzentren benötigen statt 10 kW nun bis zu 350 kW pro Rack
  • Flüssigkühlsysteme und dicke Stromkabel erhöhen das Gewicht zusätzlich
  • Doppelböden älterer Rechenzentren sind für solche Lasten nicht ausgelegt
  • Höhere Racks passen oft nicht durch alte Türrahmen oder in Aufzüge
  • Weltweit hat sich die Zahl der Rechenzentren seit 2010 vervierfacht

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