82,7-Mrd.-$-Deal: Netflix übernimmt Warner Bros. Discovery (Update)

Netflix steht kurz vor dem größten Deal seiner Geschichte: Der Streaming-Gigant hat sich offenbar im Bieterwettstreit um Warner Bros. Discovery durchgesetzt. Für Nutzer sowie Marken wie HBO und DC könnte das gravierende Änderungen bedeuten.
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Netflix kauft Warner Bros. Discovery

Update 13.20 Uhr: Es ist fix: Netflix hat eine definitive Vereinbarung zur Übernahme von Warner Bros. (einschließlich seiner Film- und Fernsehstudios, HBO Max und HBO) bekannt gegeben. Die Transaktion bestätigt die ersten Berichte und ist mit einem Unternehmenswert von rund 82,7 Milliarden US-Dollar eine der größten in der Unterhaltungsgeschichte.

Die Übernahme wird nach der Abspaltung der WBD-Sparte Discovery Global (u. a. CNN und TNT Sports) als separates, börsennotiertes Unternehmen erfolgen und voraussichtlich in zwölf bis 18 Monaten abgeschlossen sein.

Der internationale Medienmarkt steht vor einer massiven Neuordnung. Netflix hat den erbitterten Bieterwettstreit um die begehrten Studio- und Streaming-Assets von Warner Bros. Discovery (WBD) für sich entschieden. Mehreren übereinstimmenden Berichten zufolge haben beide Unternehmen exklusive Verhandlungen aufgenommen, um die Übernahme zu finalisieren.

Netflix bietet dabei rund 28 bis 30 Dollar pro Aktie, was einem erheblichen Aufschlag zum letzten Börsenkurs entspricht. Die Transaktion sieht eine komplexe Aufspaltung vor: Der Deal umfasst die Warner Bros. Studios sowie den Streaming-Dienst HBO Max. Die linearen TV-Sender wie CNN, TLC und Eurosport sollen hingegen bei einem abgespaltenen Unternehmen namens Discovery Global verbleiben. Dieses würde vermutlich auch einen Großteil der immensen Schuldenlast übernehmen.


Das Angebot, das überwiegend in bar beglichen werden soll, markiert eine Kehrtwende in der bisherigen Strategie von Netflix. Das Unternehmen aus Los Gatos setzte bislang fast ausschließlich auf organisches Wachstum und Eigenproduktionen wie Stranger Things. Mit der Übernahme würde sich der Marktführer nun jedoch den Zugriff auf einige der wertvollsten Marken der Unterhaltungsindustrie sichern.

Dazu gehören das gesamte "Harry Potter"-Franchise inklusive der geplanten Serie, das "DC Universum" mit Batman und Superman, "Game of Thrones" sowie eine der größten Filmbibliotheken der Welt. Um Zweifel an der Ernsthaftigkeit auszuräumen, beinhaltet der Deal eine sogenannte "Break-up Fee" in Höhe von fünf Milliarden Dollar (etwa 4,29 Mrd. Euro). Das ist die Summe, die Netflix zahlen müsste, sollten die Kartellbehörden die Übernahme blockieren.

Politische Aspekte und Konkurrenzkampf

Wie CNN berichtet, ist dieser regulatorische Aspekt besonders brisant und politisch aufgeladen. Konkurrent Paramount, der ebenfalls intensiv für WBD geboten hatte, versuchte im Vorfeld offenbar, seine Beziehungen zur Trump-Regierung als strategischen Vorteil auszuspielen.

Berater von Paramount-Chef David Ellison bezeichneten das intern als "Trump Card" und argumentierten, dass eine Fusion unter der neuen Regierung in Washington leichter genehmigt würde als ein Verkauf an den Tech-Giganten Netflix. Diese politische Komponente konnte den Vorstand von Warner Bros. Discovery jedoch nicht davon abhalten, das finanziell deutlich lukrativere Barangebot von Netflix anzunehmen.


Die Entscheidung hat bei den unterlegenen Bietern für massiven Unmut gesorgt. Paramount hatte ursprünglich versucht, das gesamte Unternehmen inklusive der Kabelsparten zu kaufen, um Synergien im linearen Fernsehen zu nutzen. In einem scharfen Brief an den WBD-Vorstand warf das Anwaltsteam von Paramount dem Unternehmen vor, einen "kurzsichtigen Prozess mit einem vorherbestimmten Ergebnis" geführt zu haben. Brancheninsider spekulieren nun, dass Paramount den Weg einer feindlichen Übernahme einschlagen könnte, obwohl die Chancen dafür als gering gelten.

Der Deal könnte auch international, etwa in der Europäischen Union oder Großbritannien, streng geprüft werden, da Netflix in vielen dieser Märkte bereits eine marktbeherrschende Stellung einnimmt.

Für Anleger ist die Nachricht indes eine Erleichterung. Die WBD-Aktie, die nach der Fusion im Jahr 2022 zeitweise auf unter acht Dollar (etwa 6,86 Euro) gefallen war, erholte sich im Zuge des Bietergefechts deutlich auf rund 26 Dollar (etwa 22,31 Euro). Das ist ein klares Signal, dass der Markt den Wert der Assets - insbesondere der "Kronjuwelen" wie HBO und der DC Studios - deutlich höher einschätzt als die bisherige Börsenbewertung des Gesamtkonzerns.

Was haltet ihr von diesem Mega-Deal? Würdet ihr euch freuen, Harry Potter und Batman künftig direkt bei Netflix im Abo zu sehen, oder seht ihr die wachsende Marktmacht des Streaming-Riesen kritisch? Schreibt es uns in die Kommentare!

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Zusammenfassung
  • Netflix verhandelt exklusiv über Übernahme von Warner Bros. Discovery
  • Angebot liegt bei 28 bis 30 Dollar pro Aktie mit erheblichem Aufschlag
  • Warner-Studios und HBO Max Teil des Deals, lineare TV-Sender bleiben separat
  • Netflix würde Zugriff auf wertvolle Marken wie Harry Potter und DC erhalten
  • Bei Blockade durch Kartellbehörden müsste Netflix 5 Milliarden Dollar zahlen
  • Paramount erwog eigenes Gebot und kritisiert den Verkaufsprozess scharf
  • Anleger reagieren positiv, WBD-Aktie erholt sich auf rund 26 Dollar

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