Paradromics Gehirnimplantat bereit:
Das kann die Neuralink-Konkurrenz

Nach Elon Musks Unternehmen Neuralink hat nun auch das US-Unternehmen Paradromics eine wichtige Hürde genommen. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat die Genehmigung für eine erste klinische Langzeitstudie des Gehirn-Computer-Interfaces erteilt.
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Chip soll Patienten ohne Sprachfähigkeit helfen

Schon Anfang 2026 sollen die ersten Implantate bei zwei Patienten eingesetzt werden, die aufgrund schwerer neurologischer Erkrankungen beziehungsweise nach einer Verletzung ihre Sprachfähigkeit verloren haben. Ziel der Studie ist es, die Kommunikation in Echtzeit wiederherzustellen.

Das Connexus-System nutzt eine invasive Technik, um besonders präzise Signale zu erfassen. Auf einer etwa 7,5 Millimeter großen Fläche sitzen starre Elektroden aus Platin-Iridium, die rund 1,5 Millimeter tief in die Großhirnrinde eindringen. So lassen sich elektrische Impulse einzelner Nervenzellen direkt messen. Die Daten werden über einen Sender unter der Haut an ein externes Gerät übertragen. ParadromicsConnexus-System ist ein komplexes Gehirn-Implantat

Fokus auf synthetische Stimme

Wie das Fachmagazin Nature berichtet, ist die Studie die erste ihrer Art, die speziell auf die Erzeugung synthetischer Sprache zielt. Laut Paradromics-Chef Matt Angle könnte die Wiederherstellung der Kommunikation die größte Verbesserung der Lebensqualität bringen, die mit einem BCI derzeit erreicht werden kann.

Dazu werden die Elektroden im motorischen Kortex platziert, der Bewegungen von Lippen, Zunge und Kehlkopf steuert. Eine Künstliche Intelligenz soll lernen, die neuronalen Muster des gedachten Sprechens zu erkennen und sie nahezu verzögerungsfrei in Text oder synthetische Sprache umzuwandeln. Für die Teilnahme an der Studie gelten klare Kriterien.

Die Probanden müssen zwischen 22 und 75 Jahre alt sein, an schweren Sprachstörungen infolge einer Krankheit wie ALS oder einer Rückenmarksverletzung leiden und die englische Schriftsprache beherrschen. ParadromicsImplantat mit starren Nadeln

Unterschiede zu Neuralink und Synchron

Paradromics unterscheidet sich technisch deutlich von seinen Mitbewerbern. Während Neuralink flexible Polymerfäden nutzt, die per Roboter in das Gehirn eingenäht werden, setzt Paradromics auf starre Nadeln mit hoher Datenrate. Ein Nachteil starrer Elektroden ist die mögliche Vernarbung des Gewebes, die langfristig die Signalqualität mindern kann.

Paradromics will dies durch spezielle Materialien und Designänderungen verhindern. Für die Umwandlung von Gedanken in Sprache sind jedoch hohe Datenraten entscheidend.

Was haltet ihr von diesem technologischen Fortschritt in der Medizintechnik? Seht ihr in invasiven Gehirn-Chips die Zukunft für die Behandlung schwerer neurologischer Ausfälle? Wir freuen uns auf eure Meinung in den Kommentaren.

Was kann der neue Gehirn-Chip?
Das System "Connexus" von Paradromics ist eine Gehirn-Computer-Schnittstelle (BCI), die darauf ausgelegt ist, schwerstgelähmten Menschen ihre Kommunikationsfähigkeit zurückzugeben. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat hierfür kürzlich die Zulassung für klinische Studien erteilt.

Der Chip erfasst neuronale Signale im motorischen Kortex und wandelt diese mithilfe von KI in Text oder synthetische Sprache um. Nutzer sollen allein durch ihre Gedanken Sätze bilden können, die dann in Echtzeit - idealerweise mit ihrer eigenen, früher aufgenommenen Stimme - ausgegeben werden.
Wie funktioniert die Technik?
Das Implantat besteht aus einem Array mit starren Platin-Iridium-Elektroden, die etwa 1,5 Millimeter tief in die Großhirnrinde eindringen. Dort messen sie die elektrischen Impulse einzelner Nervenzellen, die für die Ansteuerung von Lippen, Zunge und Kehlkopf zuständig sind.

Die Daten werden an einen im Brustkorb implantierten Sender geleitet, der induktiv geladen wird. Von dort gelangen die Signale drahtlos an einen externen Computer. Das System lernt dabei, spezifische neuronale Muster den beabsichtigten Lauten zuzuordnen.
Wo liegt der Unterschied zu Neuralink?
Während Neuralink auf flexible Polymerfäden setzt, verwendet Paradromics starre Nadel-Arrays. Ein weiterer Konkurrent, Synchron, nutzt einen Stent, der über Blutgefäße eingeführt wird, ohne den Schädel zu öffnen.

Ein entscheidender Vorteil von Paradromics soll die extrem hohe Datenrate sein. Laut CEO Matt Angle sei die Übertragungsgeschwindigkeit etwa 20-mal schneller als bei vergleichbaren Geräten. Dies ist essenziell, um komplexe Sprachsignale in Echtzeit zu decodieren.
Wer profitiert von der Technologie?
Die Zielgruppe sind Patienten mit schweren neurologischen Einschränkungen, wie fortgeschrittener ALS (amyotrophe Lateralsklerose), Folgen von Schlaganfällen oder Rückenmarksverletzungen. In den USA allein gibt es schätzungsweise 150.000 Betroffene.

Voraussetzung ist, dass die für Sprache zuständigen Hirnareale noch aktiv sind, auch wenn die physische Ausführung nicht mehr möglich ist. Aktuelle Hilfsmittel, wie die Augensteuerung, sind für eine flüssige Konversation oft zu langsam.
Zusammenfassung
  • FDA genehmigt klinische Langzeitstudie für Paradromics Gehirn-Implantat
  • Einsatz bei zwei sprachunfähigen Patienten ist für Anfang 2026 geplant
  • Connexus-System nutzt starre Platin-Iridium-Elektroden für präzise Messung
  • KI soll neuronale Muster des gedachten Sprechens in Text umwandeln
  • Studie richtet sich an Menschen zwischen 22 und 75 Jahren mit Sprachstörungen
  • Im Gegensatz zu Neuralink setzt Paradromics auf starre Nadeln mit hoher Datenrate
  • Mögliche Gewebevernarbung soll durch spezielle Materialien verhindert werden

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